d 2003/04:     AL  /


 

ARBEITSAUFTRAG:   Warum drohen Mann und Frau einander zu verfehlen?

 

Hermann Hesse  /  STEPPENWOLF

   

leider keine druckversion abgegeben - deshalb korrekturanmerkungen hier

Textvorstellung:

 

„Zwei Seelen schlagen ach in meiner Brust !“. Dieses Zitat dürfte jedem Goethekenner bekannt sein, es handelt sich um eine Aussage im Paradewerk Faust.

Und auch Hermann Hesses „Steppenwolf“ beleuchtet die Thematik der Mehrschichtigkeit der menschlichen Seele.

Erzählgegenstand ist ein Lebensabschnitt Harry Hallers, dem Protagonisten des Romans, der seine Persönlichkeit in Steppenwolf, Sinnbild für den anti-bürgerlichen, ungebändigten, unkontrollierbaren und freien Teil seiner Selbst_ und in einen bürgerlich, gebildeten, gesitteten Menschen gespalten empfindet.

Als besonders interessant ist die Erzählform zu erwähnen. Denn die Erzählung spielt sich auf drei, immer weiter in die Persönlichkeit eindringenden Erzählebenen ab. Beginnend mit der Charakterisierung eines Außenstehenden, der Rahmenhandlung, bewegt sich der Roman zu persönlichen Aufzeichnungen des Protagonisten, die durchaus nicht realitätsgetreu sind, sondern vielmehr eine Projektion der inneren Zustände auf einer imaginären Ebene wiedergeben. Die dritte Ebene ist ein Traktat, das in der zweiten Ebene erworben wird, natürlich aber nur ein weiteres Hirngespinst der in der Rahmenhandlung erwähnten Person  darstellt.

Der Zeitrahmen oder der Ort der Handlung ist nicht weiter spezifiziert. Einen Hinweis liefern jedoch V:etwa die zahlreichen Erwähnungen des Jazz, sie lassen auf die 20er Jahre des 20. Jahrhunderts schließen.

Die angesprochene? Thematik des Romans ist ein scheiternder Versuch der Selbstfindung. Er scheitert, weil die Vielschichtigkeit der menschlichen und damit der eigenen Seele zwar erkannt, aber nicht verstanden, anerkannt und verarbeitet wird, weil der selbsternannte Steppenwolf Harry Haller sich selbst nicht die Möglichkeit geben kann, etwas anderes zu sein, als ein gesellschaftlich und damit bürgerlich Ausgeschlossener, ein „Erkennender“, ein „Ausnahmemensch“. Doch kann der Steppenwolf diese Erkenntnisse (des Bürgertums, der wahren Größe, seiner Selbst) weder auf sich noch seine Umwelt nutzbringend anwenden oder auch nur gesund verarbeiten, im Gegenteil: er verzweifelt schier daran. Meiner Meinung nach gelingt ihm diese Anwendung nicht, weil er sich selbst nicht wahrnimmt/wahrnehmen will und die gewonnene Erkenntnis so nicht in ein Verhältnis zu sich selbst setzten kann, was jedoch dringend erforderlich wäre. Er sieht Bürgerliches an sich, aber er ist gezwungen, es in Konflikt mit seinem „anderen ich“, mit dem Steppenwolf, zu setzen. Der Steppenwolf entspringt wohl auch weniger seinem vorhandenen Charakter, (sondern)als! vielmehr dem Wusch ein solcher, bereits erwähnter, Ausnahmemensch, nach Nietzsche gar „Übermensch“, den er wohl aus der Literatur kennen mag, zu sein. Er ist Kamel (Bild des Menschen Harry, der sich bildet, große Geister, wie Mozart oder Goethe fast blind verehrt, und zwar besser, als jeder andere) und will ohne irgendein Wissen in Frage stellen zu wollen/können Löwe (Bild des Steppenwolfs, der von jeglichen kulturellen Werten, von Literatur, Musik, Kunst nichts hält, der frei ist) werden (zur näheren Erläuterung: s. Nietzsche). Völlig entrückt ist er schließlich, als sein zweites Ich Hermine ihm auch noch den lebensbejahenden Weg des Nietzsch’schen Kindes offen legt; verkraften und verarbeiten kann der ohnehin schon total überforderte Harry diesen dritten Weg jedoch nicht, was in der Steigerung und Abstrahierung des „magischen Theaters“ zum Mord Hermines und damit des lebensbejahenden Teils führt. An dieser Stelle mag man sich fragen, wieso ausgerechnet die lebensbejahende Hermine um ihren vorzeitigen Tod bettelt. Nun, da Hermine keine eigene Person, sondern nur ein Teil Harrys ist, ist ihr Wunsch zur Existenz vielmehr Ausdruck ihres Status’ innerhalb Harrys und da Harry sich schon lange von jeglicher Art Lebenslust (im Kleide der Veränderung der Umstände) lossagte, stellt Hermine eine anfangs zwar erlösende, aber nichts desto trotz eine existentielle  Bedrohung für den eingefahrenen Zustand Hallers dar. Daraus resultiert der Wusch sich von diesem Teil der eigenen Person loszusagen und aus Gründen des Selbstschutzes wird dieser Wunsch als derjenige Hermines getarnt (s. auch Frauenfiguren).

Doch wer so mit sich ihm bietender Erkenntnis umgeht, wer sich selbst so wenig Möglichkeiten der Entwicklung gibt, wer so wenig auf die eigene Stimme hört und statt dessen den Weg der Abstrahierungen, der Theorien des Selbst und der blinden Verehrung geht, der kann sich Selbst nicht finden, denn er hat gar nicht sich selbst gesucht, sondern nur Wünsche und Vorstellungen in die Realität rufen wollen, die so vielleicht gar nichts mit der Realität zu tun haben. Dieser Versuch muss scheitern und so scheitert auch jede Form der Selbstfindung oder –Definition.

 

Man könnte sich an dieser Stelle fragen, was Hermann Hesse dazu bewegt haben mag, eine solch grandiose Verfehlung aufzubauen. Nun, wo gescheitert wird (hier bei der Selbstfindung), da wird auch immer der Grund des Scheiterns beleuchtet und oft kritisiert, dies mag das Motiv Hesses gewesen sein.

Doch wo genau liegt die Kritik am offensichtlich gescheiterten Handeln Hallers? Liegt sie beim Einzelnen, dessen Wünsche die Realität überspielen, also bei idealisierten Vorstellungen, wie der perfekten Familie, der perfekten/statischen Persönlichkeit, die aus Bequemlichkeit als Realität hingenommen werden? Liegt sie bei der mangelnden Bereitschaft Hallers seine Einstellung und damit sich selbst radikal, von der Wurzel an zu ändern? Wenn dies so wäre und der Weg Nietzsches der Verehrung (Mozart, Goethe), des Abfalls von aller Kultur (Steppenwolf) und der darauf folgenden Bejahung des Lebens von Autor und/oder Leser als Weg des Sinn Findens ansehen wird, so wäre der Steppenwolf eine deutliche Bestätigung Nietzsches. Oder liegt die Kritik doch in der Einstellung Hallers zum Bürgerlichem, V!! seinem verqueren Verständnis des Außergewöh_lichen? Wenn dies zuträfe und die Sinnhaftigkeit oder gar die Richtigkeit eines solchen Verständnisses in Frage gestellt würde, schwämme wohl auch eine gewisse Nietzschekritik direkt unter der Oberfläche des Steppenwolfs.

Wie jeder Einzelne das sehen will_ bleibt immer noch dem Einzelnen überlassen, eine endgültige Deutung steht mir wohl nicht zu.

Aber die Motivation zu schaffen, sich mit diesem Thema auseinander zu setzen, selbst darüber nachzudenken, mag vielleicht auch das primäre Ziel zum Steppenwolf gewesen sein. Ob der Autor nun den Leser oder nur sich motivieren wollte selbst bleibt ebenfalls offen. ~!

 

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Vorweg:

Da die gesamte Handlung nur eine Versinnbildlichung der vorgeblichen geistigen Entwicklung eines Individuums ist, ist die erste Feststellung zwingend die, dass alle bekannten Ursachen und alle Wirkungen geistiger, seelischer und/oder psychologischer Natur sind und dass jedes Mal, wenn von einer der Alternativen Persönlichkeiten explizit und/oder personifiziert die Rede ist, immer nur ein Teil der Gesamtpersönlichkeit Harry Hallers gemeint sein kann.

1. Was macht die zentralen Frauenfiguren im Steppenwolf aus?

 

Hermine, die wohl wichtigste Frauenrolle im Steppenwolf, ist zu aller erst einmal nur ein Teil der Persönlichkeit Harry Hallers. Das macht das Herausfiltern eines Frauenbildes schwierig, aber dennoch sind Hermine als Alternativ-Persönlichkeit recht bezeichnende Attribute zugeordnet.

So steht sie als Prostituierte zwar offiziell außerhalb der bürgerlichen Gesellschaft, ist auf der anderen Seite auf Kunden dieser Gesellschaftsschicht angewiesen und ihr Beruf als solcher ergibt sich schließlich auch nur aus dem spießbürgerlichem Sexualverständnis, das diese Form der Auslebung schon fast zwingend nach sich zieht. Wodurch sie folglich durchaus zu einem Sinnbild für bestimmte Mechanismen in der Gesellschaft wird.

Auch bezeichnend für Hermine ist ihre dominante, bestimmende, leitende, ja schon erzieherische Art, die sie bei jeder Gelegenheit an den Tag legt. Gerade die erziehende Rolle ist Frauen als „für Kindererziehung zuständige Institution“ schon lange eigen, Hermine wendet diese Fähigkeit auch auf den zu zähmenden Steppenwolf an.

Am Bezeichne__sten im Gesamtverständnis des Textes ist wohl die Freiheit, die Hermine genießt. Sie ist völlig selbstbestimmt, sie lässt sich nicht wie der „Mensch Harry“ von der Gesellschaft leiten oder ist gezwungen, wie der Steppenwolf, die Gesellschaft als unüberschreitbare Grenze anzusehen. Sie steht über dem Gesellschaftsapparat, durchschaut ihn aus ihrer Rolle als Prostituierte heraus und hat dadurch dennoch Wurzeln, die sie an die Realität fesseln.~   wohl der wichtigste Punkt, denn nur in der Realität macht die Unterscheidung zwischen Freiheit und Unfreiheit überhaupt Sinn.

Die Tatsache, dass sie nur wechselnd als Gegenspielerin und als Spiegelbild Harrys erscheint, lässt diese Freiheit kaum schrumpfen, denn mehr Freiheit kann ein Aspekt der Persönlichkeit der Gesamtheit gegenüber kaum haben: die jeweilige Bestimmung über Ja (Spiegelbild) und Nein (Gegenspieler), eine Art Vetorecht.

 

Recht verwirrend gerade in diesem Zusammenhang ist allerdings ihr Verlangen zu sterben. Es ist immerhin ihr Anteil an Harrys Persönlichkeit, der zu Harrys Selbstmordgedanken führt.

Aber was macht ausgerechnet den doch eigentlich lebensfähigsten Teil V Harrys Persönlichkeit zum Suizidkandidaten?

Eigentlich ist es doch der Steppenwolf, der unfähig ist sich ein lebenswertes Leben einzurichten und dieses in positiver Rückmeldung seiner Mitmenschen zu führen, nicht jedoch die stets selbstbestimmte, oft fröhliche Hermine.

Doch genau die gesellschaftliche Integration (wenn auch von einer Außenseiterposition aus) ist es, die dem Selbstverständnis Hallers widerspricht, schließlich will er kein Durchschnittsbürger sein, sondern ein Ausnahmemensch und als solcher sieht er sich von der Selbstverständlichkeit und Selbsterkenntnis Hermines bedroht. Die eigene Sinnverfehlung wird unausweichlich klar und somit sieht er seinen gesamten Charakter in Frage gestellt. Hermine und ihre Lebenserkenntnisse passen so wenig zu seinen allgemeinen Vorstellungen vom Menschen, dass ihr Tod bereits bei der ersten Begegnung feststeht, nur die Bewusstwerdung dieser Tatsache dauert bei Harry etwas länger. Hermine hingegen ist ihr Schicksal schon früh bekannt. Der durch sie verkörperte Teil Harrys kann somit wenigstens auch noch die endgültige Freiheit/Macht beweisen nicht so einfach entsorgbar zu sein, was die Souveränität des Charakters noch um einiges steigert.

 

V?!!!

 

2. Was macht die zentralen Männerfiguren in der Textvorlage aus?

Harry Haller ist auf der Suche.

Er sucht/sehnt sich nach Nähe, Verständnis und Führung. Um all dies zu erhalten, erschafft er sich sogar ein alternatives Ich, Hermine, die ihn in seinem „Ausdruck(s)versuch(..), der tief erlebte seelische Veränderungen im Kleide sichtbarer Ereignisse darstellt“, seinen Aufzeichnungen, ebendiese erstrebte Führung gewährt. Allein das Bedürfnis nach Führung jedoch verweist bereits auf die nächste Charaktereigenschaft: eine latente, immer vorhandene Unsicherheit der eigenen Person und das daraus folgende Bedürfnis, diese Unsicherheit mit einer besonders gesicherten Selbsterkenntnis zu überschatten, um sich nicht damit auseinander setzen zu müssen. Und doch: die gewonnene Selbsterkenntnis ist lückenhaft, verlangt nach Ausbesserung, sie wiederspricht sich auf die eine oder andere Art und so ist es geradezu unvermeidlich, zwei - sich widersprechende - Charaktere aufzubauen, die wechselseitig für die real existierende Person Verantwortung zu tragen haben. Wenn man wollte, könnte man dieses Prinzip mit ditheistischen Religionen vergleichen, bei denen ein guter und ein böser, ein Licht- und ein Schattengott für alle Geschehnisse auf der Welt anteilig Rechnung tragen.

Dass dieses Selbstbild nach Weiterentwicklung strebt, steht außer Frage. Es ist einfach zu simpel um etwas so komplexes, wie den menschlichen Geist zu erklären~. Doch die bereits zur Gewohnheit gewordene Unsicherheit und die damit einhergehende Realitätsfremde (wobei diskutierbar bleibt, was die ursächliche Bedingung ist und was folgt), lässt Haller zwangsläufig nur noch weiter Irrwege laufen. Er beginnt seine Seele nicht mehr als zwie- sondern als multigespalten anzusehen, eine Synthese gelingt ihm jedoch nicht, statt dessen tötet er den Teil seiner Selbst, der ihn erst ~V! von der Zwiegespaltenheit seines Gemüts abgebracht hatte. Der Rückfall in alte Verhaltensmuster scheint die logische Schlussfolgerung.

Bestätigung findet diese These, als selbst der imaginäre Mozart Haller zu erklären versucht, dass seine Art des sich Opferns, des Qualen-Erleidens keineswegs zum Erfolg (Selbstfindung/ Selbstdefinition) führt, sondern lediglich davon abhält die Realität zu sehen und ein befreites Lachen alles sei, was (von Not ist) Not tue, denn selbst an diesem Punkt will Harry „die Hölle ... (seines) Inneren nochmals (...) durchwandern“ damit er einmal das Lachen erlerne (letzte Seite)! Und das_ obwohl das Lachen an sich doch nur Sinnbild ist für die Befreiung von der Vorstellung Qualen erleiden zu müssen, um der Realität näher zu kommen. Aber auch diese Form der Selbstbestrafung ist auf eine tief wurzelnde Unsicherheit und den Unwillen diese zu erkennen und sich mit ihr auseinander zu setzen zurück zu führen.

Die melancholischen Selbstmordgedanken und das Verlangen ein Ausnahmemensch, ein Übermensch zu sein sind in erster Linie nur Symptome dieser tieferen Unsicherheit. Wobei natürlich nicht zu leugnen ist, dass das Verlangen ein Übermensch zu sein und der eben daraus resultierenden Erkenntnis genau das zu sein, in großem Maße zu der Erträglichkeit der vorherrschenden V?! Persönlichkeitserkenntnis beiträgt (die Vorstellung, etwas besseres zu sein, ist wohl recht tröstlich, wenn man sich scheinbar unwohler in seiner Haut fühlt als die meisten Mitmenschen). Und diese Erträglichkeit wiederum führt zur Beibehaltung einer dermaßen V?! fatalen Selbsteinschätzung. Das aus ihr resultierende Leiden wird als gewichtiger Teil der Person hingenommen, ja am Ende geradezu verlangt.

Dass jeder Aspekt der V?!! Selbstwahrnehmung sowie der Wahrnehmung der Umwelt stark getrübt ist und damit eine extreme Realitätsfremde demonstriert, muss kaum gesondert erwähnt werden, es folgt logisch aus dem Vorangegangenen.

 

 

3.  Welche Art von aneinander vorbei, ja gegeneinander ist im Steppenwolf thematisiert?

Das große Thema des Romans ist die Verfehlung der eigenen Person. Jetzt mag die Frage aufkommen, wie man sich selbst verfehlen könne. Schließlich weiß man ja meistens_ was man vom Leben erwartet und bereit ist dafür zu opfern, man weiß, was man denkt und wieso und was man tut, darüber besteht meistens gar kein Zweifel. Oder? Wie leicht nimmt man Vorurteile an, hält sich für etwas, das man nicht ist, weiß nicht, was man will? Sehr leicht und wenn, wie hier im Steppenwolf gar das Bedürfnis besteht, die eigene Person in zwei, der Person kaum entsprechende Charaktere einzuteilen, um sich die V?! Handlungen und Gedanken plausibel zu machen, dann kann eigentlich nur von Selbstverfehlung die Rede sein.

Diese Verfehlung muss stattfinden, da Haller nicht in der Lage ist, mit der durchaus richtig erkannten Vielschichtigkeit seiner Seele richtig umzugehen. Er versucht die Unendlichkeit der menschlichen Impulse in dem Bürgerlichen und dem Anti-Bürgerlichen auszudrücken Aber man muss sich doch die Frage stellen, inwiefern das Verhältnis zu einer gesellschaftlichen Schicht allein fähig ist, eine Aussage über den Charakter des Menschen - und nicht nur dessen oberflächlichstes Verhalten - zu zulassen. ~V!!

Bemerkenswert ist übrigens die Stabilität dieser Verfehlung/dieses Weltbilds, denn obwohl es ständig in Frage gestellt wird, wird es nicht ad acta gelegt, sondern wird jedes Mal um ein neues bestätigt. Dies liegt wohl an der guten Erträglichkeit der entsprechenden Aussagen, denn eine von ihnen lautet z.B., dass der Steppenwolf Harry die gesellschaftlichen Strukturen erkennt und damit ein Stück weit über ihr steht. Natürlich schmeichelt dies und verleitet so zur Akzeptanz.

(Mechanismen/Ursachen und Auswirkungen dieser Selbstverfehlung sind auch Thema aller andern Antworten, sowie der Textvorstellung, zur näheren Erläuterung also einfach dort schauen)

  V!!

 

 

4. Welche Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge sind vermittels des Textes und seiner besonderes Struktur beleuchtet?

Da die gesamte Handlung nur eine Versinnbildlichung der vorgeblichen geistigen Entwicklung eines Individuums sind, ist die erste Feststellung zwingend die, dass alle bekannten Ursachen und alle Wirkungen geistiger, seelischer und/oder psychologischer Natur sind.

Die primäre Ursache für die thematisierte Selbstverfehlung ist wohl die Darstellung/Empfindung seiner Persönlichkeit als aufgespalten. Durch diese verquere Vorstellung wird sein Selbstfindungsprozess geradezu unmöglich, da Haller im ständigen Konflikt mit  dem Mensch__ Haller und dem Steppenwolf steht, die beide gefunden sein wollen und nach denen er fataler Weise auch noch simultan sucht, statt sich auf die Suche nach der wahren Essenz seiner Existenz zu machen. V??!!

Doch woher nimmt er diese verzerrten Projektionen seiner Selbst oder welche Ursache liegt ihnen zu Grunde? Aus seinen Vorstellungen und dem, durch diese Vorstellungen geprägten Erleben der Menschen, ihn selbst eingeschlossen. //Gr/Sb Denn seine Vorstellung von den Menschen, ist die, dass es wohl ordentliche, den gesellschaftlichen Regeln folgende, gemäßigte und dementsprechend in allen Dingen mittelmäßige Menschen, nämlich Bürgerliche, gibt und auf der anderen Seite von dieser Vorstellung abweichende Extrem- oder Ausnahmemenschen. Die Extrema, welche diese Sorte Mensche charakterisier_en, könn_en durchaus unterschiedlich sein (sie könn_en von Gewalttätigkeit bis hin zur musikalischen/künstlerischen Genialität reichen, oder „wie bei ihm“ die totale Flucht vor allem Menschlichem V!). Diese Vorstellung ist leider nicht annährend so differenziert, wie die Menschen, die sie beschreiben soll. Ganz besonders schwerwiegend ist diese Situation natürlich für jede Form der Selbsterkenntnis. Denn wenn man den Menschen im allgemeinen die Fähigkeit abspricht, sich selbst neu zu erfinden, dann kann man selbst als Mensch dies ja auch nicht und so ist man ständig auf das Erforschen des bereits existierenden Ichs beschränkt. so:??? Dieses kühle Erforschen, für Haller die einzige Möglichkeit der Selbsterkenntnis, treibt Harry nun auch bis in alle Extreme. Er kann sich nicht vollständig als bürgerlich bezeichnen, deshalb schafft er sich eine zweite Persönlichkeit an, den Steppenwolf, der alles anti-bürgerliche repräsentiert.

Die Differenz zwischen der Summe der gesehenen Charaktere und dem wirklichen Menschen kann auch die Schaffung einer Hermine nicht beheben; sie (die Differenz) bleibt der Grund für die ständig stattfindende Selbstverfehlung Harrys.

~V!!

 

 

5. Wie historisch bedingt/gebunden sind die da beschriebenen Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge?

Die Art und Weise des Zusammenhangs, wie Hermine hier als Frau und Teil des Charakters Harrys beschrieben wird, ist wohl auch eine Frage der behandelten Zeit. Die 20er Jahre, waren die Zeit der sich emanzipierenden Frauen, man hatte das Wahrecht, also die rechtliche Grundlage. Die Theorie und die Realität, das tägliche Leben war am folgen, auch hier begannen Frauen erstmals verstärkt Formen der Arbeit zu übernehmen, für die sie geeignet schienen, wie Sekretärinnenjobs. Aber nicht jede Frau ließ sich auf diese Weise in die Gesellschaft integrieren, manche zogen es vor, die weniger akzeptierten Genüsse eines ungebundeneren Lebens zu kosten, man denke an die berühmte „femme fatale“.

Die sonstigen wirkenden Mechanismen sind zwar der Moderne zugehörig, innerhalb dieser jedoch zeitlich ungebunden.  

~?!V!!!

 

 

6. Als wie zeitgeistgeprägt erscheint dir die Gesamtwerksaussage, das Mann-Frau-Beziehungsgefüge betreffend?

Mir erscheint das im Roman behandelte Mann-Frau-Beziehungsgefüge keineswegs zeitgeistlich geprägt. Die beschriebenen leitenden, (Männer-)erziehenden Aufgaben der Frau sind für die heutige Zeit wahrscheinlich noch um einiges typischer, als sowohl für Entstehungszeit des Romans sowie für den Handlungszeitraum. V?!

Nicht die Anforderung an den starken Mann, der rein intellektuell handelt und der emotionalen Frau deswegen meistens überlegen ist, hat sich in der heutigen Zeit nicht vermindert, sondern die Wertung der angeblichen Gefühlsarmut. Sie wird nämlich nicht mehr als Stärke, sondern eher als Schwäche betrachtet. Also eigentlich eher wie im Steppenwolf, in dem der schwache, nicht erkennende, weil intellektualisierende Mann von dem weiblichen Teil seiner Persönlichkeit geleitet werden muss.

 

 

 

d 12d / Ws  2003/04

bewertungsraster buchanalyse:

 

generalthema: 

zeitgeistgeprägte antworten auf die frage, warum und wodurch mann und frau einander jeweils zu verfehlen drohen

 

spezialthema  -  literarisches werk: 

 

  hermann hesse  /  steppenwolf

 

bearbeiter/in:

 

  AL

 

schriftlicher leistungsbereich:

 

 

methodik

treffsicherheit

aspektreichtum

schlüssigkeit

stil

gr/r/z

Ø

qualität der textvorstellung:

 

14

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14

 

 

qualität der ergebnisse zu frage 1:

 

was macht die zentralen frauenfiguren der textvorlage aus?

 

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~V!10 

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qualität der ergebnisse zu frage 2:

 

was macht die zentralen männerfiguren der textvorlage aus?

 

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~V!10 

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qualität der ergebnisse zu frage 3:

 

 

welche art von aneinander-vorbei, ja gegeneinander ist in der textvorlage thematisiert?

 

  8

 

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~V!!!7

~V!!!7 

 ?!~

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  13

qualität der ergebnisse zu frage 4:

 

 

welche ursache-wirkungszusammenhänge sind vermittels des textes und seiner besonderen struktur beleuchtet?

 

  9

 

  ~V!9>

~V!9 

~V!7

  ~

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qualität der ergebnisse zu frage 5:

 

wie historisch bedingt sind die da beleuchteten ursache-wirkungszusammenhänge?

 

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~V!4 

~V!2

  ~?!

  ~

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qualität der ergebnisse zu frage 6:

 

als wie zeitgeistgeprägt erscheint die gesamtwerkaussage, das mann-frau-beziehungsgefüge betreffend?

 

  6

 

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~V!3

  ~!!

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Ø  schriftlicher leistungsteil:  63:7 =

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