interaktive Klimakarte

Geo e-links Index Map

 

Öko-Landbau

  

     

 

Angaben in Prozent!

2002 Erdöl (Mio. t)   2002 Steinkohle (Mio. t)
Ägypten 36,8 Deutschland 29,2
Angola 46,2 Kasachstan 56,0
Libyen 63,8 Polen 103,7
Algerien 66,5 Südafrika 221,0
Nigeria 97,6 Australien 260,9
Norwegen 157,4 Indien 338,1
Russland 378,2 USA 920,2
Saudi-Arabien 407,2 China 1045,0
Welt 3552,4 Welt 3525,0

2002 Blei (1000t)   2002 Eisenerz (Mio. t)
Südafrika 55 Mauretannien 9,5
Polen 73 Schweden 20,3
Peru 298 Südafrika 35,4
Australien 658 Brasilien 210,5
Welt 2943   Welt 941,3

2002 Bauxit (Mio. t)   2002 Gold (t)
Griechenland 2,49 Tansania 42,30
Guinea 17,00 Mali 56,00
Brasilien 18,20 Ghana 69,53
Australien 53,90 Südafrika 399,20
Welt 138,11 Welt 2512,16

2002 Kupfer (Mio. t)   2002 Platin (t)
Sambia 0,33 USA 4,4
Polen 0,57 Kanada 21,8
Indonesien 1,16 Russland 60,0
Chile 4,62 Südafrika 133,8
Welt 13,78 Welt  

2002 Diamanten (Mio. Karat)
Guinea 0,45
Zentralafr. Republik 0,65
Ghana 0,96
Namibia 1,55
Angola 6,00
Südafrika 10,86
Dem. Rep. Kongo 29,70
Botswana 28,39
Australien 33,50
Welt 75,22

 

Übersicht: Konflikte in Afrika 1998

4: Krieg

3: gewaltsame Krise

2: meist gewaltlose Krise

1: latenter Konflikt

Eritrea-Äthiopien neu

Guinea-Bissau (Bürgerkrieg) neu

Kongo (ehem.Zaire) (Bürgerkrieg)

Sudan (Bürgerkrieg)

Angola (Bürgerkrieg)

Burundi (Bürgerkrieg)

Lesotho (Intervention Südafrika) neu

Ruanda (Bürgerkrieg)

Senegal (Casamance)

Sierra Leone (Bürgerkriegsfolgen)

Sudan-Uganda (Konflikte im Grenzgebiet)

Angola (Cabinda)

Eritrea-Sudan (Rebellenunterstützung)

Liberia (Unruhen)

Nigeria (Minderheiten)

Somalia (Bürgerkriegsfolgen)

Angola (Caprivi-Streifen) neu

Komoren (Sezession)

Djbouti (Afar)

Eritrea-Djibouti (Grenze) beendet

Eritrea-Jemen (Hanisch-Inseln) beendet

Ghana (ethnische Spannungen)

Kenia (Unruhen)

Kongo-Brazzaville (Flüchtlinge, politische Spannungen)

Madagaskar (Sezession) beendet

Mali (Tuareg)

Niger (Tuareg) beendet

Nigeria-Kamerun (Bakassi-Halbinsel)

Somalia (Sezession Somaliland)

Südafrika (Apartheidsfolgen) beendet

Tansania (Sezessionsbestrebungen Sansibar)

Tschad (Bürgerkriegsfolgen) beendet

Zentralafrikanische Republik (Unruhen)


Konflikte in Afrika 1998

Auf dem afrikanischen Kontinent nimmt sowohl die Konflikthäufigkeit als auch die Konfliktintensität zu. Die Region Afrika ist damit sowohl die Region mit den meisten, als auch mit den am heftigsten geführten Konflikten. Die Zahl der Konflikte stieg von 1996 mit 25 Konflikten und 1997 mit 29 wiederrum um 4 auf jetzt 33 an. Dabei ist zu beachten, daß 1998 von diesen 33 Konflikten 6 beendet wurden, so daß am Ende des Jahres noch 27 Konflikte virulent waren. Bei den Streitgegenständen handelt es sich meist um innerstaatliche Machtkonflikte, oft werden aber auch Konflikte um Ressourcen dabei überdeckt. Häufig zu beobachten ist das Phänomen des völligen Zerfalls staatlicher Ordnung wie in Somalia, Liberia, Sierra Leone und Teilen Kongos und die Übernahme der Macht durch lokale Kriegsherren. Zwischen den ehemals zusammengehörenden Staaten Eritrea und Äthiopien fand in Afrika der einzige zwischenstaatliche Krieg 1998 statt.

Am 7.6. unternimmt in Guinea-Bissau der frühere Armeechef Ansumane Mane einen Putschversuch gegen Präsident Joao Vieira. Mane war Anfang des Jahres unter dem Vorwurf des Waffenhandels mit den senegalesischen Rebellen in der Casamance entlassen worden. Regierungstreue und aufständische Truppen liefern sich heftige Kämpfe. Auf Seiten Vieiras greifen Truppen des Senegals und Guineas in den Konflikt ein. Die senegalesischen Rebellen des MFDC (Mouvement des forces democratiques de Casamances) verbünden sich mit Mane und erobern bis auf die Region um die Hauptstadt ganz Guinea-Bissau. Nachdem zwischenzeitlich vor allem senegalesische Truppen gegen die Rebellen kämpfen, treffen sich Mane und Vieira am 31.10. zu Gesprächen in Banjul, Gambia, nachdem ein Vermittlungsversuch Portugals am 1.7. gescheitert war. Am 2.11. unterzeichnen beide Parteien nach Vermittlung von Nigeria und Gambias auf dem ECOWAS-Gipfel in Gambia ein Friedensabkommen. Dies sieht die Stationierung von ECOMOG-Friedenstruppen und Wahlen im März 1999 vor. Die Truppen Senegals bleiben weiter im Land.

Im Zuge der Intervention in Guinea-Bissau verstärkt Senegal seine Anstrengungen, die Rebellen der MFDC in der Casamance-Region militärisch zu besiegen.

In Sierra Leone verschärfen sich Anfang des Jahres die Kämpfe zwischen der von Nigeria angeführten westafrikanischen Friedenstruppe ECOMOG und Soldaten der Militärjunta von Major Johnny Paul Koroma. Am 10. 3. kehrt Präsident Ahmed Tejan Kabbah aus dem Exil zurück, nachdem die Interventionstruppe die Junta gestürzt und aus Freetown vertrieben hat. Soldaten der Militärjunta sowie die mit ihnen verbündeten RUF-Milizen haben sich ins Landesinnere zurückgezogen und terrorisieren die Bevölkerung. Kämpfe mit den ECOMOG-Truppen dauern in einigen Landesteilen an.

In Liberia bleibt die Lage weiter kritisch. Immer wieder kommt es zwischen Regierungstruppen und den Anhängern Roosevelt Johnsons zu bewaffneten Auseinandersetzungen. Johnson, ein Gegner des Präsidenten Charles Taylor, entgeht am 20.9. seiner Verhaftung durch die Flucht nach Nigeria. Der Ecomog-Friedenstruppe ist es bisher nicht gelungen, eine neutrale Armee in Liberia aufzubauen. Somit besteht die Regierungsarmee größtenteils aus der ehemaligen Kriegsmiliz des Präsidenten Taylor, der NPFL (National Patriotic Front of Liberia).

Ethnische Konflikte in Ghana bleiben latent bestehen.

Nigerias Streit mit Kamerun um die Bakassi-Halbinsel, auf der reiche Erdölvorkommen vermutet werden, bleibt ungelöst. Durch die Vermittlung des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes werden am 24.11. insgesamt 211 Kriegsgefangene und internierte Zivilisten zwischen beiden Staaten ausgetauscht. Unterdessen erwartet Kamerun den Schiedsspruch des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag, welcher von ihm mit der Klärung des Streits beauftragt wurde.

In Nigeria wird nach dem Tod des Diktators Sani Abacha am 8.6. Generalstabschef Abdusalam Abubakar zu dessen Nachfolger im Präsidentenamt ernannt. Dieser kündigt die Übergabe der politischen Macht an eine gewählte Zivilregierung an. Auf Druck der Opposition wird Moshood Abiola, der Wahlsieger von 1993, freigelassen. Nach dessen plötzlichem Tod am 7.7. kommt es zu schweren Unruhen im ganzen Land, bei denen mindestens 60 Menschen getötet werden. Präsident Abubakar löst die Regierung auf, das Militär bleibt aber im Amt. In Nigeria schwelen außerdem mehrere regionale Konflikte. Diese bestehen meist zwischen verschiedenen Ethnien und betreffen die Gewinnverteilung aus den Erdölverkäufen Nigerias.

Die innerstaatlichen Probleme des Tschad sind wohl nicht behoben, können aber aufgrund der ungenügenden Informationslage nicht abschließend bewertet werden.

Im Bürgerkrieg im Sudan verhandeln die Regierung aus Khartoum und die südsudanesische Rebellenorganisation der SPLA (Sudanese Peoples Liberation Army) unter John Garang am 4.5. in Nairobi. Am 16.7. verkündet die SPLA einseitig einen dreimonatigen Waffenstillstand. Nachdem im Süden, der von der SPLA beherrscht wird, neben Uran auch Öl gefunden wird, sprechen sich die Rebellen am 27.7. erstmals für eine Teilung des Landes aus. Am 8.8. erklären beide Parteien die laufenden Gespräche für gescheitert, wollen sich aber nach sechs Monaten wieder zu Verhandlungen treffen. Die Operation "Lifeline Sudan" der UNO, die eine erneute Hungerkatastrophe im Südsudan verhindern soll, wird von beiden Konfliktparteien behindert.

Der Konflikt um die Unterstützung der Rebellen im Sudan durch Eritrea bleibt bestehen.

Die fundamental-christliche LRA (Lords Resistance Army) in Uganda, die von Sudan unterstützt wird, bekämpft weiter die Regierung in Kampala.

Die Situation der Afar in Djibouti ist unklar. Dieser Konflikt ist aber weiterhin latent vorhanden. Eritreas Grenzstreit mit Djibouti ist beendet. Ende 1997 wird eine vertiefte Zusammenarbeit beider Staaten vertraglich festgelegt. Anfang März reist Djiboutis Ministerpräsident Gourat zu einem offiziellen Besuch nach Asmara.

Im Konflikt zwischen Eritrea und Jemen ergeht am 9.10. ein Schiedsspruch des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag, der den Konflikt um die Hanisch-Inseln beendet. Beide Seiten akzeptieren das Urteil, in dem die Inselgruppe dem Jemen zugesprochen wird. Die eritreischen Truppen räumen die Inseln und werden am 1.11. durch 3.000 jemenitische Soldaten abgelöst.

Eritreische Truppen marschieren am 6.5. im Norden Äthiopiens ein und besetzen ein etwa 240 qkm großes Gebiet. Da sich beide Seiten unnachgiebig zeigen, erwächst aus den Grenzstreitigkeiten der weltweit einzige zwischenstaatliche Krieg 1998. Das umkämpfte Gebiet liegt in der nähe der Stadt Badame und gilt als gutes Ackerland, außerdem sind Gold- und Marmorvorkommen vorhanden. Nach Luftangriffen beider Seiten bietet die OAU erfolglos an, eine Friedensmission in das Kriegsgebiet zu entsenden. Sowohl Telefonate des US-Präsidenten mit den Staatschefs Eritreas und Äthiopiens, Vermittlungsbemühungen der US-Sonderbeauftragten Susan Rice sowie ein von Ruanda und den USA ausgearbeiteter Friedensplan finden kein Gehör. In beiden Staaten kommt es zu Deportationen und Ausweisungen von eritreischen bzw. äthiopischen Zivilisten. Seit der Einstellung der Kriegshandlungen geben sich Eritrea und Äthiopien unversöhnlich.

Die Lage in Somalia bleibt unübersichtlich. Trotz des im Dezember 1997 in Kairo unterzeichneten Friedensabkommens und zahlreicher weiterer Treffen der einflußreichsten Clanführer brechen im Juni in Teilen Somalias schwere Kämpfe aus. Nach ihrer Rückkehr von Friedensgesprächen in Libyen vereinbaren einige Clanführer, darunter Ali Mahdi Mohamed und Hussein Mohamed Aidid, am 16. 7. den Aufbau einer Verwaltung für die Hauptstadt Mogadischu. Ein Fortschreiten des Friedensprozesses bleibt aber weiterhin durch den Widerstand von Osman Ali Atto und anderen Kriegsherren bedroht. Die Situation in Somaliland ist weitgehend friedlich. Einige Stämme fühlen sich jedoch eher zum Nordosten Somalias, der ein Regionalparlament eingerichtet hat, als zu Somaliland zugehörig und würden eine lockere Föderation mit Somalia bevorzugen.

Die ethnischen Konflikte in Kenia bleiben weiter ungelöst. Nach den Wahlen im Januar kommt es wie in früheren Wahlen zu blutigen Straßenschlachten. Ob die zugesagte Verfassungsreform die Lage stabilisieren kann, ist nicht absehbar.

In Ruanda kämpft die Tutsi-Regierung weiter gegen die Hutu-Milizen. Im Verlauf des Jahres liefern sich beide Seiten Gefechte, die Hunderten das Leben kosten. Wegen Verbrechen während des Genozids von 1994 vollzieht die Regierung am 22.4. Massenhinrichtungen. Am 29.8. kommt es in demselben Zusammenhang zur ersten Verurteilung eines hochrangigen Angeklagten durch den ad hoc Strafgerichtshof in Arusha, Tansania.

Die Kämpfe in Burundi zwischen Hutu-Milizen und Regierungssoldaten dauern 1998 an. Bei den schwersten Kämpfen kommen am 1.1. und 11.11. jeweils mehr als 100 Menschen um. Am 13.1. verhängt Tansania ein Wirtschaftsembargo. Am 12.6. setzt Präsident Buyoya eine Übergangsregierung ein, in der auch Hutus Ämter erhalten. Nach Vermittlung Tansanias wird am 20.7. ein Waffenstillstand zwischen Rebellen und Regierung abgeschlossen. Aus dem Konflikt im benachbarten Kongo hält sich die weiter von Tutsi dominierte Regierung weitgehend heraus, um den Friedensprozeß im eigenen Land nicht zu gefährden.

Im Kongo ordnet Präsident Laurent Kabila am 27.7. die Ausweisung aller Tutsi nach Ruanda an. Diese und die mit ihnen ethnisch verwandten Banyamulenge in der im Osten gelegenen Kivu-Region rebellieren am 3.8. gegen Kabila. Diese Einheiten kämpften im Mai gegen aus Burundi und Ruanda geflohene Hutus. Zu Spannungen kam es bereits zuvor, da die Tutsi-Soldaten enttäuscht auf nicht eingehaltene Versprechen Kabilas reagierten, den sie im Vorjahr gegen Mobuto Sese Seko unterstützt hatten. Die Versprechen bezogen sich auf Teilhabe an der Macht und Schürfrechte in der Katanga-Provinz, die Kabila amerikanischen Firmen übertragen hatte. Am 17.8. gründen die Rebellen die Sammlungsbewegung RCD (Rassemblement congolais pour la democratie) unter Ernest Wamba dia Wamba. Am 24.8. greift Angola mit Boden- und Luftstreitkräften in die Kämpfe ein. Neben den für Kabila kämpfenden Hutu-Milizen aus Ruanda senden auch Namibia, Simbabwe, Tschad und der Sudan Truppen zu seiner Unterstützung. Die Truppen des Tschad gelangen mit logistischer Unterstützung Libyens in den Nordosten des Kongo Auf der Seite der Rebellen kämpfen Truppen Ugandas und Ruandas. Die Kämpfe verlagern sich von der Region um die Hauptstadt Kinshasa in den Osten. Dabei kommt es zu direkten Konfrontationen der Interventionstruppen beider Seiten. Am 8.9. scheitern Verhandlungen aller direkt beteiligter Staaten ohne die RCD in Simbabwe ebenso wie Gespräche bei einem Treffen der OAU in Addis Abeba. Am 15.9. droht Ruanda Kabila mit einem offenen Krieg, sollte weiter Gefahr für seine Westgrenze bestehen. Ein Vermittlungsversuch Südafrikas und der USA vom 5.11. bleibt erfolglos. Auf dem Afrika-Gipfel in Paris am 29.11., an dem die RCD wieder nicht beteiligt ist, verkündet Kabila seine Absicht mit den Rebellen am 18.12. in Burkina Faso einen Friedensvertrag schließen zu wollen.

Nach dem Sieg von Denis Sassou-Ngesso im Bürgerkrieg in Kongo-Brazzaville und der Flucht von Ex-Präsident Lissouba Ende des letzten Jahres, kommt es am 16.1. und 4.2. zu Massenhinrichtungen von Regimegegnern, die zu organisiertem Widerstand nicht mehr in der Lage sind.

Die Unruhen in Zentralafrika, die letztes Jahr durch meuternde Soldaten und ehemalige Soldaten Mobutus aus Zaire ausgelöst wurden, sind beendet. Am 28.11. finden Parlamentswahlen unter Aufsicht einer UNO-Friedenstruppe statt. Deren Mandat läuft jedoch im Februar 1999 vor den Präsidentschaftswahlen aus.

In Angola kommt es am 21.7, 25.9 und am 15.10. zu Gefechten mit mehreren 100 Toten, nachdem sich die UNITA-renovada von der UNITA unter Jonas Savimbi abgespalten hatte. Die UNITA verliert bereits Anfang des Jahres an Einfluß, nachdem ihr die USA die Unterstützung entzogen haben und nun die Regierung unter Präsident dos Santos unterstützen. Frankreich unterstützt dagegen die UNITA, die sich im Kongo-Konflikt mit den Rebellen der RCD verbündet hat. In der angolanischen Exklave Cabinda dauert der Kampf sezessionistischer Rebellen an. Gleichzeitig benutzt die Regierung Cabinda als Ausgangsbasis für ihre Intervention im Kongo.

Durch die Sezessionsbestrebungen des San-Volkes im Caprivi-Streifen bleiben die Beziehungen Namibias zu seinem Nachbar Botswana weiterhin gespannt. In diesem Zusammenhang wirft der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge Namibias Regierung Menschenrechtsverletzungen vor. Über 300 Namibier flüchteten im November nach Botswana. Von der namibischen Regierung erging ein Schießbefehl gegen alle, die den Grenzfluß Chobe illegal überqueren wollen. Zwei Inseln in diesem Grenzfluß sind der Grund für einen weiteren seit Jahren andauernden, Streit zwischen Namibia und Botswana. In diesem Konflikt wird von beiden Parteien der Internationale Gerichtshof in Den Haag zur Klärung angerufen.

Der politische Rassenkonflikt in Südafrika kann mit der Übergabe des Abschlußberichts der Wahrheitskommission am 29. 10. als formal beendet gelten. Es ist allerdings ein Ansteigen der nichtpolitischen Gewalt zu beobachten.

Nach Dauerprotesten der Opposition in Lesotho gegen einen angeblichen Wahlbetrug und nach vergeblichen Vermittlungsversuchen Südafrikas, Botswanas und Simbabwes marschieren am 22. 9. auf Bitte des lesothischen Premierministers Pakalitha Mosisili südafrikanische und botswanische Truppen ein. Teile der lesothischen Armee, die sich der Opposition angeschlossen haben, leisten heftigen Widerstand, werden jedoch nach wenigen Tagen in die Berge vertrieben. Am 29. 10. einigen sich Regierung und Opposition unter Aufsicht der Interventionstruppen auf die Schaffung einer Übergangsbehörde und Neuwahlen in 18 Monaten.

Der Sezessionskonflikt auf den Komoren ist weiter ungelöst. Die Lage stabilisiert sich jedoch vor allem durch die Anwesenheit von Truppen der OAU auf der Insel Anjouan. Diese hatte sich letztes Jahr für unabhängig erklärt, woraufhin die Regierung militärisch intervenierte.

 

 

Übersicht: Konflikte in Afrika 2002

Konfliktname1

Direkt Beteiligte2

Konfliktgegenstand

Beginn

Änd.3

Int.4

Angola - Sambia *

Angola vs. Sambia

Sonstiges (Grenzverletzungen)

2000

1

Angola (Cabinda)

FLEC/FAC, FLEC Renovada vs. Regierung

Sezession

1982

3

Angola (UNITA)

 UNITA vs. angolanische Regierung

Nationale Macht, Ressourcen

1992

4

Äthiopien (Ogaden)

OLF, Rebellengruppen vs. Regierung

 Ethnische und regionale Autonomie

1992

3

Burundi (Hutu)

Hutu-Rebellengruppen (PALIPHEUHUTU-FNL,CNDD-FDD) vs. burundische Regierung

Nationale Macht

1993

4

Elfenbeinküste (RDR, MPCI)

 RDR, MPCI vs. ivorische Regierung (FPI)

Nationale Macht

2000

4

Eritrea - Äthiopien *

 Eritrea vs. Äthiopien

Territorium/Grenze

1998

1

Ghana

Andani vs. Abudu vs. Regierung von Ghana

Nationale Macht

2002

Neu

2

Guinea (UDFG)

UDFG, RUF (aus Sierra Leone) vs. Regierung, von Guinea

Nationale Macht, Ressourcen

1999

1

Guinea-Bissau

Opposition vs. Regierung von Guinea-Bissau

Nationale Macht

1998

2

Guinea-Bissau - Gambia

Guinea-Bissau vs. Gambia

 Regionale Macht, nationale Macht

2002

Neu Ende

2

Kenia *

verschiedene ethnische Gruppen vs. kenianische Regierung; ethn. Gruppen untereinander

Nationale Macht, Ressourcen

1991

2

Komoren (Anjouan)

Regionalregierung Anjouan vs. Regierung Komoren auf Grand Comore

Sezession

1997

2

Kongo

Uganda, Ruanda, RCD (-ML-K, -Goma, -N),MLC, Hema, Lendu vs. Regierung Kongo,Angola, Namibia, Simbabwe, Mayi-Mayi,Interahamwe (Hutu)

Nationale Macht, internationale Macht, Ressourcen

1998

4

Kongo-Brazzaville

Ninja- und Cocoje-Milizen, Angola vs. Regierung

Nationale Macht

1997

3

Lesotho (BNP) *

 BNP u.a. vs. Regierung Lesotho (LCD)

Nationale Macht

1998

Ende

1

Liberia (LURD)

LURD-Rebellen vs. liberianische Regierung

Nationale Macht, Ressourcen

1997

4

Madagaskar

Anhänger von Mark Ravalomanana (Präs.) vs. Anhänger von Didier Ratsiraka (Ex-Präs.)

Nationale Macht, Separation (18 ethnische Gruppen)

2001

Neu

3

Mali (Tuareg) *

 Tuareg-Nomaden vs. Regierung Mali

Ethnische Autonomie

1990

Ende

1

Mauretanien - Senegal *

Senegal vs. Mauretanien

Ressourcen

2000

1

Namibia - Botswana *

Botswana vs. Namibia

Territorium/Grenze (Situngu-Inseln)

1997

1

Namibia (Caprivi-Streifen) *

CLA vs. Regierung Namibia

Sezession (Caprivi-Streifen)

1998

1

Niger - Benin *

Niger vs. Benin

Grenze

2001

1

Nigeria (Christen vs. Muslime)

Muslime, Haussa-Fulani vs. Christen, Yoruba

Sonstiges (Religion)

1993

3

Nigeria - Äquatorialguinea -Kamerun *

Nigeria vs. Äquatorialguinea vs. Kamerun

Territorium/Grenze (Seegrenze im Golf von Guinea), Ressourcen

1999

Ende

1

Nigeria - Kamerun *

Nigeria vs. Kamerun

Territorium (Bakassi-Halbinsel)

1993

1

Nigeria (Nigerdelta)

Ogoni vs. nigerianische Regierung

Ressourcen (Öl)

1993

2

Ruanda - Uganda *

Ruanda vs. Uganda

Regionale Macht, Ressourcen (Bodenschätze)

2000

1

Ruanda (Hutu)

Hutu (Interhamwe) vs. Regierung Ruanda (Tutsi)

Ethnische Autonomie, nationale Macht

1994

2

Senegal (Casamance)

MFDC vs. Regierung Senegal

Regionale und ethnische Autonomie

1982

3

Sierra Leone (RUF)

RUF vs. Regierung Sierra Leone, Kamajormilizen, CDF

Nationale Macht, Ressourcen

1991

2

Simbabwe (ZANU-PF)

Oppositionsparteien (MDC, NCA, CFU) vs.Regierung Simbabwe (ZANU-PF)

Nationale Macht

2000

2

Somalia

SRRC (Koalition aus RRA, Aidid u.a.), Puntland vs. Übergangsregierung Somalia (TNG)

Nationale Macht

1988

3

Somalia (Puntland)

Abdullahi Yussuf vs. Jama Ali Jama

Regionale Macht

2001

3

Somalia (Somaliland)

Regierung Somaliland vs. Somalia (Puntland, TNG, SRRC)

Sezession (Somaliland)

1991

2

Südafrika - Namibia *

Südafrika vs. Namibia

Grenze, Ressourcen (Diamanten)

2000

1

Sudan (SPLA)

SPLA-Rebellen unter John Garang, NDA, PNC vs. Regierung Sudan

Sezession, Ressourcen im Südsudan, Sonstiges (religiöse Vorherschaft)

1989

4

Swasiland *

Demokratie-Bewegung, SFTU vs. Regierung

Nationale Macht, System

2001

1

Tansania (Sansibar) *

CUF und andere Oppositionsparteien vs.Regierung Tansania (CMM)

Regionale Autonomie (Sansibar)

1993

1

Tschad (MDJT)

MDJT, CMAP vs. Regierung Tschad

Nationale Macht

1998

2

Tschad (südliche Provinzen) *

CSNPD vs. Regierung Tschad

Autonomie

1992

Ende

1

Uganda

(LRA) LRA, ADF vs. Regierung Uganda

Nationale Macht

1992

4

Zentralafrikanische Republik

Opposition (Bozizé) vs. Regierung ZAR, Libyen

Nationale Macht

1997

3

Zentralafrikanische Republik - Tschad

Zentralafrikanische Republik vs. Tschad

Nationale Macht

2002

Neu

2

1) mit * gekennzeichnete Konflikte sind nicht mit einem eigenen Text im Regionalteil erwähnt
2) aufgeführt werden nur die im Berichtszeitraum direkt beteiligten Parteien
3) Veränderungen zum Vorjahr: bzw. Eskalation um eine bzw. mehr als eine Intensitätsstufe; bzw. Deeskalation um eine bzw. mehr als eine Intensitätsstufe; keine Veränderung
4) Intensitätsstufen: 4: Krieg; 3: ernste Krise; 2: Krise; 1: latenter Konflikt