BÜRGERTUMSENTWICKLUNG:
soziale Struktur innerhalb des Bürgertums
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aus: http://www.sociologicus.de/lexikon/lex_soz/a_e/buerger.htm
Bürger(tum)
die Bürger waren in den Städten des Mittelalters der sogenannte "dritte
Stand" (neben
Adel und
Geistlichkeit) und bildeten als Handwerker, Händler und Kaufleute das Bürgertum. Diese soziale
Gruppe bestand aus Zulieferern der Burgen (Burg, Burger, Bürger), die sich in langen Auseinandersetzungen vom Burgadel freimachten; sie bestand weiter aus Ansiedlern an günstigen Stellen wichtiger Handelswege, oft in Siedlungen, die ursprünglich schon von den Römern in Europa angelegt worden waren. Dieses städtische Bürgertum sammelte durch Handwerksmonopole (
Gilde,
Innung,
Zunft) und
Handel
Kapital und wurde zunehmend konkurrenzfähig gegenüber dem
Adel. Auch
Bildung und Informiertheit wurden größer. Weil es dem Bürgertum auf friedlichem Wege nicht gelang, dem
Adel seine von ihm gehüteten Vorrechte zu nehmen, die ihm ja auch wirtschaftliche Vorteile einbrachten, spitzte sich die Lage zwischen beiden Gruppen bis zu den bürgerlichen Revolutionen gegen Könige und
Adel zu. In ihnen setzte sich das Freiheits- und Geldinteresse gegen das Traditionsinteresse durch. Damit war der frühkapitalistische (
Kapitalismus) Bürger zwischen zwei Fronten geraten (
Zweifrontenschicht): Während er gegen den
Adel die
Menschenrechte auf freie Entfaltung ins Spiel brachte, mußte er gleichzeitig und zunehmend diejenige
Gruppe abwehren, die diese Chancen auch für sich beanspruchte und zum Beispiel die Französische
Revolution mitgetragen hatte: das
Proletariat. Dieser "vierte"
Stand war eine Folgegruppe früherer städtischer und bäuerlicher Armutsgruppen, die mit der beginnenden kapitalistischen
Industrialisierung anwuchs. Gegen eine Beteiligung dieser Lohnarbeitergruppen an
Macht,
Freiheit und Profit entwickelte das B ürgertum daher schon früh (in England im 16. Jahrhundert) eine
Ideologie des Privateigentums (
Eigentumsideologie). Dieses wurde nunmehr als Grundlage und Voraussetzung derjenigen Persönlichkeitsentfaltung angesehen, die erst dazu befähigte, Bürger und Wähler zu werden, beziehungsweise Gewählter (im bürgerlichen
Parlament). Wer kein Eigentum (an Boden, Häusern oder Produktionsmitteln) besaß, durfte (und sollte) keinBürger sein. Der Ende des 18. Jahrhunderts (in England 1791) einsetzende Kampf der Arbeiterschaft gegen diese Privilegierung der Bürger und gegen diesen Mißbrauch der "
Menschenrechte für alle" führte zur modernen
Demokratie mit freiem, allgemeinem und geheimem Wahlrecht, baute allerdings Besitz- und Einkommensvorteile nur unzureichend ab. Trotzdem meint der Begriff " Bürger" heute in den Industrienationen alle Menschen dieser Staaten.
Bildungsbürgertum,
Bourgeoisie,
Kleinbürgertum







Arnold Hauser / Sozialgeschichte der Literatur:
...
Der bürgerliche Reichtum der Renaissance hatte sich infolge der großen Staatsbankrotte des 16. Jahrhunderts aufgelöst und konnte sich während der Blütezeit des Absolutismus und Merkantilismus, als die Fürsten und Staaten selber die großen Geschäfte machten, nicht erholen. Erst im 18. Jahrhundert, als die merkantilistische Weltpolitik aufgegeben und das laissez-faire durchgeführt wurde, gelangte das Bürgertum mit seinen individualistischen Wirtschaftsprinzipien wieder zur Geltung;
und obwohl die Händler und die Industriellen sich bereits durch die Absentierung der Aristokratie von den Geschäften beträchtliche Vorteile zu verschaffen wußten, entstand das bürgerliche Großkapital erst während der Regence und der nachfolgenden Periode. Dieses Regime war tatsächlich die " Wiege des dritten Standes".
Unter Ludwig XVI. erreichte dann die Bourgeoisie (des ancien regime dep Höhe punkt ihrer geistigen und materiellen Entwicklung}
Der Handel, die Industrie, die Banken, die ferme ginerale, die freien Berufe, die Literatur und die Publizistik, das heißt sämtliche Schlüsselstellungen in der Gesellschaft, mit Aus nahme der hohen Posten in der Armee, der Kirche und am Hof, waren in ihrem Besitz.
Es entfaltete sich eine unerhörte kaufmännische Tätigkeit, die Industrien wuchsen, die Banken vermehrten sich, es flossen enorme Beträge durch die Hände der Unternehmer und der Spekulanten. Die Bedürfnisse vergrößerten sich und breiteten sich aus; und nicht nur Leute wie die Bankiers und die Steuerpächter kamen empor und wetteiferten in ihrer Lebensweise mit dem Adel, auch die mittleren Schichten des Bürgertums profitierten von der Konjunktur und nahmen in steigendem Maße am Kulturleben teil.
Es war also durchaus kein wirtschaftlich erschöpftes Land, in dem die Revolution ausbrach; es war vielmehr nur ein insolventer Staat mit reichen Bürgern.
Die Bourgeoisie bemächtigte sich allmählich sämtlicher Bildungsmittel - sie schrieb nicht nur die Bücher, sie las sie auch, sie malte nicht nur die Bilder, sie erwarb sie auch.
Im vorhergehenden Jahrhundert bildete sie noch einen verhältnismäßig bescheidenen Teil des Kunst- und Lesepublikums, jetzt stellt sie die gebildete Klasse schlechthin dar und wird zur eigentlichen Trägerin der Kultur.
Die Leser Voltaires gehören bereits zum großen Teil ihr an, und die Rousseaus werden fast ausschließlich ihr angehören. Crozat, .der größte Kunstsammler des Jahrhunderts, entstammt einer Kaufmannsfamilie, Bergeret, der Gönner Fragonards, ist von noch be- scheidenerer Herkunft, Laplace ist der Sohn eines Bauern, und von d' Alembert wußte man überhaupt nicht, wessen Sohn er war.
Das gleiche bürgerliche Publikum, das die Bücher Voltaires liest, liest auch die lateinischen Dichter und die französischen Klassiker des 17. Jahrhunderts und ist darin, was es ablehnt, ebenso dezidiert wie in der Wahl seiner Lektüre.
Für die griechischen Autoren hat es nicht viel übrig, und diese verschwinden jetzt allmählich aus den Bibliotheken; das Mittelalter verachtet es, Spanien ist ihm fremd geworden, sein Verhältnis zu Italien hat sich noch nicht recht entwickelt und wird auch nie so herzlich werden, wie es das Verhältnis der höfischen Gesellschaft zur italienischen Renaissance in den letzten Jahrhunderten gewesen ist.
Man hat den geistigen Repräsentanten des 16. Jahrhunderts im gentilhomme, den des 17. Jahrhunderts im honnete homme und den des 18. im Gebildeten erblickt, das heißt im Leser Voltaires.
Man versteht den französischen Bürger nicht, wurde behauptet, wenn man Voltaire nicht kennt, den er sich zum Vorbild gemacht hat; man versteht aber auch Voltaire nicht, wenn man nicht sieht, wie tief er trotz seiner seigneuralen Allüren, seiner gekrönten Freunde und seines ungeheueren Vermögens nicht nur herkunfts-, sondern auch gesinnungsmäßig im Mittelstand wurzelt. Sein nüchterner Klassizismus, sein Verzicht auf die Lösung der großen metaphysischen Probleme, ja, sein Verdacht gegen jeden, der sie erörtert, sein scharfer, angriffslustiger und dennoch so urbaner Geist, seine antiklerikale, jeder Mystik abgeneigte Religiosität, seine Antiromantik, sein Widerwille gegen alles Undurchsichtige, Ungeklärte und Unerklärbare, sein Selbstvertrauen, seine Überzeugung, daß man mit Verstandesmitteln alles erfassen, alles lösen, alles entscheiden kann, seine kluge Skepsis, sein vernünftiges Sichabfinden mit dem Nächsten, dem Erreichbaren, sein Verständnis für die "Forderung des Tages", sein "mais il faut cultiver notre jardin", all das ist bürgerlich, tief bürgerlich, ...
...wenn es auch das Bürgertum nicht erschöpft und wenn auch der Subjektivismus und Sentimentalismus, den Rousseau verkünden wird, die andere, vielleicht ebenso wichtige Seite des bürgerlichen Geistes ist.
Der große Antagonismus innerhalb des Bürgertums war von Anfang an gegeben; die späteren Anhänger Rousseaus bildeten wohl, als Voltaire sich seine Leser eroberte, noch kein regelmäßiges Lesepublikum, sie waren aber als genau definierbare Gesellschaftsschicht bereits da und fanden nachher in Rousseau ihren Wortführer.
...
Die Bildung der Frauen, die im literarischen Leben des folgenden Jahrhunderts eine so wichtige Rolle spielen sollte, war noch sehr mangelhaft. Wir wissen zum Beispiel, daß die ältere Tochter Miltons gar nicht schreiben konnte und daß die Frau Drydens, die übrigens aus einer adeligen Familie stammte, mit der Grammatik und Orthographie ihrer Muttersprache auf dem Kriegsfuß stand.
Die einzige Gattung von Büchern, die im 17. Jahrhundert und am Anfang des 1 8. Jahrhunderts ein breiteres Publikum hatte, war die Erbauungsliteratur;
die profane Unterhaltungsliteratur bildete nur einen unbedeutenden Bruchteil der Produktion.
...
Gegen die Mitte des Jahrhunderts wächst die Zahl der Leser zusehends; es erscheinen immer mehr Bücher, die, nach der Prosperität des Buchhandels zu urteilen, ihre Käufer gefunden haben müssen.
Um die Jahrhundertwende gehört das Lesen bereits zu den Lebensbedürfnissen der oberen Schichten, und der Besitz von Büchern ist, wie bemerkt wurde, in den Kreisen, die Jane Austen beschreibt, ebenso selbstverständlich, wie er in der Welt Fieldings überraschend gewesen wäre.
Von den Bildungsmitteln, an welchen das neue Lesepublikum heranwächst, sind die seit dem Anfang des Jahrhunderts sich verbreitenden Zeitschriften - die große Erfindung des Zeitalters - die wichtigsten.
Aus ihnen erhält das Bürgertum sowohl seine literarische als auch weltmännische Bildung, die im wesentlichen beide noch an den Wertmaßstäben der Aristokratie orientiert sind.
Auch diese Aristokratie hat sich übrigens seit den Tagen ihrer Alleinherrschaft sehr verändert und aus dem Sieg des städtisch-bürgerlichen Geistes über den höfischen eine Lehre gezogen.
Die Spannung zwischen den Denk- und Gefühlsformen der aristokratischen und der bürgerlichen Schichten bleibt freilich noch lange bestehen.
Die kühl intellektualistische, skeptisch überlegene Geistesart der Aristokratie verschwindet nicht von einem Tag zum andern; sie macht sich in dem gesuchten Stil und der stoischen Moralphilosophie der bürgerlichen Zeitschriften noch vielfach geltend. In der Dichtung herrscht der klassizistische Geschmack noch länger als in der Presse; hier gelten Geist und Witz, pointierte Einfälle und virtuose Technik, Klarheit der Gedanken und Reinheit der Sprache, in dem Sinne, wie sie die Anhänger Popes und die wit.r vertreten, bis zur Mitte des Jahrhunderts als die literarischen Qualitäten par excellence.
... Wie ... gewisse Eigenschaften dieses geistigen Habitus zur selbstverständlichen Voraussetzung der literarischen Bildung werden, andere dagegen um so lächerlicher erscheinen, wie vor allem der kokette Witz durch den gesunden Menschenverstand und die Eleganz der Form durch die Unmittelbarkeit der Gefühle verdrängt wird, gehört zur weiteren Entwicklung und zur vollständigen Emanzipation des bürgerlichen Geistes in der Literatur.
Schließlich hört die Spannung zwischen den beiden Richtungen vollkommen auf und der bürgerlichen Literatur steht nichts mehr entgegen, was als höfisch bezeichnet werden könnte. ... Es bereitet sich vielmehr ein neuer Gegensatz vor, eine Spannung zwischen der Literatur der Bildungselite und der des allgemeinen Lesepublikums, und es machen sich Geschmacksentgleisungen bemerkbar, in denen bereits die Schwächen der späteren Unterhaltungsliteratur erkennbar sind.
Der seit 1709 erscheinende Tatler Steeles, der ihn zwei Jahre später ersetzende Spectator Addisbns und die "moralischen Wochenschriften", die ihnen folgen, schaffen erst die Voraussetzungen der Literatur, die den Abstand zwischen dem Gelehrten und dem mehr oder weniger gebildeten Durchschnittsleser, dem schöngeistigen Aristokraten und dem nüchternen Bürger überbrückt, die also weder höfisch noch eigentlich volkstümlich ist und mit ihrem strengen Rationalismus, ihrer moralischen Härte und ihrem Ideal der Respektabilität zwischen der aristokratisch-ritterlichen und der bÜrgerlich-puritanischen Weltanschauung in der Mitte steht.
Durch diese Zeitschriften, deren kurze pseudowissenschaftliche Abhandlungen und moralphilosophische Untersuchungen zu der Lektüre von Büchern die beste Überleitung bilden, gewöhnt sich erst das Publikum an den regelmäßigen Genuß von ernster Literatur; durch sie wird erst das Lesen zu einer Gewohnheit und einem Bedürfnis von verhältnismäßig breiten Schichten.
Diese Zeitschriften selbst sind aber bereits das Produkt einer Entwicklung, die mit der Veränderung der gesellschaftlichen Lage des Schriftstellers unmittelbar zusammenhängt.
Nach der Glorreichen Revolution ist es nicht mehr der Hof, an dem die Autoren ihre Gönner finden; dieser hat im alten Sinn aufgehört zu sein und wird seine frühere Kulturfunktion nie wieder aufnehmen.
Die Rolle der höfischen Kreise als Gönner der Literatur übernehmen die politischen Parteien und die von der öffentlichen Meinung abhängige Regierung. Unter Williarn III. und Anne ist die Macht zwischen den Tories und den Whigs geteilt, und die beiden Parteien haben infolgedessen um den politischen Einfluß einen beständigen Kampf zu führen, in welchem sie auf die Propaganda durch die Literatur nicht verzichten können.
Die Schriftsteller selber müssen sich wohl oder übel dieser Aufgabe unterziehen, denn da die alte Form des Gönnerturns im Schwinden begriffen ist und der freie Büchermarkt sich noch auf kein ausreichendes Publikum zu stützen vermag, gibt es für sie außer der politischen Propaganda keine verläßliche Erwerbsquelle.
So
wie also Steele und Addison zu Journalisten werden, die direkt oder indirekt die
Interessen der Whigs vertreten, betätigen sich Defoe und Swift als politische
Pamphletisten und verfolgen auch mit ihren Romanen politische Ziele. Der Gedanke
des I' art potlr I' art hätte für sie, wenn sie einen solchen
Gedanken zu fassen überhaupt fähig wären, etwas Verantwortungsloses und
Unmoralisches an sich. Robinson ist eine sozialpädagogische
Tendenzschrift und Gtllliver eine aktuelle sozialkritische Satire; beide
sind im strengsten Sinne des Wortes politische Propaganda und fast nichts als
Propaganda. Es geschieht hier wohl nicht zum erstenmal, daß wir es mit einer
auf unmittelbare gesellschaftliche Ziele gerichteten, militanten Literatur zu
tun haben, die "papiernen Kanonenkugeln" Swifts und seiner
Zeitgenossen wären aber vor der Einführung der Pressefreiheit und der
öffentlichen Diskussion der politischen Zeitfragen undenkbar gewesen. Jetzt
erst treten als regelmäßige soziale Erscheinung Schriftsteller auf, die aus
ihrer Feder eine nach Bedarf verwendbare Waffe machen und sie an die
Meistbietenden verdingen.
Der Umstand, daß sie nicht mehr einer einzigen kompakten Macht, sondern zwei verschiedenen Parteien gegenüberstehen, macht sie gewissermaßen unabhängig, denn sie können sich jetzt ihre Brotherren mehr oder weniger ihren Neigungen entsprechend auswählen.
...
Dieser für die Autoren so segensreiche Zustand ... hört ... 1721 vollkommen auf. Die Übernahme der Macht durch die Whigs schafft Verhältnisse, bei welchen die Schriftsteller für die Regierung nutzlos werden.
...
Die wirtschaftliche Lage der jungen Schriftsteller verschlechtert sich zusehends...Der Literat ist kein gentleman mehr ...
Zum Glück hört das private Mäzenatentum nicht so plötzlich auf wie das politische. ... Die Anhängigkeit von einem Mäzen war weniger unbequem als die von einem Verleger, wenn sie auch einen persönlichen Charakter trug und daher oft demütigender zu sein schien.... Nach der Mitte des 17. Jhds. hört schließlich das Gönnertum vollkommen auf.
...
Das Mäzenatentum wird durch den Verlag ersetzt. Die Subskription, die man zutreffend als kollektives Gönnertum bezeichnet hat, bildet den Übergang zwischen den beiden.
... erst die Publikation von Büchern für das allgemeine, dem Autor völlig unbekannte Publikum entspricht der auf dem anonymen Warenverkehr beruhenden Struktur der bürgerlichen Gesellschaft.
Die Vermittlerrolle des Verlags zwischen Autor und Publikum beginnt mit der Emanzipation des bürgerlichen Geschmacks vom Diktat der Aristokratie und ist selber ein Symptom dieser Emanzipation.
Mit ihr entwickelt sich erst ein literarisches Leben im modernen Sinn, zu dem außer dem regelmäßigen Erscheinen von Büchern, Zeitungen und Zeitschriften vor allem auch der literarische Fachmann gehört, nämlich der Kritiker, der den allgemeinen Standard der Wertmaßstäbe und die öffentliche Meinung in der Literatur repräsentiert.
Die
Vorgänger der Literaten des 18. Jahrhunderts, namentlich die Humanisten der
Renaissance, konnten eine solche Funktion schon darum nicht ausüben, weil ihnen
die regeImäßig erscheinenden Presseorgane und damit die entsprechenden Mittel
zur Beeinflussung der Offentlichkeit fehlten.
Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts lebten die Schriftsteller nicht vom direkten Ertrag ihrer Werke, sondern von Pensionen, Pfründen, Sinekuren, die oft weder mit dem inneren Wert noch mit der allgemeinen Anziehungskraft ihrer Schriften im Verhältnis standen.
Jetzt wird erst das literarische Produkt zur Ware, deren Wert sich nach ihrer Verkäuflichkeit auf dem freien Markt richtet.
Man kann diese Wendung mit Genugtuung begrüßen oder auch bedauern; die Entwicklung des Schriftstellertums zu einem selbständigen und regeImäßigen Beruf wäre aber im Zeitalter des Kapitalismus ohne die Metamorphose des persönlichen Dienstes in eine unpersönliche Ware undenkbar gewesen.
Durch diese erst hat das Literatentum seine feste materielle Fundierung und sein heutiges Ansehen errungen; ...
...denn der Käufer eines Buches, das in einer Auflage von tausend Exemplaren erscheint, erweist dem Autor offenbar keine Gunst, die Belohnung eines Manuskripts wirkt dagegen immer als ein Almosen. Die Respektabilität eines Menschen hing im Zeitalter der höfischen und aristokratischen Gesellschaft vom Rang seines Protektors ab, jetzt, in der Epoche des Liberalismus und Kapitalismus, genießt er dagegen ein um so größeres Ansehen, je freier er von persönlichen Bindungen ist und je erfolgreicher er sich im unpersönlichen, auf der Gegenseitigkeit der Leistungen beruhenden Verkehr mit den anderen erweist.
Der
Typus des
...
Das Genialische des künstlerischen Schaffens ist zumeist nur eine Waffe im Konkurrenzkampf und die subjektive Ausdrucksweise oft nur eine Form der Selbstreklame.
Der Subiektivismus der Dichter der Vorromantik ist wenigstens teilweise jedenfalls eine Folgeerscheinung der wachsenden Zahl der Schriftsteller, ihrer unmittelbaren Abhängigkeit vom Büchermarkt und ihres Konkurrenzkampfes gegeneinander, so wie ja die romantische Bewegung überhaupt, als Ausdruck des neuen affektbetonten bürgerlichen Lebensgefühls, das Produkt einer geistigen Konkurrenz und ein Mittel im Kampfe des Bürgertums gegen die klassizistische, auf Normativität und Allgemeingültigkeit gerichtete Weltanschauung der Aristo- kratie ist.
Bisher trachtete der Mittelstand, die Kunstsprache der oberen Schichten sich anzueignen, jetzt dagegen, da er so vermögend und einflußreich geworden ist, daß er sich eine eigene Literatur leisten kann, möchte er diesen Schichten gegenüber seine Eigenart zur Geltung bringen und seine eigene Sprache sprechen, die aus bloßer Opposition gegen den Intellektualismus der Aristokratie zu einer Sprache der Empfindsamkeit wird. Die Revolte des Gefühls gegen die Kälte des Verstandes gehört, ebenso wie die Empörung des "Genies" gegen den Zwang der Regeln und Formen, zur Ideologie der aufstrebenden, progressiven Schichten in ihrem Kampf gegen den Geist des Konservativismus und der Konvention.
Der
Aufstieg des modernen Bürgertums ist, ähnlich wie der der Ministerialen im
Mittelalter, mit einer romantischen Bewegung verbunden; die Umschichtung der
Gesellschaft führt hier wie dort zur Auflösung der formalen Bindungen und
zeitigt eine Vertiefung der Sensibilität.
Die Wendung von der intellektuellen Kultur des Klassizismus zur Gefühlskultur der Romantik ist oft als ein Geschmackswandel charakterisiert worden, in dem, wie es hieß, der Überdruß der vornehmen Kreise an der raffinierten und dekadenten Kunst des Zeitalters zum Ausdruck kam.
Dieser Auffassung gegenüber wurde mit Recht darauf hingewiesen, daß der bloße Wunsch nach dem Neuen im Wechsel der Stile eine verhältnismäßig geringe Rolle spielt, und daß eine Geschmackstradition zu einer Veränderung von sich selbst aus um so weniger Neigung zeigt, je älter und entwickelter sie ist. Ein neuer Stil setzt sich daher nur schwer durch, wenn er sich nicht an ein neues Publikum wendet.
Die Aristokratie des 18. Jahrhunderts hätte jedenfalls wenig Grund gehabt, ihre alte Geschmackskultur aufzugeben, wenn der Mittelstand die geistige Führung nicht an sich gerissen hätte. Sie war auch keineswegs gleich bereit, sich dieser Führung anzuvertrauen und den Emotionalismus der unteren Schichten mitzumachen. Die herrschende Tendenz einer Zeit stellt aber oft, wie wir wissen, auch jene Schichten in ihren Dienst, die sie mit der Vernichtung bedroht. Und gerade für diese Erscheinung bietet sich das 18. Jahrhundert als Schulbeispiel dar. Die Aristokratie spielte bekanntlich in der Vorbereitung der Revolution eine hervorragende Rolle und schreckte vor ihr erst zurück, als es klar wurde, was ihr Sieg bedeutete. Eine ähnliche Rolle spielten die oberen Schichten in der Entwicklung der antiklassischen Kultur. In der Rezeption und Propagierung der Ideen der Aufklärung wetteiferten sie mit dem Mittelstand und überflügelten ihn oft sogar; erst die unumwunden plebejische und respektlose Denkart Rousseaus brachte sie zur Besinnung und trieb sie zur Opposition an. In der Abneigung Voltaires gegen Rousseau kommt bere1ts dieser Widerstand der Gesellschaftselite zum Ausdruck. Bei den meisten der führenden Persönlichkeiten vermischen sich aber von Anfang an die Elemente der Vernunft- und der Gefühlskultur; ihre geistige Sensibilität macht sie für die eigenen klassenmäßigen Interessen gewissermaßen unempfindlich.
Die künstlerische Entwicklung, die schon im 17. Jahrhundert ziemlich uneinheitlich war, wird jetzt, im Zeitalter der Vorromantik, noch komplizierter und zeigt in gewisser Hinsicht sogar ein unübersichtlicheres Bild als in der nachfolgenden Periode.
Das 19. Jahrhundert ist bereits vollkommen beherrscht vom Bürgertum, in welchem es zwar scharfe Vermögensgrenzen, aber keine allzu scharfen Bildungsgrenzen gibt; die einzige tiefe Zäsur trennt jetzt die am Bildungsprivileg teilhabenden und die davon ausgeschlossenen Schichten.
Im
18. Jahrhundert ist dagegen sowohl die Aristokratie als auch die Bourgeoisie in
je zwei Lager geteilt; in beiden gibt es eine progressive und eine konservative
Gruppe, die sich wohl vielfach kreuzen, ihre Eigenart jedoch bewahren.
Die Romantik ist ihrem Ursprung nach eine englische Bewegung, so wie das moderne Bürgertum selbst, das hier literarisch zum erstenmal von der Aristokratie unabhängig zu Wort kommt, ein Ergebnis der englischen Verhältnisse ist.
Sowohl die Naturpoesie Thomsons, die Nachtgesänge Youngs und die Ossianischen Klagelieder Macphersons als auch der sentimentale Sittenroman Richardsons, Fieldings und Sternes sind nur die literarische Form des Individualismus, der sich auch im laissez-faire und in der Industriellen Revolution ausdrückt. Es sind Erscheinungen jener Epoche der Handelskriege, mit der die dreißigjährige Friedensherrschaft der Whigs ein Ende nimmt und die zum Verlust der Hegemonie Frankreichs in Europa führt. Am Ende des Ringens steht das britische Reich nicht nur als die erste Weltmacht da und spielt im Weltverkehr nicht nur die gleiche Rolle, die im Mittelalter Venedig, im 16. Jahrhundert Spanien und im 17. Jahrhundert Frankreich und Holland gespielt haben, sondern bleibt, im Gegensatz zu den letzteren, innerlich ungeschwächt und kann den Kampf um die wirtschaftliche Vorherrschaft mit den technischen Errungenschaften der Industriellen Revolution fortsetzen. Die militärischen Siege Englands, die geographischen Entdeckungen, die neuen Märkte und Wasserwege, die verhältnismäßig großen anlagesuchenden Kapitalien, all das gehört zu den Voraussetzungen dieser Revolution. Die Masse der neuen Erfindungen läßt sich mit dem bloßen Aufschwung der exakten Wissenschaften und dem plötzlichen Hervortreten von technischen Begabungen nicht erklären. Die Erfindungen werden gemacht, weil man sie verwerten kann, weil ein Massenbedarf an Industriewaren besteht, den man mit den alten Produktionsmethoden nicht zu befriedigen vermag, und weil die materiellen Mittel zur Durchführung des technischen Umbaus vorhanden sind.
...Die Industrielle Revolution ... ist vielmehr nur die Fortsetzung einer bereits am Ende des Mittelalters einsetzenden Entwicklung. Weder die Scheidung von Kapital und Arbeit noch die unternehmungsmäßige Organisation der Warenerzeugung ist neu; Maschinen gab es seit Jahrhunderten, und seitdem es überhaupt eine kapitalistisch orientierte Wirtschaft gab, war die Rationalisierung der Produktion im ständigen Fortschritt.
Die Mechanisierung und Rationalisierung der Warenproduktion tritt jetzt aber in eine entscheidende, die Vergangenheit restlos liquidierende Phase ihrer Entwicklung.
Der
Abgrund zwischen Kapital und Arbeit wird unüberbrückbar, und die Herrschaft
des Kapitals einerseits, die Unterdrückung und die Not der Arbeiterschaft
andrerseits erreichen einen Grad, mit dem sich die ganze Lebensatmosphäre der
Zeit verändert. Wie alt also auch die Anfänge dieser Entwicklung sind, am Ende
des 18. Jahrhunderts entsteht eine neue Welt.
Jetzt erst verschwindet das Mittelalter mit allen seinen Überresten, seinem korporativen Geist, seinen partikularistischen Lebensformen, seinen irrationalen, überlieferungsmäßigen Produktionsmethoden, um einer einzig und allein auf Planmäßigkeit und Kalkulierbarkeit beruhenden Arbeitsorganisation...
... und einem rücksichtslosen Individualismus im Wettkampf Platz zu machen.
...
Der Unternehmer unterwirft sich diesem Prinzip ebenso rücksichtslos wie seine Arbeiter und Angestellten, und wird ebenso zum Sklaven seines Betriebes wie sein Personal.
Die Erhebung der Arbeit zu einer ethischen Macht, ihre Verherrlichung und Anbetung, ist im Grunde nichts als die ideologische Verklärung des Erfolgs- und Gewinnstrebens und ein Versuch, auch jene Elemente zum begeisterten Mittun anzuregen, die an den Früchten ihrer Arbeit den geringsten Anteil haben.
Zu der gleichen Ideologie gehört auch die Idee der Freiheit. Der Unternehmer muß bei der riskanten Natur seines Geschäftes vollkommene Unabhängigkeit und Bewegungsfreiheit genießen, er darf durch keine äußere Einmischung in seiner Tätigkeit behindert, durch keine staatlichen Maßnahmen seinen Konkurrenten gegenüber benachteiligt werden. In dem Sieg dieses Prinzips über die mittelalterlichen und merkantilistischen Regulierungen besteht das Wesen der Industriellen Revolution.
Mit dem Prinzip des laissez- faire beginnt erst die moderne Wirtschaft, und die Idee der individuellen Freiheit setzt sich erst als die Ideologie dieses wirtschaftlichen Liberalismus durch.
Diese Zusammenhänge verhindern freilich nicht, daß sowohl die Idee der Arbeit als auch die der Freiheit sich zu selbständigen ethischen Mächten entwickeln und oft in einem wirklich idealistischen Sinn ausgelegt werden. Um aber nicht zu vergessen, wie gering der Anteil dieses Idealismus an der Entstehung des wirtschaftlichen Liberalismus war, genügt es, sich vor Augen zu halten, daß man die Forderung der Gewerbefreiheit vor allem gegen den gelernten Meister richtete, um damit den einzigen Vorteil, den er dem bloßen Unternehmer gegenüber besaß, auszuschalten. Adam Smith selbst war noch weit davon entfernt, für die Rechtfertigung der freien Konkurrenz solche idealistischen Motive in Anspruch zu nehmen; er erblickte vielmehr in der Selbstsucht der Menschen und der Verfolgung von persönlichen Interessen die beste Garantie für das klaglose Funktionieren des wirtschaftlichen Organismus und die Verwirklichung des allgemeinen Wohls.
Zu diesem Glauben an die Selbstregulierung der Wirtschaft und den automatischen Ausgleich der Interessen gehörte freilich der ganze Optimismus der Aufklärung; sobald dieser zu schwinden begann, wurde es immer schwieriger, die wirtschaftliche Freiheit mit den Inter- essen des allgemeinen Wohls zu identifizieren und im freien Wettbewerb einen Segen für alle zu erblicken.
Die distanzierte Einstellung des Autors zu seinen Figuren, sein streng intellektualistischer Standpunkt der Welt gegenüber, seine Zurückhaltung im Verhältnis zum Leser, kurz, seine klassizistisch-aristokratische Reserviertheit hört zur gleichen Zeit auf, als der wirtschaftliche Liberalismus sich durchzusetzen beginnt.
Das Prinzip der freien Konkurrenz und das Recht zur persönlichen Initiative haben ihre Parallele in dem Wunsch des Autors, subjektives Gefühlsleben auszudrücken, seine eigene Persönlichkeit zur Geltung zu bringen und den Leser zum unmittelbaren Zeugen eines intimen Seelen- und Gewissenskampfes zu machen.
Dieser Individualismus aber ist nicht nur einfach die" Übersetzung des wirtschaftlichen Liberalismus ins Literarische, sondern auch ein Protest gegen jene Mechanisierung, Nivellierung und Entpersönlichung des Lebens, die mit der sich selbst überlassenen Wirtschaft verbunden ist.
Der Individualismus überträgt das laissez-faire auf das moralische Leben, protestiert aber zugleich gegen eine Gesellschaftsordnung, in welcher der Mensch von seinen persönlichen Neigungen getrennt, zum Träger von indifferenten Funktionen, zum Abnehmer von standardisierten Waren und zum Figuranten in einer sich immer mehr uniformierenden Welt wird.
Die zwei Grundformen der sozialen Kausalität, die Imitation und die Opposition, verbinden sich hier zur Erzeugung der romantischen Stimmung.
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Starke, eigenwillige Individuen gab es immer, und seiner Individualität bewußt wurde sich der abendländische Mensch bereits in der Renaissance, einen Individualismus als Forderung und Protest gegen die Entpersönlichung des Zivilisationsprozesses aber gibt es erst seit der Mitte des 18. Jahrhunderts.
Auch in der Literatur kamen Konflikte zwischen dem Ich und der Welt, der Persönlichkeit und der Gesellschaft, dem Bürger und dem Staat selbstverständlich schon früher vor, der Antagonismus wurde aber nie so empfunden, als ob er aus der individuellen Wesensart des mit dem Kollektivum zusammenstoßenden Charakters folgte.
Der
Konflikt ergab sich im Drama zum Beispiel nicht etwa aus dem Motiv der
prinzipiellen Absonderung des Individuums von der Gesellschaft oder der bewußten
Auflehnung des einzelnen gegen die gesellschaftlichen Bin- dungen, sondern aus
einem konkreten, persönlichen Gegensatz zwischen den verschiedenen Figuren der
Handlung. ... Vor dem Zeitalter der Romantik ist der Individualismus als
Haltung nie problematisch geworden, er konnte also auch nicht zum Motiv eines
dramatischen Konflikts werden.
Wie der Individualismus, so dient dem Bürgertum auch der Emotionalismus vor allem als ein Mittel, seine geistige Unabhängigkeit von der Aristokratie zum Ausdruck zu bringen. Man beteuert und betont seine Gefühle, nicht weil man etwa plötzlich stärker und inniger empfinden würde, sondern man suggeriert sich und übertreibt diese Gefühle, weil sie eine der aristokratischen Haltung gegensätzliche Attitüde darstellen. Der so lange verachtete Bürger bespiegelt sich im eigenen Seelenleben und kommt sich um so wichtiger vor, je ernster er seine Gefühle, Stimmungen und Regungen nimmt.
In den mittleren und unteren Schichten des Bürgertums, wo dieser Emotionalismus die tiefsten Wurzeln hat, ist allerdings der Kult der Gefühle nicht nur eine auf den Erfolg gesetzte Prämie, sondern zugleich eine. Entschädigung für die Erfolglosigkeit im praktischen Leben.
Sobald aber die Gefühlskultur einmal ihre künstlerische Objektivation gefunden hat, macht sie sich von ihrem Ursprung mehr oder weniger unabhängig und geht ihre eigenen Wege. Der Sentimentalismus, der ursprünglich der Ausdruck des bürgerlichen Klassenbewußtseins, war und seine Erklärung in der Ablehnung der aristokratischen Distanziertheit hatte, führt zu einem Kult der Sensibilität und Spontaneität, dessen Zusammenhang mit der antiaristokratischen Geistesverfassung des Bürgertums sich immer mehr verwischt.
... Man sucht die seelische Erschütterung und bringt es allmählich zu einer richtigen Virtuosität des Gefühls, man löst sich in Mitleid auf und verfolgt schließlich in der Kunst kein anderes Ziel mehr, als Affekte zu erregen und Sympathien zu erwecken. Das Gefühl wird zum sichersten Vehikel zwischen Künstler und Publikum und zum ausdrucksfähigsten Mittel der Interpretation der Wirklichkeit; sich vor dem Gefühlsausdruck verschließen bedeutet jetzt, auf die künstlerische Wirkung schlechthin verzichten, und gefühllos sein, heißt stumpf sein.
Auch die Sittenstrenge des Bürgertums ist, so wie sein Individualismus und Emotionalismus, eine Waffe, die es gegen die Lebensanschauung der höfischen Kreise richtet.
Sie ist nicht sowohl die Fortsetzung der alten bürgerlichen Tugenden der Einfachheit, Redlichkeit und Frömmigkeit, als vielmehr ein Protest gegen die Frivolität und die Verschwendung einer Gesellschaftsschicht, für deren Leichtsinn andere aufzukommen haben.
Das Bürgertum spielt seine Sittsamkeit, namentlich in Deutschland, vor allem gegen die Unmoral der Fürsten aus, die es nur auf diese indirekte Art anzugreifen wagt. Es ist aber auch gar nicht nötig, von ihrer Verderbtheit ausdrücklich zu sprechen, es genügt, die Sitten des Bürgers zu loben, und jeder weiß, was damit gemeint ist.
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