... mittelalterliches bedarfsdeckungssystem ...

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Wirtschaftssysteme  -  Grundformen:

 

Meint man jeweils eine ganz bestimmte Art, das Wirtschaften (also die Herstellung und den Tausch von Gütern) zu organisieren, so spricht man von einem ´Wirtschaftssystem´.

 

Solange Menschen die Güter, die sie herstellen, nicht oder kaum mit anderen Menschen außerhalb kleinster Gemeinschaften tauschen, leben sie in einem sogenannten ´Hauswirtschafts-System´.

 

Hauswirtschaftliche Systeme mit weitestgehender wirtschaftlicher Selbstversorgung (=Subsistenz) gab es in der Stein- und der frühen Bronzezeit, also bis etwa 3000 v.Chr., und nach tiefgreifenden kulturellen Einbruchsereignissen in einzelnen Weltregionen wie etwa der germanischen Völkerwanderung nach Europa zwischen dem 3. Und 5. Jhd. n.Chr..

 

 

Sobald Menschen dazu übergehen, ihre Produkte mit den Produkten anderer Menschen jenseits ihres unmittelbaren Lebenskreises zu tauschen, entwickeln sie neben ihren Hauswirtschaften auch ein ´Verkehrswirtschafts- System´.

 

Verkehrswirtschaftliche Systeme entwickeln Austauschorte - Märkte

Und sie entwickeln zentrale Produktionsorte für die Herstellung von gewerblichen Gütern – Städte

 

 

 

 

 

Verkehrs-Wirtschaftssysteme  -  Grundformen:

 

 

Verkehrs-Wirtschaftssysteme, in denen zwischen 100 und 80% der Menschen in der Landwirtschaft tätig sind, ...

... nennt man Agarwirtschaften / Agrarsysteme oder auch ´Nahrungsökonomische Systeme´

 

Denn in Agrargesellschaften begrenzen die Möglichkeiten der Nahrungsmittelproduktion den Umfang und die Wachstumsmöglichkeiten von Handwerk und Handel.

Das Produktivitätswachstum von Agarsystemen ist vergleichsweise gering.

In solchen Gesellschafts- und Wirtschaftssystemen überwiegt der hauswirtschaftliche den verkehrswirtschaftlichen Bereich.

Die Risiken freier Konkurrenz können in solchen Systemen in der Regel nicht aufgefangen werden - durch staatliche soziale Netze wie heute beispielsweise.

 

Stattdessen finden sich in solchen Systemen für die Land- wie für die Stadtwirtschaft jeweils anders zugeschnittene und von einander getrennte ´korporative (körperschaftliche) Regelsysteme´, die ein Konkurrenzprinzip weitgehend ausschalten. (auf dem Land: Feudalordnungen, in den Städten: Zunftordnungen).

Das wirtschaftliche Leistungsziel ist ´Bedarfsdeckung´, nicht ´Gewinnmaximierung´ und damit größtmögliche Wachstumsdynamik.

 

 

Agarwirtschaftliche Systeme prägten die Lebensbedingungen im nachantiken Europa bis ins 18./19. Jhd..

 

 

 

Wirtschaftssysteme, in denen der Anteil der in der gewerblichen Wirtschaft Tätigen an der Gesamtbevölkerung in etwa die 20%-Marke überschreitet, ...

... nennt man ´Industriewirtschafts-Systeme´

 

Diese reduzieren den hauswirtschaftlichen Produktionsbereich zunehmend zugunsten eines immer reiner verkehrswirtschaftlichen Systems - in dem für den Markt produziert wird (nach den Gesetzen von Angebot und Nachfrage).

Sie weisen ein erheblich dynamischeres Wirtschaftswachstum auf als nahrungsökonomische Systeme - und das um so dynamischer, je deutlicher der gewerbswirtschaftliche Bereich sich der 50%-Marke annähert

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Industrie-Systeme / Grundlage - Kapitalismus:

 

Sobald das nahrungsökonomische Wirtschaftsziel der ´Auskömmlichkeit´ eingetauscht wird

gegen das Ziel der ´Gewinnmaximierung´ und des Wirtschaftswachstums, ...

... wird aus einem einfachen Verkehrswirtschafts-System ein ´kapitalistisches Wirtschafts-System´

 

d.h. der Löwenanteil der erwirtschafteten Gewinne wird vom Unternehmen selbst unmittelbar wieder zu Kapital (= zur Produktion und zum Vertrieb von Gütern investiertes Geld) gemacht - ´re-investiert´-, um Produktivität und kostengünstigkeit zu steigern

und es heißt: das Geld wird mehr als ein Tauschmittel - es wird seinerseits zur Ware - überall dort, wo es verliehen und/oder zu Kapital gemacht, also investiert wird.

Geld in Form von Kapital zur Verfügung zu stellen, wird zu einer eigenen Wirtschaftsleistung - nicht anders als es auszuleihen.

Und diese Leistung hat wie jedes Güterangebot sonst auch ihren Preis. Dieser Preis heißt: Zins oder Dividende/ Ausschüttung

Wer (aus welchen Quellen immer) mehr Geld hat, als er zum unmittelbaren Leben braucht, also Vermögen besitzt, hat in einem kapitalistischen Wirtschaftssystem enorme Möglichkeiten, allein mit seinem Geld Geld zu verdienen: er braucht es den Güterproduzenten um sich herum nur als Kapital zur Verfügung zu stellen - gegen einen Gewinn-Anteil, die Dividende oder Ausschüttung

 

Die Banken fungieren in privat-kapitalistischen Systemen als unverzichtbare, aber auch höchst einflußreiche Organisatoren des Geld-Geschäftes

Dazu gehören Dienstleistungen im Bereich des Zahlungsverkehrs

Dienstleistungen im Bereich des Kredit- und Anleihen-Wesens

Dienstleistungen im Bereich Handels mit Geschäftsanteilen

Dienstleistungen im Bereich des Handels mit Währungen

 

 

Erst kapitalistische Wirtschafts-Systeme ermöglichen ´industrielle Produktionsweisen´ - eine europäische Erfindung aus der 2. Hälfte des 18. Jhds. und bis heute prägender Beschleuniger jenes Kulturprozesses seit der Wende zum 16. Jhd., den man ´Europäisierung der Erde´ nennt

 

 

Dabei sind historisch zwischen 1917 und 1990 miteinander in Streit geraten:

Privat-kapitalistische Wirtschafts-Systeme

und

Staats-kapitalistisch-sozialistische Systeme (bolschewistisches Rußland und ´Sateliten´, maoistisches China ....)

 

 

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