seminarkurs ´kommunikation+rhetorik´ 2000/01

/reflexionsprotokolle - phase1

 

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                       Seminarkurs Schuljahr 2000/1

                                                                                                                                  Frau Weis

Aufgabe 1e: Reflexionsprotokoll

 

1.Aufgabestellung: Umgang mit Kommunikationsbeispelen und Analyse-Fragen

 

 Eine unserer ersten Aufgaben bestand darin, nach dem wir uns unvollständig das erste Mal trafen, uns darüber zu einigen, welche Teamkonstellation zur Erarbeitung der Analyse-Fragen für uns in Betracht kommen sollte. Unsere primäre Aufgabe die zunächst außer Acht geriet, war der Umgang mit Kommunikationsbeispielen und Analysefragen. Hierbei mussten wir uns für ein Kommunikationsbeispiel aus der Literatur entscheiden. Nach 2 Sitzungen viel unsere Wahl auf Goethe/Faust I: Mephisto-schüler. Zu diesem (Wahl)kommunikationsbeispiel sollten wir dann die 30 folgenden Analysefragen beantworten:

 

1. um welche wäg- bzw. Unwägbarkeiten geht es auf seiten jedes einzelnen Kommunikationspartners?  

2. um welche handlungs- und verhaltensgemeinsamkeit/-vereinbarkeit geht es welchem kommunikationspartner?  

3. welche vorstellungen werden sichtbar und um welche Relationen wird u.U. gerungen?

4. welche Elemente der Äußerungen ihres jeweiligen Gegenübers gewinnen für die Kommunikationspartner Informationsqualität?

5. welche autopoiesis ist bei den kommunikationspartnern jeweils von einem beobachterstandpunkt aus phantasierbar?

6. wie weit phantasieren die kommunikationspartner die autopoiesis ihres jeweiligen gegenübers sichtlich?                                                     

7. werden die jeweils gesprächsaktuellen modelle von den verknüpfungen in der autopoiesis des jeweils anderen so ins spiel gebracht, daß von wechselseitigem verstehen die rede sein kann? 

8. welche kommunikativen verstehensgrenzen werden sichtbar?

9. in welcher zeit-raum-verbindung kommunizieren die Kommunikationspartner hier?

10. wodurch ist die Gesprächsituation konstituiert?

11. in welcher weise ist unbewußtes im spiel?  

12. welche selektionen werden sichtbar?

13. wie weit werden gleiche cocles verwendet?

14. wie weit geht es um informations- und wissenserwerb, wie weit um verstehen, wie weit um verabredungen bzw. zurückweisungen?

15. welche kontexte spielen eine rolle? und wie weit ist deren Systemcharakter im Spiel?

16. welche sachdaten kommen zur sprache?

17. welche selbstoffenbarungsdaten?

18. welche beziehungsdaten?

19. welche appelldaten?

20. welche codes sind im spiel?

21. wo finden sich spezifische mitteilungsakte?  

22. wo spezifische ausgleichakte?

23. wo spezifische personen-festlegense sprechakte?

24. wo spezifisch sprecherbezogene sprechakte?

25. welche illokutionen dienen welchen perlokutionen?

26. wie themen- oder personenzentriert ist die Kommunikation hier?

27. wie gleichrangig oder verschiedenrangig ist sie?

2&. wie gleichgewichtig oder verschieden-gewichtig?

29. welchen anteil haben nicht-sprechakt-handlungen an der hier ausagierten kommunikation?  

Selbsterfahrungs-Horizonte:  

Zunächst muss ich sagen, dass es schon von Beginn an sehr interessant war festzustellen,  wie aufregend und zugleich belastend Teamarbeit seien kann. Für mich war allerdings auch klar, dass es nicht der "Traumlehrweg" war, den Frau Weis einschlug. Mir schien die Deutschkomponente zu stark überbewertet. Zudem musste ich mich mit der eigentümlichen Gruppenkonstellation irgendwie auseinandersetzen. Doch diese negativen Aspekte und Eindrücke, welche mir der Seminarkurs in den ersten Sitzungen vermittelte, war sogleich auch ein Ansporn, mit spontanen Fehlsituationen fertig zu werden. In den ersten Sitzungen, wo es um die Abstimmung über das jeweilige Kommunikationsbeispiel aus der Literatur ging, bemerkte ich ,dass mein Weg (nämlich ein aktuelles politisches Ereignis oder aber auch ein Referat über ein Thema seiner Wahl, mit dem gemeinsamen  Ziel: Training Der verbalen Schlagkraft) keine Resonanz bei den übrigen Semikursteilnehmerinnen fand. Mir hat es allerdings auch nicht den Eindruck gemacht, als würden sie sich für den von Frau Weis vorbereiteten Aufgabenplan im geringsten interessieren. Aber trotz allem bin ich davon überzeugt, dass bei dieser ersten Aufgabenstellung jedem Semikursteilnehmer Freiheit gelassen wurde, und jeder etwas für sich spezielles trainieren konnte.

Bei mir war es zum einen die längere Diskussion, die zum Teil aufbrausend geführt wurde, und auch manchmal entgleiste, doch was von Frau Weis wieder in die richtige Bahn geleitet wurde. Ich versuchte mich außerdem noch mit Fragen in der Gruppe auseinanderzusetzen.

Dabei lernte ich das genaue Abwägen und Interpretieren von Fragen und Kontexten.

Ich konnte mich allerdings nicht mit  den zum Teil extrem unverständlich formulierten Analysefragen anfreunden.

 

2+3.Aufgabenstellung: Ergebnisvermittlung via Kurzvortrag; Gemeinsame Reflexion

Bei dieser Aufgabenstellung sollten wir alle unsere bis zu dem Zeitpunkt des Vortrags gewonnenen Ergebnisse, Erlebnisse und Eindürcke in einem maximal 10-minütigen Vortrag den übrigen Semikursteilnehmern vermitteln. Wir sollten aber außerdem noch unsere Situation bezüglich der Gruppe klarmachen, nötigenfalls Missstände aufzeigen und unsere eigenen Anreize für den weiteren Verlauf des Seminarkurses in den Vortrag einbringen.

Allerdings unter folgenden Vortragsbedingungen:           -    videoaufgezeichnet

-          jeweils 3 Vorträge in Folge

-          keine Zwischenbesprechung

 

  Selbsterfahrungs- Horizonte:

Dieser Aufgabenteil war aus meiner Sicht der Spannendste, und zugleich Lernintensivsete.

Denn man brauchte unheimlich viel Disziplin beim Vortragen. Interessant war hierbei, dass ich versucht habe, mit dem Publikum(Semikursteilnehmer) den Vortrag zu halten und immer wieder Augenkontakt herzustellen versuchte.  Hierbei war es für mich wichtig das Publikum anzusprechen und von meiner Meinung zu überzeugen. Ich erlernte auch Ansatzweise die Rede auswendig so zu artikulieren, als ob sie frei gehalten würde. Allerdings stieß ich, doch ebenfalls auch die übrigen Seminarkursteilnehmer an meine Grenzen, die jedem Seminarkursteilnehemer andere Schwierigkeiten bescherte. Doch primär bekam ich im Ansatz mit, wie eine Rede vorbereitet werden soll. Dabei habe ich für mich herausgefunden, dass ein zusammenhängender Text sehr schwer für den eigentlichen Kurzvortrag geeignet ist, da man bei dieser Variante dazu neigt von seinem Blatt abzulesen, was schließlich das Desinteresse des Publikums zur Folge hat. Dieses wurde uns an Hand Meylis Vortrag  ersichtlich.

Bei der anschließenden Besprechung der einzelnen Vorträge, konnte man ein Bild darüber bekommen, weiche Reaktionen  bei den Seminarkursteilnehmern durch den Vortag hervorgerufen wurden. Eine echte Hilfe war dabei auch von den Anderen kritisiert zu werden und nicht ausschließlich von Frau Weis. Bei der Reflexion meines Vortrags bemerkte ich, dass meine persönliche Einschätzung nicht mit dem Vortrag  zu 100% übereinstimmte.

Man entdeckte einige Sachen bei sich, die man ohne die Videoaufzeichnung gar nicht hätte finden können. Das betrifft Sprache, Gliederung, Formulierung und Gestikulation  gleichermaßen. Besser wäre es natürlich für die Verbesserung gewesen, man hätte es mehrmals wiederholt.

 

 

4. Aufgabenstellung: Kreative Umformung eines der Kommunikationsbeispiele

Hierbei ging es darum eine Person des von uns bearbeiteten Kommunikationsbeispiel durch eine andere Person zu ersetzen. In diesem Dialog sollte aber auch eine klare Autopoiesis des entsprechenden Kommunikationspartners zu erkennen sein.

 

Aufgabe 1d: Kreative Umformung eines der Kommunikationsbeispiele

 

Dialogpartner: Mephistopheles(Lehrer); Sohn von Annette Schavan

 

Sohn( tritt in die Universität ein):

Hi, sind sie zufällig der Prof. für Soziologie?

 

Lehrer(eilt an ihm vorbei, und bleibt stehen):

Entschuldigen sie bitte meinen sich mich?

 

Sohn:

Ja natürlich meine ich sie wen denn sonst!

Ich würde sie gerne Fragen, wie das hier in ihrer Stube so abgeht. Ich hab mich nämlich für das Fach Soziologie eingeschrieben und würde gerne wissen, ob es das richtige war?

 

Lehrer:

Diese Frage kann ich ihnen nicht so leicht beantworten!

 

Sohn:(aufbrausend)

Na ja ich hätte jetzt gerne ein bisschen mehr Kompetenz von ihnen erwartet.

 

Lehrer(entsetzt...,wird aber unterbrochen)

 

Sohn: Aber sie könnten wenigstens eines für mich tun. Da ist so`n komischer Typ eingeschrieben, der schon vermehrt negativ aufgefallen ist, könnten sie ihm bitte ebenfalls, wie der Hauptteil ihrer Kollegen einen Verweisungsantrag stellen?

 

Lehrer(wütend): Hören sie mal bitte, was erlaubst du dir denn eigentlich, ich werde  dir gleich ihnen einen Verweisungsantrag stellen.!!! Und wer bist du überhaupt?

 

Sohn: Na na na! Sie wissen wohl nicht wie man  den Sohn ihrer Vorgesetzten behandelt?

 

Lehrer: bitte was?

 

Sohn : Sagt ihnen der Name Annette Schavan vielleicht etwas? sie haben es mit ihrem Sohn zu tun!!!!!

 

Lehrer: Ohhhhhhhhhhhhhh! Mmmmmmmmmmmmm! Entschuldigen Sie bitte.

 

Sohn: Ich denke sie behandeln mich in Zukunft ein bisschen freundlicher, sonst....

Na ja lassen wir das lieber ich muss jetzt weiter. Ciao Herr.......(rennt weg).

 

Lehrer: (geschockt) Ich geh jetzt auch wohl besser , und werde Frau Schavan die peinliche Situation erklären...

 

 

 

                                                                       -Ende-

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  15.12.200

Persönliches Reflexionsprotokoll der über den Aufgaben 1a-f gewonnenen Refelxionshorizonte

 

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Dokumentation des Seminarkurs

 

Inhalt:

 

1.die Analysefragen

2.Vortrag

3.Dialog

 

 

Vorwort:

 

Im folgenden möchte ich  kurz meine Beweggründe darlegen, warum ich mich damals entschloß an diesem Kurs teilzunehmen.

Als ich zum ersten Mal von dem Angebot dieses Kurses hörte, war ich sehr neugierig auf die neue Form des Unterrichts mit der ich zum ersten Mal konfrontiert wurde. Ich war sehr gespannt darauf wie es sein würde, wenn das typische Schüler Lehrer Verhältnis einmal aufgelockert wird und man sich gemeinsam an die Sache macht, sich neue Horizonte anzueignen. Auch wollte ich mich testen, wie sehr ich in der Lage bin, mich in ein Gruppengefüge konstruktiv einzuordnen. Ich denke, das durch die Art, wie der Kurs ausgeübt wird, sehr gut in der Lage bin, zu testen wie gut mir das gelingt und vor allen Dingen mich auch in dieser Hinsicht zu verbesseren.

Der Titel „Kommunikation und Rhetorik“ berührte mich in sofern, da es in unsere Gesellschaft immer wichtiger wird, nach aussen hin ein richtiges Bild abzugeben. Ausserdem kriegt man oft zu hören wie wichtig es mittlerweile  sei rhetorisch überzeugen zu können. Für mich stellt sich aber die Frage was hinter dem steht was einer sagt. Ich halte es für wichtig einordnen zu können, inwiefern  zum Beispiel  hinter der Aussage eines Politikers überhaupt Substanz steckt. Oder ob sie nur darauf aus ist beim Publikum eine bestimmte Wirkung zu erzeugen. Da sich ja schon heute so gut wie alles über die Medien abspielt sollte man sich die Fähigkeit aneignen auch das bewerten und in den Gesamtzusammenhang einordnen zu können was einem jeden Abend auf dem Fernseher präsentiert wird.

Beiträge zum Seminarkurs

 

Bis jetzt gab es drei wesentlich in Alein oder Teamarbeit gestelle Beiträge. Diese waren die Beantwortung der Analysefragen, das schreiben und halten einer Räde über ein Thema über den Seminarkurs, das uns bewegt hatte und die Komposition eines Dialoges aus Faust 1 bei dem man eine Person durch eine erfundene ersetzt hat.

 

1. die Analysefragen

Frau Weiß teilte uns am Anfang des Jahres Blätter aus mit speziellen Fachwissen und Fachbegriffen, die das Fundament der einzelnen Arbeiten bildeten. Dieses hatten was wir gelernt haben konnte Wissen galt es sich anzueignen. Ihre eigentümliche Ausdrucksweise macht die Sache nicht gerade einfach. Ob wir auch verstanden n wir anhand der am Ende gestellten Fragen überprüfen. Die Fragen waren so konzipiert das man sich willkürlich einen Text als Vorlage nehmen kann und die Fragen dann auf diesen Text anwendet. Als Textvorlage entschieden wir uns für einen Auszug aus Goethes Faust. Warum wir uns für diesen Text entschieden kann ich leider nicht mehr sagen. Mir schien aber das die anderen Alternativen die uns Frau Weis in Aussicht stellte auch nicht viel attraktiver waren.

Es galt nun sich den Text durchzulesen und auf die Fragen anzuwenden.

Um überhaupt auf die Fragen eingehen zu können mußte man sich vorher die Blätter durchlesen, was anfangs sehr gewöhnungsbedürftig war. 

 

Auf den Blättern wurde uns als erstes der Begriff der Autopoiesis dargelegt. Allein über diesen Begriff unterhielten wir uns eine ganze Stunde lang. In den Blättern stand darüber: „Die Verknüpfung von Sinneseindruck und Vorstellungen bzw. Relation erfolgt zwar nie ohne Austausch mit der Umwelt aber immer autopoietisch (=selbstorganisatorisch) -  unter Nutzung vielfältiger Codes/Zeichensystemen/Sprachen“

Was bei der Diskussion für mich als wesentliches herauskam, war das man sich klarmachen muß, das wir immer nur eine Vorstellung über das entwickeln, was der andere denkt. Wir wissen nie was genau der eine mit einem bestimmten Thema verknüpft sondern wir versuchen immer nur unsere beiden Modellvorstellungen mit einander abzugleichen oder uns vorzustellen. Ich denke dies beinhaltet auch den Begriff kommunikatives verstehen. Man kann dies sicherlich noch deutlicher und differenzierter betrachten aber ich denke das wichtige ist das man sich klarmacht das Kommunikation mehr als ein Mitteilungsprozess ist der mehr als nur auf ein Ebene geführt wird. Kommunikation ist auch ein fortlaufender Prozess, der auch nicht dann aufhört, wenn zum Beispiel das Gespräch zweier Leute beendet ist.Bei einem Gespräch fließt in die Kommunikation fließt auch die Körpergestik, die oft aufschlußreicher sein kann wie das gesagte selbst, die Gestaltung des Raumes oder die soziale Beziehung der beiden Gesprächspartner mithinein. Dies genannten Faktoren könnten sicherlich noch um unzählige ergänzt werden. Auch findet Kommunikation nicht nur zwischen Lebewesen statt. Es hört sich zwar komisch an aber wenn ich mich unter einen Baum liege, um etwas im Schatten zu stehen, so befinde ich mich mit diesem in einem Kommunikationsprozess, da ich doch versuche über seine Eigenschaften klar zu werden. Der Baum sendet mir, durch seine Beschaffenheit, Informationen über seine Beschaffensmerkmale (Farbe, Größe, etc.), die ich für mich gewichte und in Relation setzte. Durch mein Verhalten sende ich ihm gleichzeitig eine Rückinformation, die er empfängt (dies tut er zwar sichtlich, aber er wird es sicherlich merken wenn ich mich gegen ihn lehne).

Intressant war es zu erfahren, was es für gegenseitige Vorstellungen Fragestellungen oder Definitionen zwischen uns gab und besonders wie unterschiedlich sie waren. Oft war es so das wir bei einem Fachausdruck ganz verschiedene Definitionen parat hatten. Dann fragten wir Frau Weiß und sie erzählte uns darüber was ganz anderes was wir vorher noch gar nicht erlebt hatten.

 

Skeptisch begann ich mir den Auszug aus Goethes Faust durchzulesen. In mir wurden Erinnerungen an unzählige Deutscherörterungen wach, bei denen ich alle versagt habe. Dies beeinflußte auch wesentlich meine Haltung zum Text da ich voreingenommen war und dachte das dies wieder ein Stück wird das sich zum lesen genau so gut eignet wie ein Auto ohne Räder zum fahren. Als ich mir den Text dann zum ersten Mal durchgelesen hab wurden meine anfänglichen Gedanken auch bestätigt. Mir fällt es unheimlich schwer mich bei einem Text der mich überhaupt nicht intressiert zu konzentrieren, so daß ich das überhaupt aufnehme was im Text steht. Mein wissen über den Text war relativ oberflächlich, als ich in die Stunde ging in der wir anfangen wollten die Analysefragen zu beantworten. Ich wußte es ging um einen Schüler der einen Lehrer fragt was er studieren soll und der Lehrer rät ihm irgendwie von sämtlichen Fakultäten ab und empfiehlt ihm die Medizin weil der Titel die schönen Frauen anzieht. Berührt oder betroffen hatte mich der Text eigentlich nicht. Als ich mich dann als Team mit Florian zusammen an die Beantwortung der Fragen machte hatte ehrlich gesagt keine große Lust. Das hing aber vielmehr damit zusammen, dass ich wußte jetzt wird ein Haufen Arbeit auf uns zukommen. Das hemmt im allgemeinen meine Motivation.

Vorneweg will ich dazu aber sagen, das es  für mich im nachhinein vielleicht psychologisch wichtig war, mich durch das ganze durchzubeißen. Ganz am Anfang hatte ich mir gedacht das schaffst du nie. Besonders zu dieser Anfangszeit wurde mein Ehrgeiz und meine Hartnäckigkeit auf eine schwierige Probe gestellt. Doch mit der Zeit wurde alles für mich weniger verschwommen und ersichtlicher. Ich glaube auch das die Eingewöhnungszeit am Anfang immer die schwierigste ist. Diese aber zu überwinden macht einen schon etwas glücklich.

 

Bei den Diskussionen mit Florian ist mir aufgefallen wie wenig wir beide eigentlich auf die Vorstellungen des Anderen eingegangen sind. Wenn jemand im Gespräch eine Frage beantwort hat, so hielt er seine Antwort erstmal für die richtige, die es überhaupt nicht nötig hat, sich mit anderen Meinungen  noch auseinander zu setzten. Manchmal hatte ich den Eindruch wir sprechen von zwei verschiedenen Texten.

 

Zum Beispiel bei der Frage in welcher Weise unbewußtes im Spiel sei. Ich ging zunächst davon aus, das der Schüler sich überhaupt nicht bewußt ist was für Folgen seine Aussagen haben können oder was er überhaupt mir seiner Aussage bezweckt.  Florian war der Meinung die Aussagen des Schülers dienen allein dazu sich vor Mephisto zu profilieren wolle und dies geschehe keinenfalls unbewußt. Nun galt es die diversen Aussagen argumentativ zu belegen. Leider kamen wir erst nach dem Eingreifen von Frau Weis zu einem Nenner. In meinen Augen wurde durch ihre Aussagen klar, das ich den Text von der falsch angepackt habe. Ich war nicht in der Lage einen Zusammenhang zwischen den einzelnen Aussagen der beiden Gesprächspartner auszumachen. Mir war anfangs überhaupt nicht klar was Mephisto mit seinen Aussagen überhaupt bezwecken will. Das seine Aussagen dem Schüler nicht gerade dienlich sein konnten lag ja auf der Hand. Aber wieso agiert Mephisto so und sagt ihm nicht einfach was er von seiner Fragerei hält?

Ich denke das die Fragen uns dazu bringen sollten ein Bild der von den beiden Autopoiesis der Gesprächspartner zu erhalten. So sind wir in der Lage die einzelnen Aussagen der beiden Gesprächpartner zu begründen. Was mich geärgert hat war das wir als Gruppe immer auf die Denkanstöße die uns Frau Weis gegenben hat angewiesen, da wir diese brauchten um auf neue Sichtweisen und Ebenen zu gelangen. Bei der Frage nach dem unbewußten im Spiel kamen wir dann dadrauf das keiner der beiden Gesprächspartner durch seine Aussagen bewirkt das das denken des anderen einen Fehlentschluß, berufen auf Denkfehlern, enhält. Somit handeln sie auch bewußt.

Alles in allem war die Zeit in der wir uns mit diesen Fragen beschäftigen für mich sehr wechselhaft. Manchmal war es echt langweilig, andere Male hat es sogar Spaß gemacht. Mir wurde auch klar das bei dieser Art von Arbeit, die Qualität der Ergebnisse auch wesentlich von dem oder den Teampartnern getragen wird. Dies gibt der Sache einen zusätzlichen Reitz.

2. Vortrag

 

Die Aufgabenstellung hörte sich zunächst einfach an. Jeder sollte einen Vortrag über seine bisherigen Eindrücke des Seminarkurses vorbereiten. Die Themenbereiche waren völlig willkürlich. Die Vorträge würden dann vor dem versammelten Kurs gehalten werden.

 

Als ich mich daran machen wollte mir eine Art Vorlage anzufertigen viel es mir schon bei der Anrede sehr schwer mich für eine geeignete Form zu entscheiden. Überhaupt schien mir der Einstieg einer der schwierigsten Parts zu sein. Die Frage die ich mir stellte war wie bringe ich die Leute dazu, das sie nicht gleich schon bei der Anrede das Gefühl bekommen mir geht es überhaupt nicht darum irgendwas ihnen zu vermitteln sondern nur meine Redezeit irgendwie zu füllen. Eine weitere Angst war das ich durch meine Formulierungen überhaupt nicht das Intresse der Leute wecken würde, sondern die sich regelrecht schwertun das aufzunehmen was ich ihnen vermitteln will.

Ich entschied mich dann dafür die Anrede spontan zu wählen und mir ersteinmal anschauen wie das die anderen so machen. Generell wollte ich erst einmal Eindrücke sammeln, wie denn die anderen bei ihrer Rede vorgehen.

Ein weiteres Problem war, in welcher Form ich mir eine schriftliche Vorlage für die Rede zurechtlegte. Es gab die Möglichkeit sich nur auf Stichwörter zu begrenzen. Doch da kam dann die Befürchtung auf irgendwie den Zusammenhang zu verlieren oder unschlüßig zu werden. Oder aber ich hätte mir die Rede wortwörtlich aufschreiben zu können. Da sah ich aber die Gefahr, dass die Rede sehr monoton wirken könne. Der Zuhörer würde dann den Eindruck erhalten ich lese nur vom Blatt, was ich mir auf keinen Fall vornehmen wollte.

Schließlich entschied ich mich dafür meine Rede stichwortartig vorzubereiten. Ich war der Meinung das ich in der Lage sei die Rede dann immer noch flüssig vorzutragen aber immer noch so zu sprechen wie ich normal auch rede.

 

Die Reden wurden auf einer Art Podest gehalten um das herum die einzelnen Teilnehmer saßen. Jede Rede wurde auf Video aufgezeichnet.

Sicherlich war dies für alle eine ungewohnte Situation.

Im folgenden gehe ich auf die Reden der einzelnen ein und die Besprechung die nach allen Reden noch mal über jede einzelne gehalten wurde.

 

Flo: Florian übernahm freiwillig die unangenehme Aufgabe als erstes seine Rede zu halten. Dies zeigt sicherlich von einem gewissen Selbstbewußtsein. Anderseits wollte er es sicherlich hinter sich bringen. An die Rede im einzelnen kann ich mich leider nicht mehr genau erinnern. Insgesamt gab er sich sehr souverän. Die Frage stellt sich ob er das wohl auch innerlich war. Dies verneinte er dann auch im folgenden Gespräch. Die Gestikulation, besonders mit den Händen und mit dem Gesichtsausdruck, fand ich sehr gut mit der Rede verknüpft. Auch die Betonung passte dazu. Was mir nicht gefiel und worauf auch der Kurs im nachhinein noch mal eingiengen war die Umschreibung des Inhalts mit sehr vielen aneinandergereihten Sätzen, die bei näherer Betrachtung etwas zusammenhangslos waren. So wurde doch der Kern der Aussage verschwommen. Wenn ich die Rede nochmal sehen würde könnte ich sicherlich einige solcher Fälle herausgreifen.

 

Meilie: Meilies Rede fand ich fachlich am ausgefeiltesten. Ich denke ihre Rede hielt am meisten Substanz. Vielleicht wurde es durch die Komplexität auch etwas unübersichtlich. Ich möchte sie ja nicht kritisieren aber manchmal redet sie wie ein Wasserfall. Das ist überhaupt nicht negativ gemeint. Das was sie zu viel redet rede ich zu wenig. Aufjedenfall fühlte ich mich durch diese aufbrausende Art doch etwas überfallen. Aber wir wissen ja alle wie schwer es ist sich selbst in den Griff zu kriegen.

 

Tanja: Tanja hatte sich ihre Rede wohl zu Hause sorgsam einstudiert. Vielleicht war sie deshalb wohl etwas verunsichert, wenn sie mal kurz vergaß was sie sagen wollte. Ich denke das passiert wohl jedem. Das Problem ist wohl das wenn ich mir vornehme einen Text wortörtlich frei wiederzugeben und ich vergesse kurz wo ich bin, dann brauch ich doch eine sehr lange Zeit bis ich mich wieder an die richtige Stelle hineinversetzt habe. Diese Zeit versuchte sie andauernd mit zahlreichen „ähhs“ und das sortieren ihrer Haare zu überwinden. Das sicherlich mal erlaubt aber nicht so oft das es auffälig wird. Ein freier Redner hätte wohl den Inhalt spontan nach seinen Worten wiedergegeben und nicht nach seinen vorbereiteten Formulierungen gesucht. Das wäre weitauf unauffälliger gewesen. Aber ich denke das sind alles Dinge, die nach einer Weile weiterer Übungen verschwinden werden.

 

Vera: Veras Rede ist mir am meisten inhaltlich hängengeblieben. Wahrscheinlich weil sie mich auch am meisten persönlich traf. Vom optischen her erschien sie mir etwas blaß was durch ihre weiße Schminke wohl noch verstärkt wurde. Aber dafür war ihre Rede doch um so spannender, da sie für mich eine sehr Intressante Diskussionen anregte an der man hautnah das Thema Kommunikation miterleben konnte. Der gesamte Kurs stellte ihre Art zu kritisieren in Frage. Sie kritisierte das einige Mitglieder nicht regelmäßig und mit eher faulen Ausreden an diesem Kurs nicht teilnehmen. Es war völlig offensichtlich das sie sich dabei auf mich bezog. Weiter bemängelte sie wie einige sich durch ihr Verhalten nicht richtig einfügen. Für bemerkenswert halte ich auch den Schluß: „Wenn sich das Verhalten dieser nicht ändert dann ist diese Gruppe in ein paar Monaten tot“. Das ist das einzige Zitat einer fremden Rede das ich mir noch später merken konnte. Dabei muß ich mich auch hinterfragen ob ich überhaupt richtig zugehört habe. Was an dieser Stelle auch noch erwähnt werden muß ist ihre kritische Meinung ich hätte bei den anderen Vorträgen gar nicht zugehört sondern hab meine Vorlage für die Rede geschrieben. Durch all die Bemerkungen entstand wohl die emotionalste Diskussion die in diesem Kurs je geführt wurde. Zu der letzten Behauptung werde ich später noch eingehen.

Über was sich der Kurs im allgemeinen monierte war nicht der Inhalt sondern, die Art wie sie ihre Kritik vorgetragen hat. Der Kurs im gesamten fühlte sich wohl zurecht angegriffen und begann sich deshalb zu wehren. Aber bei der Frage von Frau Weis wie wir diese Kritik formuliert hätten kam es zu recht unterschiedlichen Auffassungen. Grundsätlich kamen wir zu dem Entschluß das die inderekte Kritik völlig unangebracht sei. Deutliche Unterschiede gab es jedoch bei den einzelnen Formulierungen. Ich war der Meinung sie hätte mir ihre Kritik knallhart ins Gesicht sagen sollen. Andere waren der Auffassung sie hätte Kritik und vor allem den Satz am Anfang weicher formulieren sollen. Worauf es aber ankam war aber die Tatsache das es vermieden werden sollte, das wir uns angegriffen fühlten. Deshalb sollte ihre Formulierung wohl so gewählt sein, das nicht der Eindruck entsteht sie würde von uns mündigen Bürgern etwas fordern. Denn wenn sie uns erklärt wir sind unpünktlich oder gar nicht an dem Kurs interessiert und deswegen gehen wir alle kaputt, so ist darin doch eine Forderung inbegriffen. Deswegen fühlte sich der Rest auch angegriffen und reagierte so abweisung. Idealer wäre es doch wenn sie gesagte hätte ich in meinen Augen sehe ein dies so und so, wie seht ihr das? Dies wäre doch eine konstruktive Basis eine Problem zu erörtern und zu diskutieren.

Wenn ich ehrlich wäre ich genau so vorgegangen wie sie. Trotzdem finde ich es positiv die Kritik überhaupt auszusprechen, was sich manch anderer wohl gar nicht erst getraut hätte.

 

Dennis: Meine Rede betrachte ich persönlich sehr kritisch. Inhaltlich versuchte ich meine Auseinandersetzung mit den Analysefragen in einer Pro/Contra Form darzulegen, was mir mißlang. Ich hatte mir zuhause jede Menge Argumente für beide Seiten zurechgelgt. Als ich dann so zu erzählen begann, fing ich mit den negativen (mit dem was mir nicht gefiel) an. Dies machte ich so ausführlich, das ich das Gefühl hatte, das wenn ich jetzt noch lange weiterrede mir gar keine mehr zuhört. Deswegen verknappte ich  meine positiven Argumente so sehr das ein deutliches Ungleichgewicht entstand. Woran das Problem genau lag weiß ich nicht. Vielleicht hätte ich das Stück  vorher einmal ganz durchgehen und nicht nur auszugsweise ein paar Bekannten vortragen sollen. Ein paar Teile meiner Rede blieben den Teilnehmern offensichtlich besonders gut im Gedächtnis. Dies waren oft stellen in denen ich doch sehr stark meinen Dialekt gebraucht habe. Im nachhinein glaube ich das der Gebrauch des Dialektes wohl eher eine spontane und unterbewußte Reaktion war, obwohl ich genau wußte das das ganze somit etwas witziger wurde, was auch die Aufmerksam der Zuschauer weckte. Ich denke eine gut gehaltene Rede hat solche Mittel nicht nötig. Ich würde das doch eher als Polemik bezeichnen, da man versucht die Zuhörer nicht mit Argumenten sondern durch aussergewöhnliche Aktionen für sich zu gewinnen versucht.

Ein weiteres Problem war die Nervosität die mich vor allem vor der Rede richtig nagte. Ich war als ich das Rednerpult betrat so nervös das ich angefangen zu schwitzen habe, was wohl kaum einer bemerkt hat. Nach den Aussagen anderer hat man meine Nervosität auch nicht so bemerkt. Ich denke das ich dies nach aussen auch bewußt heruntergespielt habe. Am Anfang meiner Rede sagte ich, das mein persönliches Ziel das ich in diesem Kurs erreichen will unter anderem sei das ich nicht mehr so stottern wolle, wie dies im Moment der Fall ist. Die Anderen sagten ich hätte nicht gestottert aber am Anfang der Rede kämpfte ich wirklich damit irgendwie überhaupt ein Wort herauzubringen. Ich hatte das Gefühl das mein Lippen nicht mehr das tun wollten was ich ihnen abverlangte. Auch war mein Gehirn nicht mehr in der Lage mir das zu vermitteln was ich jetzt eigentlich sagen wollte. Dies wurde zwar im Laufe der Zeit besser, aber es beeinflußte merklich die Qualität meiner Rede.

Sicherlich ist eine gewisse Grundnervosität vor einem solchen Ereignis wichtig, aber zu viel ist auf keinen Fall erstrebenswert. Als ich mir die anderen Reden so anhörte, fand ich an meiner Rede plötzlich immer mehr Punkte die ich für zweifelhaft hielt und es deswegen für besser fand sie zu ändern. Das war eigentlich recht stumpfsinnig. Zum Beispiel änderte ich fünfmal die Anrede. Als ich ans Podest trat wußte ich aber immer noch nicht welche Anrede ich jetzt eigentlich nehmen solle. Dementsprechend zaghaft fing meine Rede auch an.

Ich kritzelte wie wild auf meinem Blatt herum. Zum Beispiel überlegte ich anstatt der Wortes Chaos Unruhe sagen sollte. Ich entschied mich für das letztere. In der Rede griff ich aber dann doch wieder das Wort Chaos auf weil ich mich nicht wieder an das neue entsinnen konnte. Das war auch der Grund warum ich die ganze Zeit während der anderen mir Notizen machte um auf Veras obigen Vorwur einzugehen.

Als ich mir das Video ansah gefiel mir natürlich meine Stimme nicht. Ich halte sie für schwach und nicht sehr ausdruckstark. Ein Problem ist wohl das jemand seine eigene Stimme anders hört wie der Rest seiner Umwelt. Wenn sich jemand von aussen betrachtet dann würde er oft sicherlich anders reagieren und manche Reaktionen sind ihm sehr peinlich. Aber dies ist auch denke ich sicherlich Übungssache.

 

Frau Weis: Ihr Rede war sehr proffessionell. Leider habe ich keine Ahnung mehr worum es ging. Was wir alle feststellten war das sich ihre Stimmlage kaum verändert hat zudem wie sie auch normal mit uns sprach. Ausserdem war sie die einzige die auch ihre Zuhörer direkt angeschaut hat. Die Anderen sind da mehr oder wenige dem Blickkontakt ausgewichen. Das ich mir nichts von ihrer Rede behalten konnte liegt wohl mehr mit meinem uneffektiven Kurzzeitgedächtnis zusammen.

3.Dialog

 

Die Aufgabe bestand einen Dialog aus dem schon mehrfach erwähnten Textauszug von Faust mit der Ersetzung einer der beiden Personen zu schreiben. Verständerlicher Weise gab es bie dieser Aufgabenstellung anfangs von sämtlichen Seiten Unmutsäusserungen. Das ist sicherlich eine sehr spannende Aufgabe mit der aber auch jede Menge Arbeit verbunden ist.

Als ich mir daheim mein vorgehen überlegte stellte sich für mich zuerst die Frage welche der beiden Personen ich ersetzte. Ich entschied mich für den Schüler, da ich seine Autopoiesis für so einmalig hielt, das ich es schade fände sie wegzulassen. Den Schüler war für mich eine greifbarere Person. Vielleicht auch eine die man sogar real Antreffen kann. Deswegen fiel es mir auch schwer ihn einfach zu streichen. Ich entschied mich für eine Kompromißlösung, die zwei Gesprächspartner zwanzig Jahre später wieder aufeinanderzukommen lassen. Der Schüler sollte sich dann in eine mündige Person gewandelt haben, die versucht in die Autopoiesis Mephistos einzudringen. Dies war aber nicht der Arbeitsauftrag und ich freute mich eine zweiten Versuch machen zu dürfen. Ich bin der Meinung dies entspricht sehr wohl dem Arbeitsauftrag da sich ja die Autopoiesis des Schülers in den zwanzig Jahren grundsätzlich geändert hat. Das sich die von Mephisto ändert nehme ich eigentlich nicht an. Er ist ein alter Mann, ein weiser Gelehrter, der in sich ausgeglichen wirkt. Das er seine Ansichten redikal ändert halte ich nicht für möglich. Ich hätte in diesen Punkten doch etwas mehr nachhaken sollen.

 

Bei dem zweiten Dialog ersetzt ich den Schüler nun eindeutig durch einen anderen Schüler. Dieser sollte in meinen Augen gegenüber seinem Vorgänger unterscheiden durch: - selbstbewußtes Auftreten

er sollte nicht an autoritäre Personen glauben

er sollte der Argumentationsführung und Begrifflichkeit seinen Gegeübers so tun als würde er sie verfolgen können

er sollte mehr Selbstsicherheit und Situationsüberblick erlangen

 

Der Schüler hat von dem Gespräch von Mephisto und seinem Vorgänger mitgekriegt. Er ist somit vorbereitet auf die nichtssagenden Aussagen von Mephisto. Mephisto ist dehalb nicht einfach in der Lage zu veralbern.

 

Als ich das Gespräch vorlas, war zunächst niemand in der Lage dem ganzen zu folgen. Im Gesprächskreis konstatierten wir das es logisch in sich nicht schlüssig war. Die Figur des ersetzten Schülers nahm bei mir völlig verschiedene Züge an und das gleich Abschnittsweise.  Ich begann meinen Dialog damit das sich der Schüler mit den Worten „vor ihnen steht einer der dümmsten und faulsten Schüler die die Welt je gesehen hat“ vor Mephisto vorstellt. Damit wollte ich bezwecken das der Schüler versucht Mephisto reinzulegen, das er ein neues Opfer hat, dem er seine Meinungen kund tun kann. Genau diese Linie verfolge ich aber nicht weiter. Im weiteren Text gibt sich der Schüler einmal als der jenige der seine Mephistos Thesen bejaht, dann als einer der sie ablehnt oder sich mit ihnen bereits gedanklich auseinandersetzt. Als mir die meine unlogisch gebaute Konstruktion aufzeigten wurde mir klar was ich wirklich gemacht habe. Für mich gab es in diesem Abschnitt so viele Intressante Fragestellungen da ich alle versuchte in diesen Dialog zu stecken und möglichst noch zu beantworten, obwohl die alle überhaupt nicht zu einander passten.

 

Desweiteren beschäftigten wir uns noch mit dem Dialog von Vera, die Mephisto durch einen anderen Studenten ersetze die schon etwas studierte. Der ältere Student spielte gegenüber dem Neuling den Moralapostel der ihm erzählt das seine Motive des studierens total falsch sein. Ausserdem spricht er ihn als „gleichen“ und „aus armen Verhältnissen kommend“ die zusammenhalten müßten gegen das Böse und Mächtige auf dieser Welt. Auch bei diesem Gespräch kamen wir zu dem Entschluß, das es so nie stattgefunden haben kann.

Zunächst einmal fragten wir uns das Recht das sich der ältere Student nimmt den Neuling als „seinesgleichen“ zu betrachten. Das ist doch schon eine Kategorisierung die sich niemand gefallen lassen muß. Woher will denn er den die sozialen Verhhältnisse des neuen Studenten kennen, wenn es im Text nicht eindeutig dargelgt wird. Woher nimmt er sich das Recht ihn mit sich auf eine Ebene zu stellen? Das läßt doch niemand einfach so mit sich machen. Woher kennt er überhaupt meine Ziele und Absichten? Jeder Mensch  würde sich das wohl einfach nicht gefallen lassen.

 

Den Vortrag von Tanja und Flo konnten wir leider aus zeitlichen Gründen noch nicht besprechen.

 

Ich denke wir haben uns bei dieser Aufgabe nicht auf den logischen Aufbau eines Gesprächs geachtet. Wenn jemand Leute auf der Straße so ein Gespräch führen, würde man sie wohl in die Irrenanstalt schicken. Vielleicht liegt das Gespräch aber auch an der Textvorlage. Ich halte den ausgesuchten Text für sehr kompliziert für solch eine Aufgabe da die Autopoiesis einen Mephistos nicht sehr leicht zu durchschauen ist. Ausserdem würde ich gerne mal zeigen das ich auch in der Lage bin meine Gedanken zu sortieren und somit nicht nochmal so einen kauderwelsch wie das letzte produzieren werde.

Als wir darauf kamen was man noch als Gesprächsvorlage für einen neuen Dialog nehmen könnte kamen wir auf die Idee zum Beispiel eine Dialog zwischen einem Seminarkurs Teilnehmer und Frau Weis zu kreieren. Das Thema ist noch nicht näher bestimmt könnte aber im Bereich der Politk liegen. Über Arbeit werd ich mich wohl in nächster Zeit nicht beklagen können.

 

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Dokumentation

 

Unsere erste Aufgabe im Seminarkurs, nachdem wir uns für Teamwork entschieden hatten, war uns auf die Gruppengröße zu einigen. Wir entschieden uns, als eine große (d.h. 5-köpfige) Gruppe zu arbeiten. Doch schon bei unserer nächsten Aufgabe, der Auswahl eines Textes für eine anschließende Textanalyse, scheiterte die Gruppe. Das Scheitern hatte mehrere Gründe:

1.   Wir wählten nach den falschen Kriterien aus, nämlich nicht danach, ob

     sich der Text zur Analyse eignet, sondern ob er uns bekannt war, bzw. ob er uns gefiel.

2.   Wir konnten uns nicht auf einen Text einigen, da zu viele verschiedene   Meinungen aufeinander trafen und keiner von uns wirklich       kompromißbereit war.

3.   Es stellte sich der bekannte Mädchen gegen Jungen Konflikt ein.

 

In der nächsten Woche bestand ein weiteres Problem der großen Gruppe darin, dass wir keinen gemeinsamen Termin fanden, an dem wir alle Zeit hatten bzw., dass einige genau an diesen Terminen keine Lust hatten.

 

Da die Gruppe nach zwei Wochen immer noch nicht weitergekommen war. Bekamen wir von Frau Weis einen Text vorgegeben (ein Gespräch zwischen Mephisto und einem Schüler aus Faust I). Diesen bearbeiteten wir in einer zweier Gruppe ( Dennis, Florian) und einer dreier Gruppe ( Meilie, Tanja, Vera). Wir ( dreier Gruppe) hatten zwar ausgemacht, dass jeder bis zur nächsten Sitzung die ersten 15 Fragen beantworten sollte, was auch gemacht wurde, doch wir konnten uns trotz geringerer Gruppengröße immer noch nicht auf eine Antwort einigen, mit der jeder wirklich zufrieden war, bei einer Frage schrieben wir sogar getrennte Antworten auf.

Also war auch die dreier Gruppe, genau wie die fünfer, (noch) keine gute, produktive Lösung.

In der nächsten Woche arbeitete ich dann nur noch in einer zweier Gruppe mit Meilie zusammen. Zu zweit kamen wir dann recht schnell voran, da wir uns meist auf anhieb einig waren, wobei aber zu überprüfen bleibt, ob das an der kleineren Gruppe, daran, dass wir uns mittlerweile gegenseitig besser kannten, daran, dass wir die Fragestellungen besser verstanden lag, oder, wie ich glaube, an allen drei Faktoren zusammen lag.

Das einzige was uns bei unsere Arbeit aufhielt, war dass wir alle antworten erst abtippen mußten, was uns sehr viel Zeit kostete. Deshalb machten wir aus, dass ich bis zur nächsten Sitzung alle 30 Antworten auf Diskette mitbringe. Das funktionierte dann auch wunderbar, wir kamen sehr schnell voran und mußten nur hier und da mal etwas umformulieren und keine Zeit mehr an das Eintippen mehr verschwenden.

8Dieser Analyseteil war zwar sehr anspruchsvoll und bereitete mir teilweise großes Kopfzerbrechen, bot mir aber auch eine interessanten Einblick und      Einstieg in unser Seminarkurs Thema Kommunikation.

 

Nachdem der Analyseteil beendet war, sollten wir auf die nächste Sitzung eine Rede über das, was uns in den bisherigen Sitzungen am meisten beschäftigt hat, vorbereiten und dann halten. Ich entschloß mich nach langem Überlegen in meiner Rede das Verhalten der Gruppe als Team zu kritisieren, da mir viele Verhaltensweisen in der Gruppe (meine eigenen mit eingeschlossen! ) nicht gefielen, z.B. Unpünktlichkeit und das Sich-Vor-Der-Arbeit-Drücken. Als ich die Rede zu hause Stichwortartig aufschrieb, sie im Kopf durchging und sie auch vor meiner Familie hielt, dachte ich eigentlich, dass meine Aussage und meine Gedanken klar verständlich wären. Doch als ich die rede vor der Gruppe halten mußte, war alles gar nicht mehr so klar, meine „coolness“ wich der totalen Aufregung, obwohl es eigentlich keinen Grund zur Aufregung gab, es ging sogar soweit ,dass ich die Reihenfolge meiner Rede trotz Stichwortzettel durcheinander brachte. Alles in allem ging meine Rede total in die Hose, der Ton meiner Rede war „voll daneben“, sie war mehr provozierend als konstruktiv und sie kam vollkommen anders rüber als ich es gewollt/geplant hatte.

8    Ich konnte vorher nicht glauben, dass es so schwer sein kann     unmißverständlich mitzuteilen und vor allem beim Kritik Üben niemanden zu     verletzen. Außerdem dachte ich nicht, dass allein die Tatsache vor einem Pult zu stehen und zu reden sooo viel Aufregung verursacht, obwohl man       zu den gleichen Leuten spricht wie sonst und eigentlich nichts anderes     macht als ihnen von seinen eindrücken zu erzählen, was einem mit ihnen in      der Runde sitzend nicht einen einzigen Funken an Nervosität gekostet        hätte. Ich glaube aber, dass diese Nervosität darauf zurückzuführen ist,     dass man diese Situation noch nie erlebt hat. Wenn ich daran denke wie     aufgeregt ich vor meinem ersten Referat in der Schule war und wie      gelassen ich heute vor den meisten Referaten bin, sehe ich meinen    zukünftigen Reden schon etwas gelassener entgegen. Außerdem heißt es ja        man soll aus Fehlern lernen und von denen habe ich ja schon genug   gemacht, jetzt muß ich nur noch versuchen wirklich etwas aus ihnen zu     lernen und sie nicht noch einmal zu machen.

 

Unsere bisher letzte Aufgabe bestand darin eine Person aus dem Mephisto-Schüler-Gespräch gegen eine neu Erfundene auszutauschen eine beizubehalten und diese beiden ein Gespräch führen zu lassen. Diese Aufgabe fiel mir sehr schwer. Ich behielt den Schüler bei und ersetzte Mephisto durch einen Studenten, den ich mit ihm zusammentreffen ließ. Dabei ging ich folgendermaßen vor:

als erstes suchte ich mir im Internet alle wichtigen Analysedaten über den Schüler heraus und schrieb sie auf, anschließend überlegte ich was für ein Mensch der Student sein sollte, wie intelligent, „gut“ oder „böse“, welches Bild hat er von sich, wie gut oder schlecht kann er sich ein Bild von der Autopoiesis seines Kommunikationspartners machen, usw. . Dann versuchte ich mir vorzustellen wie diese beiden Charaktere aufeinander reagieren würden, träfen sie wirklich aufeinander und versuchte aus dieser Vorstellung heraus einen Dialog zu schreiben. Das erfinden des neuen Kommunikationspartners war dabei nicht das Problem, schwierig war es sich vorzustellen wie beide aufeinander reagieren (bei der Analyse des Mephisto-Schüler-Gespräches machten wir ja schon genau das Gegenteil, wir fanden durch das Verhalten der Personen die Daten über sie heraus, die wir nun schon gegeben hatten, was, wie ich sagen muß, wesentlich einfacher war. Wie ich beim Vorlesen in der Gruppe feststellen mußte, war ich auch genau an diesem Punkt gescheitert, zum einen würde der Mensch, den ich mir ausgedacht hatte niemals so reagieren, wie er das in meinem Gespräch tat, zum anderen würde der Schüler auf den (unfreiwillig entstandenen) „Typ“ auf den er dann tatsächlich in meinem Gespräch getroffen ist nie so reagiert, wie er es bei mir getan hat.

8Diese Aufgabe hat mich sehr „geschlaucht“, denn ich hatte mir wirklich     sehr viel Mühe bei dieser Aufgabe gegeben. Ich hatte zwar, weil ich       wußte, dass ich für solche Dinge kein großes Talent habe, nicht erwartet,        dass mein Dialog gut wird, aber dass er so schlecht wird hätte ich dann,        ehrlich gesagt, doch nicht gedacht und irgendwie ärgert es mich in so   einem Moment immer, dass ich dafür, dass es nichts geworden ist, so viel     Zeit investiert habe. Aber es ist halt immer noch kein Meister vom    Himmel gefallen!!!

 

8Ich hätte nie gedacht, dass so viel hinter dem Begriff   KOMMUNIKATION steckt, und wie viele Feinheiten bei ihr eine Rolle      spielen, dass man einen Sachverhalt durch minimale Änderung der     Wortwahl in ein vollkommen anderes Licht rücken kann, ihn einmal    konstruktiv, einmal destruktiv, einmal provokativ wirken lassen kann. Außerdem hätte ich nie gedacht wie aufschlußreich und interessant es sein    kann mit jemanden zusammenzuarbeiten, der sich nicht nur auf meine Kosten einen faulen Lenz machen will, sondern der auch wirklich am Thema interessiert ist und auch eine eigene Meinung dazu hat.

 

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Persönliches Reflektionsprotokoll der ersten Einheit der Seminarkursarbeit bis zum 8.12.00

 

Aufgabenstellung und geplantes methodisches Vorgehen:

 

1a)Unsere erste Aufgabe lautete, anhand eines Kommunikationsbeispiels, Analysefragen zu          beantworten.Informationsmaterial zum Thema Kommunikation bekamen wir gestellt, weitere Hilfestellung sollten wir durch Fr. Weis selbst, uns gegenseitig und das Internet erhalten. Das Kommunikationsbeispiel sollten wir gemeinsam aus Fr. Weis`s Angebot wählen und daran dann die 29 Fragen in Gruppenarbeit,von je zwei Personen, beantworten. Die Ergebnisse wären dann zwecks Internetveröffentlichung in den Computer einzugeben. (Zeitraum: 1./2. Sitzung) 

1b)Anschließend sollten wir via Kurzvortrag den Kurs von unserem persönlichen Gesammtergebnis unterrichten, dies sollte vor laufender Videokamera geschehen. (Vorbereitungszeit und Vortragszeit : 1./2. Sitzung)

 1c)Darauf sollte die Reflektion der Vorträge per Videoaufzeichnung und deren Besprechung folgen. (Zeitraum: 3./4. Sitzung)

 1d)Zum Abschluss der Analysearbeit sollten wir eine creative Umformung des Kommunikationsbeispiels verfassen, d..h. einen der beiden Kommunikationspartner in seiner Autopoiesis verändern. Dieser neue Text sollte auch „internetreif“ dargestellt werden. (Zeitraum: eine Woche Bearbeitungszeit; Vortragszeit: 5. Sitzung)

 1e)Diese erste Seminarkursarbeit sollte schließlich mit einem persönlichen Protokoll über Kommunikations- und Selbsterfahrungshorizontserweiterung, das ebenfalls (anonym) im Internet veröffentlicht werden sollte, abgeschlossen werden.

 

 

Tatsächlicher Ablauf:

 

Aufgrund von Verständnisproblemen und zu geringem Arbeitseinsatz, gelegentlicher Abwesenheit, wie auch Anregungen von Kursmitgliedern wurde das Programm in seinem zeitlichen Rahmen gesprengt.

Anfänglich  wurde das Bestehen des Kurses dadurch gefährdet,dass ein Großteil der Bewerber abgesprungen ist. Auch ich wollte erst wieder abspringen, nachdem ich bemerkt hatte, dass mir mein Stundenplan Probleme bereiten würde, auch sah ich den Zeitaufwand für den Kurs als zu groß. Letztendlich hing das Fortbestehen des Kurses von mir ab und ich habe mich durch den Freitagstermin und dem Nutzen, den ich von dem Kurs haben würde, überzeugen lassen, doch teilzunehmen.

1a)Unsere erste Sitzung verlief ziemlich unglücklich, da wir aus unserem Raum vertrieben wurden und die Sitzung auf den Schulhof verlegen mussten. Auch haben sich nur drei Mitglieder der fortbestehenden Gruppe zusammengefunden. Dennoch sind wir die erste Aufgabenstellung 1a) angegangen, doch scheiterten wir schon daran, uns gemeinsam auf einen Text zu einigen.

So bekamen wir die Aufgabe, uns mit dem Rest der Gruppe, bis zum nächsten Termin in zwei Wochen, zu einigen und gemeinsam die Fragen zu beantworten. Zur zweiten Sitzung trafen wir uns dann bei Fr. Weis, ohne gelöste Aufgabe, dafür aber mit um so mehr Verständnisproblemen. So verbrachten wir die Sitzung damit, Fragen zu klären und letztendlich gab uns Fr. Weis das Mephisto-Schüler-Gespräch aus Faust I  vor, an dem wir auf das nächste Mal die ersten acht Fragen bearbeiten sollten.

Das miteinander Treffen hat nun auch wieder nicht recht funktioniert, so verbrachten wir die dritte,vierte und fünfte Sitzung mit dem Austauschen von Ergebnissen, Einigungsversuchen und Abtippen der Antworten. Dies wurde dadurch erschwert, dass nicht immer alle anwesend waren und sich doch noch Verständnislücken auftaten. Im Laufe der fünften Sitzung besprachen wir Aufgabe 1b) und einigten uns darauf, sie in  Form einer Rede vorzubereiten, deren Aufgabe es sein sollte, in den Zuhörern etwa zu bewegen. Die sechste Sitzung über hielt dann einer nach dem anderen am Rednerpult, im Angesicht der Kamera seinen  Vortrag. Direkt darauf fingen wir mit der Videovorführung, also Aufgabe 1c), an. So hatten wir dann die Gelegenheit zur Selbstanalyse  und bekamen hilfreiche Verbesserungsvorschläge von den anderen. Dies stellte auch noch den Inhalt der siebten Sitzung da. Mit dem Auftrag, Aufgabe 1d) bis zum nächsten Mal zu verfassen,haben wir die Rethorik vorerst abgeschlossen. Zur achte Sitzung sind wir nur zu dritt erschienen und auch nur mit nicht zufriendenstellender Hausarbeit. So wurde die Sitzung zu einer Nachhilfestunde für den kommunikativen Umgang mit „Lehrkörpern“: Zur neunten Sitzung hatten wir es dann gepackt und sind zusammengetreten, um unsere abgeänderten Mephisto-Schüler-Gespräche zu präsentieren. Es gab sehr viel konstruktive Kritik, ich kam aber leider aus Zeitgründen nicht mehr dran. Dies war vorerst die letzte Sitzung, die Aufgabe war noch nicht internetreif, dennoch mussten wir uns schon der nächsten Aufgabe 1e) zuwenden, da wir sehr in zeitlichem Verzug sind und wenigstens die erste Seminarkurseinheit noch vor den Weihnachtsferien abgeschlossen werden kann.

 

Reflektion meiner Horizonterweiterung 

Anfangs dachte ich, mit der Analysearbeit schneller voran zu kommen, wenn ich mich „auf eigene Faust  durchschlagen“ würde. Meine Methode sollte sein, dass ich mich erst in den Unterlagen „schlau mache“, und dann , ohne mich mit anderen Meinungen auseinandersetzen zu müssen, schnell die Fragen abhandle. Aber das war wohl nichts!!! Da hatte ich nämlich einen Text vor mir,der,wie ich dachte, wohl in einer anderen Sprache verfasst sein müsse. Auf deutsch: ich verstand kein Wort! So musste ich akzeptieren, das ich auf die Hilfe der anderen angewiesen war, und denen ging es offensichtlich genauso. Auch wenn wir unsere Möglichkeiten nicht voll ausgeschöpft haben, haben wir uns doch in wechselnden Grüppchen ausgetauscht und uns so etwas „Durchblick“ verschafft. Das hat mich gelehrt, dass man in der Gruppe mehr erreichen kann, als allein, und das man auch durch  Zusammenarbeit persönliche Bereicherung erfahren kann. Ich konnte meine anfänglichen Vorurteile ablegen und denke sogar, so etwas wie Zusammengehörigkeitsgefühl, dass Freundschaft nahe kommt, aufgebaut zu haben.

Auch wenn mich die professionellen Analyseergebnisse von Frau Weiß fast schon wieder desillusioniert haben, denke ich doch behaupten zu können, dass ich einiges über Kommunikation gelehrnt habe. Ich habe verstanden, dass jeder Mensch eine ganz individuelle Autopoiesis besitzt, und dass man das bei seinem Kommunikationspartner berücksichtigen muss, es aber auch für sich ausnutzen kann, je nach dem, was man durch die Kommunikation erreichen will. Gleichzeitg darf man aber auch nicht vergessen, dass die eigene Autopoiesis für das Gegenüber nicht immer selbstverständlich nachvollziehbar ist. Also sollte man, wenn man auf gegenseitiges Verstehen bedacht ist, seine Aussagen und Mitteilungen möglichst eindeutig formulieren. Denn durch Missverständnisse, die nicht behoben werden, kann es leicht zu Konfliktsituationen kommen.

Fordernde Kritik stößt auf Defensivverhalten und wenig Bereitschaft, darauf einzugehen. Konstruktive Kritik dagegen, sollte sich immer in nachfragender  und sich selbst erklärender Art und Weise gestalten , wobei etwas nicht nur für schlecht erklärt werden darf, sondern auch immer Alternativen offeriert werden müssen. Dies habe ich verschiedenen  Kommunikationssituationen innerhalb des Kurses entnommen.

Dieses Phänomen der Konfliktvermeidung habe ich auch zum Thema meiner Rede gemacht, sie sollte einen Apell darstellen, darauf zu achten, was man sagt und wie man es sagt, um das Kursklima zu verbessern. Ich hatte nur einen kleinen Notizzettel mit Stichwörtern vorbereitet, die mir beim Proben reichten, 20min zu reden. Beim Vortrag war ich dann aber so nervös, dass meine Beine zitterten und ich mir mit der freien Hand  die ganze Zeit über durch die Haare gefahren bin. Das wollte ich  überspielen, imdem ich mich besonders locker geben wollte, was  in ein stimmbrüchiges, schrilles Lachen ausgeartet ist . Darüberhinaus habe ich Wichtiges vergessen zu sagen. Das hatte zur Folge, dass meine eigentlich sehr persönliche Rede ganz falsch herüber kam, nämlich albern und oberflächlich. Aus der Videoaufzeichnung habe ich gelehrnt und weiß jetzt, was ich das nächste Mal anders mache und woran ich noch arbeiten muss.

Auch durch die Vorträge der anderen habe ich gemerkt, was für eine entscheidende Rolle der Habitus des Redners,  bei der Wirkung auf das Publikum, spielt.

An die Umschreibearbeit bin ich so heran gegangen, dass ich Mephistos Redeanteile durch die eines Lehrers mit anderer Autopoiesis ersetzt habe, bis ich auch neue Redeanteile des Schülers entwerfen müsste, die ich aber seiner Autopoiesis entsprechen ließ. Die Autopoiesis des Lehrers sollte der des Schülers ähneln, was die Weltanschauung betrifft, wobei dieser dann aber wohl kein Lehrer geworden wäre. Leider konnte ich ja noch nicht vortragen, aber ich bin wirklich schon sehr gespannt auf die Verbesserungsvorschläge, auch wenn ich die Kritik bei den Anderen als etwas zu hart empfand.

Auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob Fr. Weis mit uns zufrieden ist (wie oben genannt spräche ja einiges dagegen!), bin ich doch froh, dem Kurs beigetreten zu sein – manchmal muss man eben zu seinem Glück „gezwungen“ werden!

 

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