europäische literaturgeschichte/ ©gabriele weis
Werkmaterialien
SOPHOKLES
· griech. Tragiker, um 497 v. Chr. Kolonos b. Athen - um 406 ebda.
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Fühlte sich s. Vaterstadt Athen eng verbunden u. hat diese nur in
staatl. Dienst verlassen.
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Sorgfältige gymnast. u. mus. Ausbildung.
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Nimmt in s. Werken selten auf die Politik Bezug, hat aber oft hohe
staatliche Ämter bekleidet. Unter s. Leitung wurden die Tribute der
Bundesgenossen neugeordnet. Zweimal
war er Stratege, 443 Schatzmeister des Seebundes.
Nach der sizil. Katastrophe
Mitgl. des Probulenkollegiums. Auch
als Priester des Halon, e. dem Asklepios verwandten Heilheros, wird er genannt.
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Nach Aristophanes von Byzanz schrieb er I3o Dramen, davon galten 17 (oder
7) als unecht.
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die Anzahl der Siege ist uneinheitl. überliefert (18, 2o oder 24).
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Außerdem soll er auch Elegien, Paiane (Fragmente erhalten) u. e.
Prosaschrift über den Chor geschrieben haben.
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Erhalten sind 7 Tragödien u. 1 Satyrspiel.
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Relative Chronologie: Aias, Trachinierinnen, Antigone, Oidipus Tyrannos
,Elektra, Philoktet, Oidipus
Koloneus.
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Gegenüber
Aischylos hat S. wichtige Neuerungen eingeführt:
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er hat die strenge trilog. Form
mit e. einheitl. Geschehen
aufgegeben u. an d. Stelle das abgeschlossene Einzeldrama gesetzt.
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Die Anzahl der Choreuten hat er von 12 auf 15 erhöht u. gleichzeitig den
dritten Schauspieler eingeführt.
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Dadurch erreicht er e. stärkere Dramatisierung u. Verwicklung der
Handlung.
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Während bei Aischylos die trilog. Form
das Schicksal e. ganzen Geschlechts in den Mittelpunkt stellt, tritt bei
Sophokles e. einzelner Mensch mit s. Schicksal in das Zentrum des einzelnen
Dramas.
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Die Frage nach der Schuld des Helden oder s. ganzen Geschlechts tritt zurück,
im Gegensatz zu Aischylos u. Euripides.
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Die 7 erhaltenen Dramen bilden zwei nach Sprache, Szenenform u.
Handlungsführung streng unterschiedene Gruppen.
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Die i. Gruppe (Aias u. Trachinierinnen) ist gekennzeichnet durch stat.
Szenenbau u. monolog. Stil;
der isolierte Held steht im Mittelpunkt.
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Zur 2. Gruppe gehören Elektra
, Philoktet
u. Oidipus Koloneus ; die
Handlung entwickelt sich im dialog. u. dramat.
Mit- u. Gegeneinander, aus der Beziehung des Helden zu e. Du.
Zwischen beiden Gruppen stehen )Antigone( u. )Oidipus Tyrannos(, in denen S. sich die Mittel der dramat. u. dialog. Behandlung e. Stoffes voll angeeignet hat: s. Meisterwerke. Dunkle Worte, kühne Neubildungen u. bildhaftes Sprechen in den frühen Dramen weichen e. fast rhetor. Klarheit im Satzbau. Der Held ist die zentrale Gestalt im Gegensatz zu Aischylos, bei dem das Walten des Göttlichen im Mittelpunkt steht u. der Mensch ganz in die göttl. Weltordnung eingefügt ist. Der sophokleische Held geht komproniißlos s@ Weg, bleibt s. angebotenen edlen
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Der sophokleische Held geht kompromißlos s. Weg, bleibt s. angebotenen
edlen Wesen treu.
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Oft steht neben dem trag. Ausgesetzten
als Kontrast der untrag. Gescbützte
(Ismene neben Antigone, Iokaste neben Oidipus, Odysseus neben Aias).
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Das Leid bleibt bei Aischylos als Strafe für Schuld u. Vergehen verständl.,
S. sucht das Leid nicht verständl. zu machen.
Es bricht iiber den Menschen herein, es ist das Letzte u. Endgültige,
das von keiner höheren Instanz aufgelöst wird
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Erst im Untergang wird der Held ganz er selber u. erfährt das delph.
„Erkenne dich selbst“, d. h. erkenne deine menschl.
Begrenztheit gegenüber den Göttern.
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Das Leid hat heilenden Charakter, auch wenn der Mensch phys. untergeht.
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Die Nachwirkung der griech. Tragödie
auf das röm. u. neuzeitl. Drama
geht vor allem von Euripides aus. S.
realist. Gestaltung u. psycholog.
Motivierung hat die Dichter stärker angezogen als die plast.
Menschenbilder des Sophokles. Das
geht schon aus der größeren Anzahl der überlieferten Tragödien des Euripides
hervor.