...teilanalysen:

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Sprechakttheorie und Poetischer Dialog

Methodenansatz zur Drameninterpretation - exemplarisch dargestellt an der Szene

I,7 aus Schillers "Kabale und Liebe"

(Nach dem inzwischen vergriffenen LEU-Heft D-18, Manuskriptreihe, Juli 1978, Autor: Gymn. Prof. Dr. G. Graf, Copyright LEU Stuttgart)  http://www.schule-bw.de/unterricht/faecher/deutsch/lernorte/schiller/schiller/grafleu/graf1.htm

 

  1. Mikroanalyse der Szene als Interaktionssequenz unterschiedlicher Sprechakttypen der Figuren



Die
situativen Bedingungen, die zu diesem Gespräch zwischen Vater und Sohn führen, determinieren im Vorhinein das total interessegeleitete Sprechen des Präsidenten.

Er will unter allen Umständen herausbekommen, was es nun wirklich auf sich habe mit der Liäson seines Sohnes zu der "Bürgerkanaille". An eine "ernsthafte Verbindung", wie es Wurm in 1,5 unterstellt hat, kann der Vater nicht glauben, und schon gar nicht könnte er sie akzeptieren, denn das würde seine machtpolitischen Plänen (Vermählung Ferdinands mit Lady Milford und weitere Karriere) zuwiderlaufen.

 


Das einleitende  "Sie haben befohlen" signalisiert bereits den zentralen Sprechhandlungstyp auf Seiten des Vaters in diesem Gespräch.

Zugleich begibt der Sohn sich mit dieser Untertänigkeitsbezeugung "...gnädiger Herr Vater" in respektvolle betont-bewusste Distanz zum Präsidenten, was die künftige Oppositionshaltung schon ahnen lässt.

 

Der imperativische Ausklang der ersten Periode des Präsidenten bestätigt autoritären Erziehungsstil: in dem auffordernden "Überlaß", "Mich laß", "denke auf nichts", "komm! Umarme mich" ist die hierarchische Struktur des Gesprächs, trotz aller freundschaftlich-humanen Einkleidung, sogleich angezeigt.

Nach der Sprechakttheorie Searles lässt sich damit auf die "Einleitungsbedingung" des Befehlens verweisen, nämlich die Überlegenheitsposition des Sprechers.

 

 

Die knappe distanziert ironische (zu erschließen aus der Antwort des Präsidenten "und dieses Heute noch mit der herben Grimasse?")  Feststellung Ferdinands "Sie sind heute sehr gnädig" lässt den Vater als unmittelbaren Reflex in Vorwürfe und Quasi-Drohungen fallen, die er raffiniert verschleiert durch väterlich wirken sollende Fragen wie "Wem zulieb...", "Wem hab..." und "Wem tat ich...".

 

Bereits an dieser Stelle ist, sprechakttheoretisch gesehen, die Erkenntnis nützlich, dass eine Äußerung, entsprechend ihrem Kontext, mehrere illokutionäre Akte konstituieren kann.

Die imperativischen Intervalle "Höre! sage mir" bezeugen unmissverständlich den sprachlichen Grundduktus des drohenden Befehlstons.

Der perlokutionäre Aspekt dieses Sprechaktes, nämlich das "Erschrecken" Ferdinands (Regieanweisung: "tritt mit Schrecken zurück") ...

...und der sprachliche als Frage formulierte Reflex der Abwehr sowie des Widerspruchs Ferdinands "Doch mir nicht...?", "Doch auf mich..." entlarven die perverse väterliche Fürsorge als bloße Scheinhumanität.

 

Diese offene Aufdeckung des wahren Sachverhalts durch den Sohn kann der Vater zunächst wiederum nur mit in Frageform verkleideten Drohungen parieren: "Was war das? Was?"

Für einen Moment siegt noch die Beherrschung, zumal auch Selbstbemitleidung im Spiele ist: "Lohnst du mir also...".

Und um den Sohn zu beschwichtigen, bietet der Präsident eine Scheinlösung in Form nüchterner Feststellung und zugleich sentenziöser Behauptung an: "Das Verbrechen klebt nicht am Erbe."

 

Der Sohn, die Scheinlösung durchschauend, fasst seine Abwehr bzw. seinen Widerspruch in die beschwörende und zugleich Wahrheit dokumentierende Formel: "feierlich entsag ich hier einem Erbe, das mich an einen abscheulichen Vater erinnert."
((exemplarische Teilanalyse des Dialogs))


 

  1. Deutung der unterschiedlichen Sprechakttypen der Figuren als Informationsträger konträrer Lebenshaltung und -anschauung

    Ferdinand
    feststellen, widersprechen

    Präsident
    drohen, befehlen

    Moralismus
    Freiheit und Individualismus
    Rechte des Herzens
    innere geistige Werte
    Gefühlsäußerung
    naive Offenheit
    menschliche Regung
    Idealismus

    Immoralismus
    Despotie und Unterdrückung
    Rechte der Herrschaft
    äußere materielle Werte
    Kalkül
    raffinierte Verstellung
    unmenschlicher Autoritarismus
    Opportunismus



  2. Deutung der gegensätzlichen Sprechakttypen der Figuren als Konstituenten des internen sowie externen Dramenkontextes

Der Vater-Sohn-Konflikt als Muster für die allgemeine Oppositionsstruktur des Gesamtdramas (interner Kontext)

  1. Moralismus
    (Freiheitsdrang durch Offenheit)

    Immoralismus
    (Unterdrückungsstrategie durch Kabale)

    Bürgertum


    (Frau Miller)            Herr Miller


    die Liebenden

    Luise                       Ferdinand

    Adel


    Präsident           Kalb               (Milford)




    Wurm



  2. Der Vater-Sohn-Konflikt als  Spiegel des übergeordneten biographie-, zeit- und epochengeschichtlichen Autoritätskonflikts (externer Kontext)


    biographiegeschichtliche Ebene

    Schiller

    Karl Eugen von Württemberg

    sozialgeschichtliche Ebene

    Bürgertum

    Adel

    politische Ebene

    Individuum

    absolutistischer Staat

    poetische Ebene

    Gefühl
    Echtheit
    Pathos
    freies, geniales 
    Schöpfertum

    Rationalität
    Künstlichkeit
    Regelmäßigkeit
    ästhetische Abhängigkeit 
    bzw. Bevormundung

 


 

 

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http://www.bank4fun.it/smartedit/referate/b/119.doc :

Daniela Messner, II. Lyzeum, 30.09.2002 /   „Kabale und Liebe“ von Friedrich Schiller

Mit welchen Szenen und Elementen wird der Unterschied zwischen den sozialen Schichten dargestellt?

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Als Schiller das Werk „Kabale und Liebe“ schrieb, gab es in der Tat große soziale Probleme. 

Damals gab es eine Ständeeinteilung:

Ø      die Bauern und Arbeiter

Ø      die bürgerliche Mittelschicht (besaß zur damaligen Zeit mehr Geld als der Adel)

Ø      der Adel (besaß die politische Macht)

Ø      die Kirche

Wenn jemand von der einen in eine andere Schicht einheiraten wollte, so war dies meistens ein Frevel und wurde von den Eltern verboten. Damals legten Eltern hauptsächlich die Ehepartner ihrer Kinder fest; eine Liebesheirat war zur damaligen zeit mehr als selten und fast nicht durchzusetzen. Die Eltern (meistens der Vater) musste ihr „okay“ für eine Heirat geben. Gaben sie dieses nicht, fand die hochzeit nicht statt. Das verhinderte, dass man zwischen den Schichten heiraten konnte.

 

Nun kommen Ferdinand und Luise; sie stammen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten und beide Eltern sind mit der Heirat nicht einverstanden.

 

Ein weiteres Merkmal dieser Zeit sind Intriganten;

gerade in den vornehmeren Schichten wurde viel intrigiert, geplant, vereitelt oder zerstört. Der höfische „Klatsch und Tratsch“ war erbarmungslos. Es gab feste gesellschaftliche Regeln und wer diese untergrub, war dem spott und tratsch der Gesellschaft ausgesetzt.

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Sehr gut, sieht man die Unterschiede der sozialen Schichten an den beiden weiblichen Hauptrollen des Bürgerspieles: Lady Milford und Luise.

Luises Lebensweise ist stark von ihrem Stand geprägt. Dadurch, dass sie permanenten Zwängen, wie Gattenwahl und Standesgrenzen, unterworfen ist, hat sie keine Freiheiten. Das Bürgertum, das die Quelle ihres eigenen Stolzes ist, untersagt ihr in jeglicher Hinsicht ein ungezügeltes Leben zu führen, was ebenfalls auf ihre Tugendhaftigkeit verweist.


Milfords Lebensweise dahingegen ist hauptsächlich durch das Mätressenwesen gezeichnet. Zwar muss sie den Dienst als Geliebte des Fürsten hinnehmen, um in materieller Hinsicht abgesichert zu sein, doch kann man bei ihr keine Tugendhaftigkeit erkennen. Desgleichen ist sie in keinerlei Hinsicht eingeschränkt, was sie von Luise unterscheidet.

 

 

Auffallend ist auch die 5. – 7. Szene:

5.-7. Szene: Schauplatzwechsel: Von der Bürgerstube in den „Saal beim Präsidenten“

Wurm informiert den Präsidenten darüber, dass sein Sohn Ferdinand eine Beziehung zu Luise Miller unterhält. Der Präsident ist nicht beunruhigt. Er ist davon überzeugt, dass Ferdinand die „Bürgerkanaille“ nur mit schönen Worten und Geschenken dazu bringen will, mit ihm zu schlafen. Dies sei verständlich und zeige, falls die Liaison mit einem Kind abgeschlossen wird, dass er seine Sache versteht.  „(...) so trink ich auf die guten Absichten meines Stammbaums eine Bouteille Malaga mehr, und bezahle die Skortationsstrafe für seine Dirne.“ Von einer legitimen Verbindung zwischen Ferdinand und Luise kann natürlich für den Präsidenten gar keine Rede sein. Er hat mit seinem Sohn ganz andere Ehepläne. Ferdinand soll Lady Milford heiraten. Sie ist die Mätresse des Fürsten, und durch diese günstige Verbindung hofft Präsident von Walter, auf alle Zeiten die Gunst des Fürsten für sich und seine Familie zu sichern. Damit an dieser Verbindung nicht mehr der geringste Zweifel gelassen wird, wird der dümmlich-geschwätzige Hofmarschall von Kalb beauftragt, die Neuigkeit in der ganzen Stadt zu verbreiten. 

Man hat den Eindruck, Ferdinands Vater würde gar nicht wahrhaben wollen, dass Ferdinand Luise wirklich liebt. Er hält Luise eher für eine Prostituierte, was für ihren Stand ja eine ganz normale Sache wäre.

 

7. Szene: Der Vater-Sohn-Konflikt  

Präsident von Walter unterschätzt die Widerstandskraft seines Sohns. Alle Aussichten auf eine große Karriere bei Hofe haben für Ferdinand keinen Wert, und den Befehl des Vaters, sich bei Lady Milford einzufinden und förmlich um ihre Hand anzuhalten, beantwortet Ferdinand so: „Ja, ich will zu ihr – will hin – will ihr Dinge sagen, will ihr einen Spiegel vorhalten – Nichtswürdige! und wenn du auch noch dann meine Hand verlangst – Im Angesicht des versammelten Adels, des Militärs und des Volks – Umgürte dich mit dem ganzen Stolz deines Englands – Ich verwerfe dich – ein deutscher Jüngling.“

An dieser Stelle wird klar, dass Ferdinand für Luise wirklich liebt und es tritt auch deutlich hervor, dass er für sie all seine Reichtümer aufgeben müsse, weil sie ein bürgerliches Mädchen ist.

 

 

Auch an einigen konkreten Textstellen merkt man deutlich, dass immer wieder auf den sozialen Unterschied zwischen Ferdinand und Luise hingewiesen wird.

Luise: „Ferdinand! Ferdinand! Dass du doch wüsstest, wie schön in dieser Sprache das bürgerliche Mädchen sich ausnimmt.“

Hier ist die Betonung klar auf dem Wort bürgerlich, das Standesbewusstsein wird dagestellt.

Ferdinand: „Ich bin ein Edelmann – Lass doch sehen, ob mein Adelbrief älter ist als der Riss zum unendlichen Weltall? Oder mein Wappen gültiger als die Handschrift des Himmels in Luisens Augen: Dieses Weib ist für diesen Mann – Ich bin des Präsidenten Sohn.“

Präsident: „Dass er der Bürgerkanaille den Hof macht – Flatterien sagt – auch meinetwegen Empfindungen vorplaudert - Das sind lauter Sachen, die ich möglich finde – verzeihlich finde – aber- und noch gar die Tochter eines Musikus, sagt Er?“ Präsident:“ Dummer Teufel, was verschlägt es denn Ihm, ob er die Karolin fisch aus der Münze oder vom Bankier bekommt. Tröst Er sich mit dem hiesigen Adel.“

Der Präsident nimmt eine klare, abneigende Position gegenüber Luise, also dem Bürgerstand ein.

Wurm: „in welchem Grade es Ihnen wichtig ist, den Roman mit dem Bürgermädchen zu endigen, und die Verbindung mit Lady Milford zustand zu bringen.“

Wurm bezeichnet das Verhältnis zwischen Luise und Ferdinand als einen „Roman“, also eine unwirkliche Geschichte, die ein Ende haben wird.

Hofmarschall: "Ich sein? Ich? – Ist sie vom Adel?"
Präsident: "Wozu das? Welcher Einfall! – eines Musikanten Tochter.
Hofmarschall: "Bürgerlich also?"

Der Hofmarschall trennt klar Adel und Bürgerlich voneinander; eine Musikanten Tochter gehört zum niederen Stand.

Ferdinand: "Es ist die höchste Gefahr – und die höchste Gefahr muss da sein, wenn meine Liebe den Riesensprung wagen sollte.

Ferdinand spricht Luise an und erklärt ihr, dass es ein großer Sprung sei ihn zu heiraten, da er ja von der höheren gesellschaftlichen Schicht abstammt. Und dieser Sprung ist mit sehr vielen Gefahren, wie z.B. Spott und Verachtung verbunden, weil die Kluft zwischen Adel und Bürgertum so groß ist.

Wurm: "Wählt Lady Milford oder Fluch und Enterbung."

Lady Milford – die Adelige – die Gute; Luise – die Bürgerliche – die Schlechte. Wieder ist der Gegensatz zwischen den sozialen Schichten klar ersichtlich.

Luise: "Ich bin eine Bettlerin!"

Luises Selbstwertgefühl steuert gegen Ende des Stückes auf einen Tiefpunkt zu, die hält sich nicht mehr nur für eine Bürgerliche, sondern sogar für eine Bettlerin.

Sophie: "Aber Mylady – Das ist die Laune nicht, eine Nebenbuhlerin zu empfangen. Erinnern Sie sich, wer Sie sind. Rufen Sie Ihre Geburt, Ihren Rang, Ihre Macht zur Hilfe. Ein stolzeres Herz muss die stolze Pracht Ihres Anblickes erheben."

Hier wird Luise sogar als Nebenbuhlerin bezeichnet. Sophie rät Lady Milford ab, sich mit einer so „niederen Persönlichkeit“ zu treffen, da sie ja von hoher Abstammung ist.

Lady: "Recht! Recht! Ich entsinne mich – die arme Geigerstochter."

Eine Geigerstochter ist nach damaliger Auffassung sowieso arm, auch wenn das Bürgertum das ganze Geld besaß.

 

Selbst die Wahl der Sprache zeigt im Stück die sozialen Unterschiede:

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1. Kleinbürgerliche Welt:

Ø      Miller: derbe, unverblümte, ehrliche, direkte Sprache

Ø      Millerin: auch sprachlich nach Höherem strebend, falsche Verwendung von Fremdwörtern

2. Aristokratische Welt:

Ø      Präsident: geschliffene, befehlende, arrogante Sprache (<-> Miller)

Ø      Hofmarschall: dümmlich, unnatürliche Sprache, vergreift sich bei Wörtern (<-> Millerin)

Ø      Wurm: trotz bürgerlicher Herkunft ähnliche Sprache wie Präsident; Vermischung der realistischen Ausdrucksweise des Bürgertums mit der glatten, distanzierten Sprache des Hofes

3. Lady Milford, Ferdinand u. Luise: keine ständische Sprache

Ø      Lady Milford: Wechsel zwischen höfischer Unnatürlichkeit u. leidenschaftlicher, individueller Natürlichkeit

Ø      Ferdinand: hohes Pathos; abstrakte Bilder oft ohne Wirklichkeitsbezug

Ø      Luise: schlichte Sprache mit echten Empfindungen („Ton des Herzens“); Verstummen bei sprachlich nicht ausdrückbaren Gefühlen; nicht passend: intellektuell geschliffene Sprache gegenüber Lady Milford (epigrammatische Kürze)
 

 


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N.N.  / Kabale und Liebe

Geschichtlicher Hintergrund


Verschwendungssucht der Herrscher


Herzog ließ damals fette Feste feiern
Nahm 700 Mann Gefolgschaft mit nach Venedig um dort Fasching zu feiern
Baute viele Prunkschlösser
Musste das Geld aus dem Volk pressen weile er nich soviel reinkriegte an Steuern


K&L: Wird deutlich an: der Lady Milford
den vielen Geschenken
Lebensart der Adligen
(zu lesen im 2. Akt *glaub'sch*)


PS.: Schiller hatte was gegen Verschwendung
Intrigen
Gefälschte Briefe von einem Minister, um den anderen von seiner Position zu kriegen

K&L: gefälscht Briefe von Wurm für Ferdinand




Willkürherrschaft

Schubert wurde wegen Kritik am Staat zu 10 Jahren verdonnert
Moser 1751 zu 5, weil er eine Position hatte die irgendwem nicht gefiel (glaube der Präsident oder so)


K&L: Miller wird verhaftet und Millerin muss ins Spinnhaus




Mätressenwesen


Herzog hatte viele Affären (bis zu 7 gleichzeitig), Herzogin kriegte das aber mit (kaum zu glauben) und verließ ihn
Um Tussies loßzuwerden verheirateten sie die Herzöge sonst mit Freund oder irgendwem anders


K&L: Bin mir nicht ganz sicher aber ich glaub Lady Milford war schon bissl oll und er hat sie abgeschoben


Soldatenverkauf


Berufssoldaten durften damals verliehen werden
Aber Herzog ließ Handwerker, Bauern usw. erpressen, so das die mussten
Insgesamt so ca. 16000 + 5000 + 2000 ...


K&L:
Glaub das waren die 7000 Leuts die sie an die amerikanische Front geschickt haben




Schuldfrage


Luise: zu strenger Tugendbegriff
Hat bei der Intrige mitgespielt (Ferdinand nich jesacht)


Ferdinand: Unangebrachtes Nichtvertrauen (häh?)
Übermäßige Eifersucht die ihn blind macht


Präsident: Schmiedet Kabale
Sieht Standesschranken zu verbittert


Wurm: Schmiedet Kabale mit
Will Luise, ******

 



Einordnung K&L in Sturm und Drang


Wurde von allem von jungen, bürgerlichen Schriftstellern bewundert - Schiller war 23 und nich so reich (arm)
Rebellion gegen Standesschranken - glaub mal das das Buch das aussagt
Rebellion gegen Väter - sind gegensätzlicher auffassungen
Sohn passt nicht wie Vater regiert
Vater gegen Ferd. Liebe


...

 



Charakterisierung der Person Lady Milford



Das Drama "Kabale und Liebe" von Friedrich Schiller erzählt von der Liebe zwischen einem Adligen und einer Bürgerlichen Ende des 18. Jahrhunderts, die aufgrund des Standesunterschiedes kaum eine Chance haben zueinander zu kommen. Eine Kabale, die sie auseinander bringen soll, führt letztendlich zu ihrer beiden Tod. Schiller kritisiert in diesem Stück vor allem den ersten Stand. Er führt unter anderem auf, wie ein Präsident seine Stellung mißbraucht, um noch mehr Macht zu erringen.

Eine Ausnahme unter den Adligen stellt hier Lady Milford dar. Sie wuchs in England als Tochter des obersten Kämmerers des Königs auf, mußte jedoch schon mit 14 Jahren die Grausamkeiten des Lebens erfahren, als ihr Vater des Verrats bezichtigt und hingerichtet wurde. Am Tag seiner Enthauptung starb auch ihre Mutter. Daraufhin floh die Lady nach Deutschland und lebte dort sechs Jahre von gerade mal ein paar Juwelen, die sie retten konnte, alle Güter ihrer Familie der Krone zufielen.

Im Alter von 20 Jahren lernte sie den Herzog kennen und wurde dessen Geliebte. Nun konnte sie wieder in Wohlstand leben, wie sie es in ihrer Kindheit gewohnt war. Jedoch empfand sie keinerlei Liebe für den Fürsten. Doch sie blieb bei ihm und brachte wieder Menschlichkeit in die Regierung des Landes. Sie beeinflußte den Fürsten, "der wollüstig in" ihrer "Umarmung erschlaffte", und auf ihr Bitten hin Todesurteile zurückzog erließ. So kehrte endlich wieder Gerechtigkeit im Land ein.

Durch diese guten Taten konnte sie sich vor ihrem Gewissen rechtfertigen, das geplagt war von ihrer falschen Beziehung zum Herzog. Sie befand sich immer im Zwiespalt zwischen dem Bedürfnis nach einer Liebe und dem nach Wohlstand. Hätte sie den Fürsten verlassen, wäre ihr auch der Komfort genommen worden. Aber für diesem Reichtum betrog sie ihr Herz, indem sie die Geliebte eines Mannes war, für den sie nichts empfand. Deshalb war sie, trotz des Geldes, in dieser Zeit sehr unglücklich mit ihrem Leben.

Als sie dann Ferdinand begegnete und sich in ihn verliebte, schien ein Traum für sie in Erfüllung zu gehen. Dieser Mann, so denkt sie, soll ihr die Qualen der vergangenen Jahre durch seine Liebe belohnen. Und er hat Geld. Sie müßte also auch nicht auf Wohlstand verzichten. Sie wünscht sich nichts mehr, als Ferdinand heiraten.

Doch als sie von ihm erfahren muß, daß er eine andere liebt, stürzt eine Welt für sie zusammen. Sie weiß, daß sie nie glücklich werden wird mit einem Mann, der ihr "seine Hand nur gezwungen gab". Doch sie will ihn auch nicht ablehnen, da sie um ihren Ruf fürchtet und Ferdinand ja trotzdem liebt. Um ihn zu bekommen will sie sogar Luise, seine Liebste, bestechen, damit diese ihn hergibt. Aber als die ihn ihr dann freiwillig abtreten will, merkt Lady Milford erst, wie egoistisch sie war und daß sie die Liebe zweier Menschen zerstört. Also beschließt sie zurück nach England zu gehen, um Ferdinand zu vergessen und eine neue Liebe zu finden.

Diese Entscheidung unterscheidet sie auch deutlich von den anderen Adligen in diesem Drama, die alles für ihre Macht tun würden, egal ob dabei Menschen ruiniert oder unglücklich werden, und die scheinbar kein Gewissen mehr haben. Sie aber hat eines und ein gutes Herz dazu. Sie läßt Luise ihren Ferdinand und teilt ihr Vermögen unter ihrem Personal auf. Das Vermögen, weswegen sie all die Jahre der Qual beim Herzog zubrachte. Sie gibt also auf, was ihr vorher viel bedeutete und will ein neues Leben beginnen. Ich finde das sehr mutig, da sie nichts gelernt hat, außer in der Welt der Reichen zu leben. Denn jetzt wird sie in England wahrscheinlich wieder Probleme haben, Fuß zu fassen.

 

 

Weisen Sie nach, dass dieses bürgerliche Trauerspiel zur Sturm und Drang-Epoche gehört!




Allein der Titel dieses bürgerlichen Trauerspiels gibt Aufschluss über die Herkunft des Stückes, denn es gehört zur Sturm und Drang-Epoche. 'Kabale' steht als Synonym für die welt des Hofes und die dort herrschenden Laster, während 'Liebe' die Welt der neuen, aufstrebenden bürgerlichen Klasse mit all den ihnen innewohnenden Idealen und Zukunftshoffnungen. Jede einzelne Figur spiegelt das Leben und die Verhältnisse der damaligen Zeit wider. So zum Beispiel der Hofmarschall, der ein williges Werkzeug in den Händen des Fürsten ist. Durch die Ironie und Satire, die die Sprache des Hofmarschalls kennzeichnen, tritt seine Gefährlichkeit zutage. Hofmarschälle waren im 18. und 19. Jahrhundert eine ernste Gefahr für das Volk und die Umgebung ihrer eigenen Person, da sie zu jeder Intrige und Kabale, zu jedem Verbrechen bereit waren, um ihre Ämter zu behalten.

Mit Frau Miller hat Schiller eines jener geduckten Wesen auf die Bühne gebracht, die jahrhundertelang Opfer der Ausbeutungsgesellschaft gewesen sind. Blinder Gehorsam gegenüber dem Staat und der Kirche, bewahrung des häuslichen Friedens um jeden Preis kennzeichnen die erzwungene Untertänigkeit, wie sie die bürgerliche Gesellschaftsordnung ausprägte und zum Sinne treuen Untertanengeistes erhob.

Der Präsident von Walter, der durch ein Verbrechen seine Macht begründet und, die Stufenleiter der Beamten- und Adelshierachie erklimmend, am Hofe eines Fürsten allmächtig wurde, der den willigen Mann braucht, um sein Gottesgnadentum unbeschränkt zu sichern und sich hauptsächlich seinem lasterhaften Vergnügen hingibt, ist eine typische Charakterisierung des Adels aus dieser Zeit.

Schiller sprengt die festgefahrene Einstellung der Standesheirat durch seine Hauptfiguren und stellt so die tiefe Empfindsamkeit und die zwischenmenschliche Beziehung, die aus vollem Herzen entspringt und den gesamten Menschen einnimmt, vor die gesellschaftlichen Verpflichtungen, Zwänge und Normen. Denn wären Luise, die aus dem Bürgertum stammt, und Ferdinand, der dem Adel angehört, aus dem gleichen Stand, so wäre ihr Verhältnis zueinander eine private Angelegenheit geblieben und nicht so ins öffentliche Licht gezogen worden. So aber entsteht hier der Konflikt, der zum Abbild der gesellschaftlichen Missstände wird. Vor allem drei Szenen veranschaulichen diesen gesellschaftlichen Gegensatz besonders. Dies wäre zum einen, der gewaltsame Einbruch in die heile Welt des Musikanten Millers durch den Präsidenten. Durch den knappen heftigen Wortwechsel zwischen den beiden wird der wachsende Bürgerstolz und das wachsende Selbstbewusstsein Millers deutlich, der dem Präsidenten am Ende die Tür weisst (2.Akt,6.Szene). Zum anderen wäre da das Gespräch zwischen Lady Milford und Luise (4.Akt, 7.Szene), in dessen Verlauf aus dem schüchternen Mädchen eine selbstbewusste Anklägerin wird. Und schliesslich die Kammerdienerszene (2.Akt,2.Szene), die zum Höhepunkt der sozialen und politischen Anklage wird. Hier wird ein einzelner Mensch zum Sprachrohr von tausenden Menschen, die ihre Söhne in den Krieg schicken mussten. Schiller zeigt mit dem Stück 'Kabale und Liebe' also ausdrucksvoll die Gegensätze zwischen dem Adel und dem höfischen Leben und dem Bürgertum, welches oft am Rande der Armut lebt.

Das s Dieses bürgerliche Trauerspiel aus der Sturm und Drang-Epoche stammt, ist auch daran zu erkennen, dass Friedrich Schiller ein Hauptvertreter dieser Zeit war. Die Liebe, die so problematischist, zwischen Luise und Ferdinand, die das ganze Werk ausmacht und sich wie ein Spinnennetz unter jede Handlung legt, ist wohl der eindeutigste Merkmalspunkt, der Sturm und Drang-Epoche.

Der Kampf, den beide ausfechten müssen, treibt beide zusammen in den Tod, der somit ihre ewige Liebe besiegelt und sie als Mahnzeichen der Nachwelt bestehen lässt.