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LESE-/ANALYSE-PROTOKOLL: . |
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Autor/in: Mascha Kaléko |
Titel:
Emigranten-Monolog Ich
hatte einst ein schönes Vaterland, So
sang schon der Refugee Heine. Das
seine stand am Rheine, Das
meine auf märkischem Sand. Wir
alle hatten einst ein (siehe oben!) Das
frass die Pest, das ist im Sturm zerstoben. O,
Röslein auf der Heide, Dich
brach die Kraftdurchfreude. Die
Nachtigallen wurden stumm, Sahn
sich nach sicherm Wohnsitz um, Und
nur die Geier schreien Hoch
über Gräberreihen. Das
wird nie wieder wie es war, Wenn
es auch anders wird. Auch
wenn das liebe Glöcklein tönt, Auch
wenn kein Schwert mehr klirrt. Mir
ist zuweilen so als ob Das
Herz in mir zerbrach. Ich
habe manchmal Heimweh. Ich
weiss nur nicht, wonach ... |
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TEXT-FORMAT: |
x . Begründung: |
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Bearbeiter/in: |
nadine c. |
Weis |
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1.
W a s t
u t das Lyrische Ich, wenn es
sagt, was es hier sagt? ·
Im Gedicht insgesamt? ·
In jeder einzelnen Strophe? |
Im
Gedicht insgesamt: Das
lyrische Ich beschreibt und
deutet die Vergangenheit,
die Gegenwart und die (voraussichtliche)Zukunft seines Vaterlandes.
Dabei berücksichtigt es die Geschehnisse der drei Zeitstufen, erkennt
aber zudem die Bedeutung die das Geschehen für seine eigenen
Erfahrungen und Gefühle hat. Durch die Überschrift wird deutlich,
dass das lyrische Ich dies aus der Ferne, nämlich dem Exil berichtet,
da das Gedicht „Emigranten Monolog“ betitelt ist. In
jeder einzelnen Strophe: Strophe
1: In
der ersten Strophe zitiert das lyrische Ich zunächst aus dem
Gedicht „In der Fremde III“ („Ich hatte einst ein schönes
Vaterland“ (V.1) und nennt im zweiten Vers seinen Urheber, nämlich
Heinrich Heine. Anschließend vergleicht das lyrische Ich das
Vaterland Heines mit dem eigenen, was es anhand der geographischen
Lage der beiden Vaterländer tut (V.3/4). Strophe
2: In
der zweiten Strophe spricht das lyrische Ich von der Zerstörung
des Vaterlandes. Dazu zitiert es erneut den Beginn des Heine
Zitats, hat aber die Perspektive verändert, indem es nun von ICH zu
WIR wechselt. Das Zitat bricht jedoch plötzlich ab. Außerdem zitiert
das lyrische Ich in Vers 7 aus Goethes Gedicht „Heidenröslein“, bezieht
diesen jedoch eindeutig auf die Zeit des Nationalsozialismus, was
durch die „Kraft durch Freude“ deutlich wird. ~!
Strophe
3: In
der dritten Strophe beschreibt das lyrische Ich die negativen
Dinge die die Zerstörung des Landes mit sich bringen anhand von Vögeln.
Dabei verdeutlicht das lyrische Ich, dass die schönen Dinge
aufgrund der Zerstörung kaputt gegangen sind, da die Nachtigallen und
deren Gezwitscher normalerweise als schön angesehen werden,
verstummen (V.9) und die Heimat verlassen, so dass nur
die Vögeln des Todes, die Geier_ freie Bahn haben und über die
vielen Gräberreihen, die vielen Toten, fliegen können. Anhand der
Zeit lässt sich erkennen, dass es hier sowohl über die Vergangenheit
(Weg gehen der Vögel (V.10)), als auch über die Gegenwart (Schreien
der Geier (V.11)) spricht. Strophe
4: In
der vierten Strophe stellt das lyrische Ich die absolute
Hoffnungslosigkeit fest. Es
bemerkt, dass die Geschehnisse es unmöglich machen den
vorherigen Zustand zu rekonstruieren und die Gegenwart somit nie mehr
rückgängig gemacht werden kann.!! Selbst
wenn die Zustände sich verbessern würden, ist die Vergangenheit
nicht mehr wiederherzustellen (V. 15/16). In der vierten Strophe
befasst sich das lyrische Ich also mit der Zukunft. Strophe
5: In
der fünften Strophe spricht das lyrische Ich über sich
selbst. Es beschreibt seinen eigenen Zustand
und seine Gefühle. Allerdings sind seine Aussagen nicht
absolut, sondern werden durch die Wörter „zuweilen“ und
„manchmal“ abgeschwächt, was bedeutet, dass die Beschreibung
seines Zustandes nicht beständig, sondern nur gelegentlich gültig
ist. Das
lyrische Ich stellt an sich selbst eine Art des Identitätsverlustes
fest, da es vom Gefühl her zwar manchmal Heimweh hat, für
sich allerdings nicht definieren kann wonach.~V!
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n |
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2. Was ist
sein B
e t r a c h t u n g s - G e g e n s t a n d ? ·
Im Gedicht insgesamt? ·
In jeder einzelnen Strophe? |
Im
Gedicht insgesamt: Der
Betrachtungsgegenstand im Gedicht insgesamt ist die Entwicklung für
das Vaterland sowie die persönliche Haltung
des lyrischen Ichs dazu. Dabei beachtet das lyrische Ich
unterschiedliche Zeiten, nämlich die Vergangenheit in der es das
Vaterland noch als schön empfinden konnte, die Gegenwart in der Schönheit
des Vaterlandes gebrochen wird und die Zukunft, die mit absoluter
Hoffnungslosigkeit dargestellt wird, da sich der alte Zustand niemals
wieder herstellen kann. In
jeder einzelnen Strophe: Strophe
1: Der
Betrachtungsgegenstand in der ersten Strophe ist der vergangenen
Zustand des eigenen Vaterlandes, welches das lyrische Ich mithilfe
eines Zitates aus Heines Gedicht mit dessen Heimat vergleicht. Als
Vergleichsebene der beiden Vaterländer nutzt das lyrische Ich die
geographische Lage. ~! Strophe
2: In
der zweiten Strophe ist der Betrachtungsgegenstand die Zerstörung
des einst so schönen Vaterlandes. Aus dem im 8.Vers verwendeten
„Kraftdurchfreude“ lässt sich schließen, dass es sich hierbei um
die Zerstörung des Vaterlandes durch die Nationalsozialismus handelt,
da die KdF die Freizeitorganisation der Nationalsozialisten war. Strophe
3: Die
dritte Strophe ist inhaltlich zweigeteilt, wodurch sich auch zwei
unterschiedlich Betrachtungsgegenstände erkennen lassen. In
den ersten beiden Versen der Strophe ist der Betrachtungsgegenstand
die bereits vergangen Veränderung des Schönen, welche das
lyrischen Ich anhand der schönen Vögel, der Nachtigallen, deutlich
macht, die aufhörten zu singen, in der Suche nach einem
„Wohnsitz“ nicht mehr erfolgreich waren sich demnach nicht mehr
wohlgefühlt haben und das Land verließen. In
dem zweiten Teil der Strophe ist der betrachtete Gegenstand dann die Gegenwart
und der zurückbleibende
Schrecken, der anhand der Todesvögel, der Geier dagestellt wird,
die schreiend über die vielen Gräber fliegen. Strophe
4: In
der vierten Strophe ist der Betrachtungsgegenstand der Ausblick in
die Zukunft, der durch das lyrische Ich von Hoffnungslosigkeit
gekennzeichnet ist. Dabei
wird festgestellt, dass es in keinem Fall zur Wiederherstellung des
alten Zustandes kommen kann, egal was in der Zukunft geschieht. Strophe
5: In
der letzten Strophe ist der Betrachtungsgegenstand der eigene
Zustand des lyrischen Ichs und die Erkenntnis des lyrischen Ichs,
dass ihm etwas fehlt, was es aber weder benennen noch definieren kann.
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3. W e l c h e A u s s a g e n trifft das lyrische Ich dabei bezüglich seines jeweiligen Betrachtungsgegenstandes - Strophe für Strophe/Zeile für Zeile? - Und: W
i e tut es das? |
Strophe
1: In
der ersten Strophe wird zunächst das Thema, nämlich die Schönheit
des Vaterlandes vorgestellt, welche allerdings gegenwärtig nicht mehr
beständig ist, was sich durch das Wort „einst“ ganz deutlich
heraushebt, allerdings auch klar wird, wenn man beachtet, dass die
erste Strophe im Präteritum geschrieben ist. Dieses Vaterland wird
anhand der geographischen Lage mit dem Vaterland Heinrich Heines verglichen, was sich dadurch ermöglicht, dass das lyrische Ich diesen
im ersten Vers zunächst zitiert. Dadurch,
dass das lyrische ich die Vaterländer nur an der geographischen Lage
fest macht, werden diese nicht ausdrücklich vom lyrischen Ich
gewertet, sondern nur objektiv betrachtet. Allerdings steckt in dem
Zitat mit dem Wort „schön“ eine eindeutig positive Wertung, die
auch für das Vaterland des lyrischen Ichs gelten muss, da das
lyrische Ich zwar zunächst zitiert, dann aber die
Aussage der geographischen Lage der eigenen Heimat mit der
Heines gleichstellt, sodass anzunehmen ist, dass diese Gleichstellung
auch für den ersten Vers gilt und somit auch das lyrischen Ich sein
Vaterland mit „schön“ bezeichnete, sich dort also wohl fühlte. ~! Strophe
2: Auch
die zweiten Strophe beginnt mit dem Zitat, um erneut den Bezug zum
Vaterland herzustellen, allerdings ist hier die Perspektive verändert
(Ich -> Wir), zudem bricht das Zitat ab und der Vers endet mit dem
sehr sachlichen und im Grunde nicht in ein Gedicht passenden Befehl
„siehe oben“. Das schöne Vaterland wird also nicht mehr zitiert,
wodurch eine Distanz und Trauer deutlich wird, die das lyrische Ich
gegenüber seines Vaterlandes entwickelt hat, da es sich nicht in der
Lage fühlt die einstige Schönheit der Heimat noch einmal zu
benennen. Erst
ab Vers 6 beschäftigt sich das lyrische Ich dann mit dem eigentlichen
Betrachtungsgegenstand der Strophe, nämlich der bereits vergangenen
Veränderung des Vaterlandes, welche zu einer eindeutigen Zerstörung
führte. Diese Zerstörung geschah für den Menschen unaufhaltsam,
was deutlich wird, wenn man beachtet, dass das lyrische Ich Seuchen
und Naturkatastrophen („Pest“ und „Sturm“) wählt, um die
Zerstörung zu beschreiben und bekannt ist, das_
der Mensch diesen
Dingen ohnmächtig gegenüber steht. Allerdings
wird gleich deutlich, dass diese Naturkatastrophen nicht wörtlich zu
nehmen sind, sondern als Metapher dienen, vor allem anhand des
8.Verses in dem die Freizeitorganisation der Nationalsozialisten die
„Kraftdurchfreude“ der Zerstörung beiwirkt, lässt sich erkennen,
dass das lyrische Ich die Zerstörung durch den Nationalsozialismus im
zweiten Weltkrieg anspricht. Hier wird selbst das „Röslein auf der
Heide“ (ein Zitat aus Goethes „Heidenröslein“), also auch die
Natur ?! zerstört. Bildlich gesehen könnte das Rößlein aber auch für
die (schwache) Bevölkerung stehen, die die Zerstörung nicht nur
nicht aufhalten, sondern ihr auch nicht entkommen konnte. ~!!
Strophe
3: In
der dritten Strophe trifft das lyrische Ich Aussagen über zwei
unterschiedliche Betrachtungsgegenstände. Zunächst spricht es über
die vergangene Zerstörung des Schönen. Auch
hier macht das lyrische Ich deutlich, dass es sich um die
Vergangenheit handelt, indem es V! Präteritum nutzt. Um
diese Zerstörung des Schönen zu verdeutlichen, nutzt das lyrische
Ich die schön singenden Nachtigallen, die zunächst stumm wurden und
sich nach einem sichern Wohnsitz umsahen, allerdings keinen sicheren
Platz mehr finde_ konnten. Das lyrische Ich beschreibt die Veränderung
des vergangenen schönen als so gravierend und negativ, dass sich noch
nicht einmal mehr die Vögel wohl fühlen und einen Platz finden. Da
Vögel, dadurch dass sie in der Lage sind fliegen zu können_
gegenüber
den Menschen die eindeutig besseren Möglichkeiten haben, wird damit
gleichzeitig festgestellt, dass es auch für den Menschen keinen
sicheren Platz mehr gibt, die Veränderung in der Vergangenheit also
so zerstörerisch war, <>
?! dass
nun nichts mehr sicher, und nichts mehr wie früher ist. Diese
gegenwärtige Zerstörung ist dann in den Versen 11 und 12 thematisiert.
Dass es sich hier tatsächlich um die Gegenwart handelt,
wird wiederum durch einen Zeitwechsel deutlich, da diese beiden
Strophen nun im Präsens geschrieben sind. Auch
hier benutzt das lyrische Ich Vögel, diesmal allerdings keine schönen,
sondern die Vögel des Todes, nämlich Geier. Das lyrische Ich trifft
die Aussage das nichts mehr vorhanden ist, außer
die absolute_ Zerstörung.
„Nur die Geier schreien“ (V.11) zeigt, dass nur noch der Tod da
ist und nichts aus der schönen Heimat blieb. Außerdem hat die Zerstörung
viele Todesopfer gefordert was bereits durch das Kreisen der Geier
aufgezeigt wird, allerdings vom lyrischen Ich noch einmal explizit
angesprochen wird, indem die Geier hoch über Gräberreihen, und nicht
etwa über Grabreihen oder Gräbern, fliegen. Strophe
4: In
der vierten Strophe trifft das lyrische Ich Aussagen über die Zukunft
des Vaterlandes. Es sagt, dass diese immense Zerstörung nie wieder rückgängig
zu machen ist, stürzt sich also in vollkommene Hoffnungslosigkeit.
Die furchtbare Zerstörung, so das lyrische Ich, wird auch dann nicht
mehr ungeschehen gemacht werden können, wenn sich die Dinge nun
wieder verändern. Es wird keine Wiedergutmachung der Geschehnissen
mehr geben. Besonders klar wird dies durch „wenn...auch“ (V.14),
beziehungweise durch das „auch wenn“ (V.15/16), welches in dieser
Strophe dreimal wiederholt wird und in diesem Zusammenhang bedeutet,
dass durch Veränderungen verschiedenster Art (V.14/15/16) nie wieder
werden kann_ was einmal war, es kann keine Revision des ursprünglichen
Zustandes mehr geben, auch dann nicht, wenn der Zerstörung jetzt ein
Ende gesetzt wird. Selbst in Friedenszeiten, klar werdend durch die
Verse 15/16, wenn der Krieg zuende ist_ wird es nicht wie früher sein,
eine wunderbare Heimat wird für immer eine Illusion bleiben. Aufgrund
der Unwiderruflichkeit des früheren Zustandes hat das lyrische
Ich sein schönes Vaterland verloren und wird es auch niemals
wiederfinden können. In dieser Strophe spricht das lyrische Ich
jedoch noch nicht über sich in dieser hoffnungslosen Zukunft, sondern
stellt die Hoffnungslosigkeit lediglich fest. Strophe
5: In
der letzten Strophe des Gedichts beziehen sich die Aussagen auf das
lyrische Ich selbst. Es beschreibt seinen eigenen Zustand und seine
eigene Beziehung zu der überaus zerstörten Heimat. Das
lyrische Ich sagt, dass es die Zerstörung nicht nur rein objektiv
betrachten kann, sondern, dass es ihm auch innerlich sehr nahe
geht,
da es sich durch den Heimatverlust so fühlt, als wäre, neben dem äußerlichen
Schaden, auch sein Innerstes, nämlich sein Herz zerbrochen. Die
Zerstörung des Vaterlandes stürzen das lyrische Ich also in eine
innere Krise. Allerdings
ist der Zustand seines Befindens nicht beständig, sondern durchaus
noch veränderbar. Das lyrische Ich fühlt sich nicht immer so_
wie
oben beschrieben, was durch die Verwendung des Wortes „zuweilen“
(V. 17) deutlich wird. Das lyrische Ich befindet sich also nur zu
bestimmten Zeiten und Umständen in dieser Stimmung, obwohl es auch
diese nicht genau definieren, kann, da mit der Vokabel „zuweilen“
ja nichts bestimmtes ausgesagt wird. Ebenso
ist es mit dem Gefühl des Heimwehs, welches das lyrische Ich in den
beiden letzten Gedichtsversen anspricht. Auch hier kann das lyrische
Ich nur die Aussage machen, dass es nicht weiß wonach es Heimweh hat,
sondern stellt lediglich fest, dass es Heimweh hat. Auch hier ist das
Heimweh jedoch nicht allgegenwärtig, sondern durch „manchmal“ (V.
19) eingeschränkt.~V! Die
ursprüngliche schöne und liebgewonnene Heimat des lyrischen Ichs
ist, wie in den vorherigen Strophen beschrieben vollkommen zerstört
und wird den ursprünglichen Zustand nie wieder erreichen können. Da
das Gedicht den Titel „Emigranten-Monolog“ trägt und man deshalb
davon ausgeht, dass das hier Monolog führende lyrische Ich bereits
emigriert ist, wird ihm Zusammenhang zwischen Überschrift und letzten
Zeilen deutlich, dass das lyrische Ich auch ihm Exil keine neue
(ausreichende) Heimat gefunden hat, sonst würde das Gefühl des
Heimwehs gar nicht erst auftreten. Doch
auch die Heimat ist nicht mehr wie sie war und wird auch nie wieder so
sein, weshalb er auch danach keine Heimweh haben kann. Infolgedessen
ist völlig einleuchtend, dass das lyrische Ich nicht wissen kann
wonach es Heimweh hat.~ Das
Gedicht endet also offen. Dem lyrischen Ich ist keine Zuordnung seines
Heimwehgefühls möglich, was auf einen Identitätsverlust seinerseits
hinweist, da es jede Zugehörigkeit verloren hat. ~ -Und
wie tut es das? Das
lyrische trifft die Aussagen über den Betrachtungsgegenstand des
Gedichts, also die Entwicklung seines Vaterlandes zum einen von außen,
da es sich im Exil befindet (wird durch die Überschrift deutlich) und
zum andern in chronologischer Reihenfolge ~. Zu
letzterem handelt
es nacheinander erst die Vergangenheit (zunächst Schönheit, dann
Zerstörung), den gegenwärtigen zerstörten Zustand und
die hoffnungslose Zukunft des Vaterlandes ab. Seine
eigenen Empfindungen beschreibt das lyrische Ich erst ganz zum Schluss
und lässt das Gedicht in diesem Punkt auch offen, während es in der
Chronologie selbst die Zukunft klar definiert herüber bringt. V!! |
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4. Zu welcher G e s a m t a u s s a g e hinsichtlich dieses Betrachtungsgegenstandes schließen sich die Einzelaussagen?
//
"inwiefern
stürzen dabei die wandlung d´s zum verbrecherstaat und der von
diesem angezielte weltkrieg die exilanten in spezifische
erscheinungsformen von heimatlosigkeit und konfrontieren sie jeweils
mit u.u. hochstrittigen wechselseitigen haltungsforderungen und
schwierigsten moralfragen? " |
Im
Hinblick auf die Betrachtungsgegenstände ergibt sich die
Gesamtaussage, dass das einst so schöne und liebeswerte Vaterland des
lyrischen Ichs nun vollkommen zerstört ist und die verwüstete Heimat
niemals mehr sein wird und kann_
wie sie einmal war, da der Schatten
der Geschehnisse für immer über dem ursprünglichen Zustand stehen
werden. Da
zu Beginn des Gedichts die geographische Lage das Vaterlandes („märkischer
Sand“ (V.4)) eindeutig Deutschland zuordnet, und durch verschiedene
Elemente deutlich wird_ das_
es sich bei den Zerstörenden um die
Nationalsozialisten handelt, ist anzunehmen, dass das lyrische Ich in
seinem Gedicht die Zerstörung im Zweiten Weltkrieg anspricht. Das
lyrische Ich befindet sich durch die Zerstörung ihrer Heimat in einer
hoffnungslosen Situation, da es keine neue Heimat mehr finden kann,
die alte wiederum für immer verloren ist und zwar nicht nur, da
momentan schlimme Umstände in der Heimat herrschen, sondern auch, die
momentan herrschenden Umstände ein Wiedereinkehren der früheren
Situation unmöglich gemacht haben. Diese
Aussage gilt auch für andere Emigranten, aller Zeiten, was man an dem
Heine Zitat erkennen kann, welches das lyrische Ich an den Beginn
seiner Aussage stellt. ~~~?!! Dadurch verbindet das lyrische Ich die
Emigranten miteinander und macht Heimatverlust zu einem kollektiven
Erlebnis ~~~!, dass nicht nur in seinem Fall, zu dieser Zeit geschehen und
von Bedeutung ist, sondern dem man in anderen Situation und
historischen Hintergründen den gleichen Stellenwert beimessen
sollte.
In
diesem Gedicht von Mascha Kaléko wird das lyrische Ich in jedem Fall
in eine Form der Heimatlosigkeit gestürzt. Das lyrische Ich lebt im
Exil, da es aufgrund der Wandlung Deutschlands zum Verbrecherstaat
nicht mehr in seiner ursprünglichen Heimat bleiben konnte. Aus diesem
Grund hat das lyrische Ich mindestens seine eigentliche Heimat
verloren. Allerdings bleibt einem Exilanten ja die Möglichkeit eine
neue Heimat zu finden oder später wieder in die verlassene Heimat zurückzukehren
und die alte Heimat somit wiederzufinden. In diesem Gedicht ist jedoch
auch das nicht der Fall. In seinem Exil fühlt sich das lyrische Ich
nicht heimisch, da es gelegentlich von Heimweh geplagt wird und dies
nicht der Fall wäre, hätte es sein Exil als neue Heimat angenommen.
Das alte Vaterland aber ist momentan total zerstört, zudem gibt es
keine Möglichkeit für das lyrische Ich zurückzukehren. Und selbst
wenn sich die der Heimat bestehenden Umstände ändern würden, darin
ist sich das lyrische Ich absolut sicher, wie die Heimat nie wieder
wie die alte sein, sodass das lyrische Ich auch diese Heimat endgültig
verloren hat. Aus
diesem Gründen hat das lyrische Ich seine Heimat endgültig verloren
und es besteht keine Chance, dass es eine neue finden oder in die alte
zurückkehren kann, da diese nicht mehr existent ist. Es erleidet
einen völligen Heimatverlust und verliert dadurch ein Stück seiner
eigenen Identität. Indem das lyrische Ich sagt, dass es es zwar
Heimweh hat, allerdings nicht sagen kann wonach, gesteht es sich genau
dies ein. Es
wäre allerdings möglich, dass das lyrische Ich nicht nur deshalb
nicht weiß_ wonach es Heimat hat, weil es die Heimat wie es sie sich
definiert nicht mehr gibt, ja einfach nicht mehr existent ist. Ebenso
könnte es sein, dass das lyrische Ich sich sehr wohl vorstellen kann
eine neue Heimat zu finden, allerdings noch nicht weiß, was diese
Heimat sein soll. In diesem Fall würde sich dann allerdings eine
Moralfrage stellen, da nicht geklärt wird, ob das lyrische Ich überhaupt
eine andere Heimat akzeptieren könnte, selbst wenn es so wollte. ~V!
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| Note: 12P | ||