.

 Rauminstallation

  / Juli 2002 /  EI-Sommerfest

THEMA:

 die seite baut vieler bilder wegen sehr langsam auf  -   hören Sie unterdessen den audio-guide der aussteller!

Info-Heft:

  0|1|2|3|4|5|6|7|8|9|10|11|12|13|14|15|16|17|18|19|20|21|22|23|24|25

 

:

INSTALLATIONS-DOKU:

 

.

.

Willkommen in der interaktiven Rauminstallation des diesjährigen Seminarkurses.

 

Kommen Sie mit auf eine Reise, auf der Sie erfahren können, welche verschiedenen Formen von Anpassung es gibt, und wie Sie sich möglicherweise ebenfalls anpassen.

 

Sie betreten

 gleich

einen ersten Raum

 

-          er markiert ein wenig die gesellschaftliche Welt,

 

die ein jeder von uns, seit seiner Geburt zu sehen, zu riechen und schmecken, zu hören und zu beantworten, zu fühlen und zu ertasten begonnen hat 

 

- so oder so...

 

-          Kommen Sie also erst einmal herein!

 

o         da war und ist vor und nach allem anderen die familie  - -  ... die erste der vielen Gesellschaftshüllen um uns herum...

 

o         da waren und sind Häuser und Straßen, Ort- und Landschaften, Fußgängerzonen, Wohn- und Gewerbegebiete, in und zwischen all denen man sich bewegte  - -  ... Gesellschaftshülle auch das -

– zwischen Stilwandel, Bebauungsplänen und Geldbeutel...,  um nur einige Koordinaten modernen Wohnens u. Lebenvollzugs anzureißen...:

 

o         da gab und gibt es unendlich vieles zu besitzen oder in Besitz zu nehmen  - geschenkt zu erhalten, zu verdienen, zu gewinnen, ´notfalls´ gar zu stehlen - -

 

o         aber auch unzählige Wünsche blieben ganz offenbar unerfüllt, Verluste stellten sich ein und waren zu verschmerzen, wenn möglich zu vermeiden  - -

 

o         die Menschen um einen herum steckten in Anforderungsgefügen, die manchen von ihnen sehr zupass zu kommen schienen, anderen nur begrenzt, den dritten gar überhaupt nicht passten - -

 

o         da gab es sichtlich festgefügte außerfamiliäre Gemeinschaftsorte für einen selbst wie:   den Kindergarten, die Kirchengemeinde, die Schule (!), den Verein, den Staat Bundesrepublik mit seiner Verfassung und seiner Unzahl von Gesetzen und Regelungen...

...   -  und weniger festgefügte Gemeinschaftsorte außerhalb der Familie wie den Sandkasten, Straßenfeste & Event-Veranstaltungen aller Art, Campingplatzgemeinschaften...  - -

 

o         da wurde deutlich und immer deutlicher, dass all die vielfältigen Gesellschaftshüllen, mit denen man Bekanntschaft schließen konnte, sobald man einer der unzähligen Gesellschaftsgruppen angehörte bzw. sich ihr anzuschließen suchte, mal ganz gut dem eigenen Spiel- und Aktionstrieb entgegenkamen  -  mal aber auch ganz schön scheuern konnten, um es milde auszudrücken   - -

 

.

.

.

.

 

- - -        je mehr wir uns über unserem Heranwachsen an räumlicher wie gesellschaftlicher bewegungsfähigkeit gewinnen, ...

...desto grösser wird bzw. wurde unser aller wunsch, ...

...nicht einfach ungeprüft bei dem zu bleiben, von wo wir ausgegangen sind...

.

.

.

 

...  zumindest eine zeitlang wollen, ja müssen wir -

- ausbrechen, ...

... andere als die vertraut-engen lebenszuschnitte erproben  - 

leben als anprobe  inszenieren...

 

.

.

.

.

.

leben als

anprobe 

-  das markieren in unserer installation

die rÄumE 2+3

 

.

.

raum 2:

 

o         Leben als Anprobe

 

-  das hat zunächst eine unmittelbar modische Seite:

  wir haben einmal zusammengestellt, in welchen outfits wir uns zeitweilig gefallen haben und zu gefallen suchten:  - -

 

.

.

.

.

 

o         Leben als Anprobe 

 

-  das kann sich auch noch mit einer Reihe anderer Versatzstücke verbinden  -

sie sind nicht minder konfektioniert als unsere Klamottenwünsche - -

-  und:  man gehört ganz schnell irgendwo dazu, wenn man einfach mitmacht, was so alles als ´cool´ gilt:

 

.

.

.

raum 3

.

versucht  verlockung wie verhängnis MÖGLICHER sackgassen und ´zwangsjacken´ ...

...AUF DEM WEG ZWISCHENZEITIGER EINSAMKEIT

ein wenig zu vergegenwärtigen ... 

 

.

 

.

..

.

-  leben als anprobe...

 

-  da winken neben vielen spannenden wegen (!)  leider auch eine Menge einander kreuzender und ineinander mündender sackgassen:  

o         überall dort nämlich, wo nichts als Einsamkeit zu drohen scheint, sobald man nicht ´mit Haut und Haaren´ Konfektionsversatzstück X ´mitmacht´

o         überall dort gleichsam, wo man auf der Suche nach der ´Jacke´, die wie angegossen sitzt und Anziehungskraft entfaltet, unversehens in z.T. wirklich schlimme ´Zwangsjacken´ geschlüpft ist...!

 

.

 - -  Raucher

werden etwa:  hat etwas scheinbar Emanzipatorisches  -  Mitrauchen macht einen ohne weitere ´Mühen´ zu einer Art Gruppenmitglied?!

 

... etwa nichts Probierenswertes? -??!

 

 

.

 - -  sich als trinkfest

zu erweisen steht dann für ein weiteres Stück scheinbarer Unabhängigkeit, vermittelt es doch angeblich so etwas wie ´Spaßkompetenz´...

 

... schon auch probierenswert  - oder? -??!

 

 

.

 - -  und erst die anderen Rausch-Drogen -

bieten sie nicht Gelegenheit sich als ´Genussmensch´ kennen zu lernen und darzustellen und anderen ohne lästige Hemmungen nahe zu kommen?!

 

... auch hier geht es doch um ein Stückchen Lebens-Anprobe, vorbei an schwierigem Allein-Bleiben? - ??!

 

.

 - -  und - früher oder später:

Gewalt -

 

...weil es so scheint, als wirke man durch Bedrohlichkeit stark...

 

... weil einen bestimmte Anpassungen unendlich sprachlos und damit hilflos werden lassen...

 

...weil man ohne Gewalt nicht beschaffen kann, was man für ein Suchtleben braucht...

 

.

.

.

.

.

raum 3

 

 

 

... lädt Sie aber auch ein zu einem kleinen

.

spiel mit anders zugeschnittenen Möglichkeiten:

.

 

-          Anproben sind nämlich nichts Einseitiges:

    wo bestimmte Konfektionswaren unbefriedigt lassen, entstehen schliesslich aussichtsreiche Möglichkeiten, neue, eigene Schnitte zu entwickeln, ,,,

          ...Schnitte, von denen sich am Ende vielleicht sogar auch andere faszinieren lassen, weil sie zu der Art von Leben passen, nach nicht wenige sich sehnen...

.

.

.

.

.

.

.

Erst mit Stift (oder Computer), Papier, Stoff, Maßband, Schere, Nadel und Faden in der Hand werden Anproben zu etwas, was einem nicht einfach nur geschieht, dem man sich zu unterwerfen hat als einer der angezogen werden und damit anziehend werden will...

     ...sie werden zu etwas, was man selbst als Leistung für sich selbst wie für andere verfügbar macht, ...

o         indem man neu über sich selbst und andere und das, was auch mehr als nur einem selbst besser als bisher Getragenes passen könnte, nachdenkt...

o         ...und das nicht als Trockenübung, sondern währenddessen man bereits zu Stift (oder Computer), Papier, Stoff, Maßband, Schere, Nadel und Faden greift...!

 

.

.

 

#  ...diese drei Rauminstallateure  ...

 

 

 

...haben im zurückliegenden Seminarkurs-Jahr ganz unmittelbar auch an sich selbst erfahren:

 

als wie unpassend für das, was sie sich eigentlich vornahmen, sich ihre allzu lange nicht wirklich reflektierte Angepasstheit an das erwies, was ihre tägliche Schülerrolle in der Regel so ausmacht ... -

-          sie haben erfahren, wie frustrierend es sein kann zu glauben, man komme einem deutlich anders als vertraut gesetzten Ziel näher, wenn man mit dem Ziel nicht auch das Schuhwerk wechselt...

-          wer wunde Füße oder gar gebrochene Haxen vermeiden will, der sollte sich weder in Sandalen noch in nicht sorgsam ausgesuchten und eingelaufenen Bergstiefeln ans Gipfelstürmen-Wollen machen  -  ... die drei haben dergleichen in ihren Arbeitshaltungen und Arbeitsweisen übrigens solange getan, wie sie nicht wirklich zu ´Stift (oder Computer), Papier, Stoff, Maßband, Schere, Nadel und Faden´ gegriffen haben...

 

 

Keine Schwierigkeit  - das ist ihnen beim Nachdenken und Reden über Anpassung klar geworden und das würden sie auch anderen gerne klar machen -, die nicht erforderte, dass man passgenau auf sie antwortet!  - - -   und keine Schwierigkeit, die darüber nicht ungeheuer spannend würde!

 

       - - -  und so haben die drei in diesem Jahr ganz sicher ein neues Gespür dafür entwickelt, dass wirklich passgenaues Agieren ohne die Lust zur Unangepasstheit ebenso wenig auskommt wie ohne die Lust an der Herausforderung, die sich mit zielbedingt so oder so veränderten Passvorgaben verbindet - - -

 

Schließlich wurde es zu einem wirklich schönen Erlebnis, an der einmal geborenen Installationsidee gemeinsam immer intensiver so zu feilen, dass sie gerade auch für die Beteiligten selbst von Tag zu Tag in jeder Hinsicht griffiger wurde  -  und sie eigentlich Lust hätten, sie weiterzuentwickeln, wenn da nicht Zeitprobleme wären...