Adam Heinrich Müller (1779 - 1829)
Adam Heinrich Müller ist ein Philosoph der Romantik und gehört zum Wiener Romantikerkreis.
MÜLLER, Adam Heinrich, Diplomat, Staatstheoretiker, Ästhetiker, * 30.6. 1779 in Berlin, + 17.1. 1829 in Wien. - A.M. 1798-1801 Studium der Staatswissenschaften in Göttingen, daneben historische und philosophische Studien. 1802 Referendar bei der Kriegs- und Domänenkammer in Berlin. 1805 M. siedelt nach Berlin über; Übertritt zum Katholizismus. Im selben Jahr Umzug nach Dresden. Dort rege literarisch-philosophische Arbeit und Vorlesungstätigkeit. 1809 Aus politischen Gründen aus Dresden ausgewiesen (Sympathie für Österreich !); Übersiedlung nach Berlin. 1811 Geheime politische Mission nach Wien. 1815 im Auftrag Metternichs Kriegskorrespondent; M. begleitet den militärischen Vormarsch nach Paris. Danach Publizist in Leipzig, zugleich österreichischer Generalkonsul. 1826 Rückkehr nach Wien. Anstellung bei der Wiener Staatskanzlei. - A.M. kann als eine der schillerndsten Figuren des konservativen Denkens an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert gelten. Seiner unsteten Biographie entspricht eine Fülle von literarischen, philosophischen und ästhetischen Publikationen, deren Gehalt sehr unterschiedlich zu werten ist. Neben belanglosen Gelegenheitsarbeiten finden sich bei M. philosophisch-historische und ästhetische Publikationen, die auch heute noch Beachtung verdienen. Sein Einfluß auf das konservative Staatsdenken im 20. Jahrhundert (Carl Schmitt) ist unübersehbar. Aber auch die Rhetorik (Walter Jens) sieht in M. eine Herausforderung, die noch nicht abgegolten ist.
Werke: Die Lehre vom Gegensatze, 1804; Vorlesungen über die deutsche Wissenschaft und Literatur, 1806/1807; Von der Idee der Schönheit, 1809; Zwölf Reden über die Beredsamkeit und deren Verfall in Deutschland, 1816; A.M.s vermischte Schriften über Staat, Philosophie und Kunst, Wien 1812/1817; A.M.s gesammelte Schriften, München 1839; Ausgewählte Abhandlungen, Jena 1921/1931; Lebenszeugnisse (hrsg. von Jakob Baxa), München 1966; Kritische, ästhetische und philosophische Schriften, 2 Bände, Darmstadt 1967; Die Elemente der Staatskunst, Berlin 1968.