shao-xi, ge13, 5.5.2002
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LAND: |
Guatemala |
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Grunddaten / Stand frühjahr
2002: |
Hauptstadt: |
Ciudad de Guatemala |
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km3: |
108889 km2 |
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Einwohnerzahl: |
12,974,361 |
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Bevölkerungsdichte: |
101,8 Mio Einwohner pro km2 |
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Bevölkerungswachstum: |
2,6% |
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Haupt-Exportprodukte: |
Von den Exportgütern fallen 23% auf Kaffee, 12% auf Zucker, 7% auf Bananen; exportiert wird auch Kardamon, Frischfleisch und Baumwolle in geringeren Mengen. |
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Marktanteile
multinationaler Konzerne: |
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Bruttosozialprodukt: |
17759 Mio US $ |
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Pro-Kopf-Einkommen: |
Ca. 1500 US $ |
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Alphabetisierungsgrad: |
56 % beherrschen lesen und schreiben |
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Arbeitslosenquote: |
in einem geregelten Arbeitsverhältnis sind 34% der Männer und 26% der Frauen |
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Armut: |
90% der Indigenas, 60 % der Gesamtbevölkerung leben in Armut |
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Ethnien: |
65% Indigenas (Eingeborene), Rest Metizen ( Mischlinge aus Weißen und Indianern), 4-5 % Weiße, 2 % farbige Sklavenabkömmlige |
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Religionen: |
96 % katholisch, wobei viele Indianer den katholischen Glauben mit Elementen der alten Mayakulte vermischen. |
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Gegenwärtiges Regierungssystem: |
Konstitutionelle demokratische Republik | |
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Politische Systemgeschichte: |
1524:
Das Gebiet des heutigen Guatemala wird von Spanien erobert. Es folgt eine 300 jährige Kolonialherrschaft. Am 15.9. 1821 erklärt Guatemala die Unabhängigkeit von Spanien und schließt sich dem Kaiserreich Mexiko an. 1893 wird G. zu einem souveränen Staat erklärt, es folgen Diktaturherrschaften mit ständigen Machtkämpfen zwischen den Konservativen und Liberalen. 1944
wird der vorherige Machthaber gestürzt und eine neue Verfassung
verabschiedet, die außer den bürgerlichen Freiheitsrechten auch
Sozialrechte anerkennt, die Möglichkeit der Enteignung von
Großgrundbesitzern vorsieht sowie die Armee zu politischer
Neutraliät verpflichtet. Der demokratisch
gewählte Präsident Guatemalas, Juan José Arévalo Bermejo, bemüht
sich um soziale Reformen und um die Industrialisierung des Landes.
ein.
1954:
Eine vom CIA in Honduras
zusammengestellte Truppe marschiert in Guatemala ein und stürzt Präsident
Jacobo Arbenz Guzman. Der Rebellenführer Carlos Castillo Armas übernimmt
die Leitung des Landes und versucht, allerdings nur mit mäßigem
Erfolg, die Reformen rückgängig zu machen und die „alte Ordnung“
wiederherzustellen. Die
32 jährigen Militärherrschaft in Guatemala neigt sich 1986 nach
demokratisch durchgeführten Wahlen dem Ende zu.
Der Christdemokrat Vinicio Ceresa Arévalo wird neues Staatsoberhaupt.
Die Guerilla-Organisation der
Indios (URNG) setzt ihren Kampf jedoch weiter fort |
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Wirtschaftliche Systemgeschichte: |
Der
Landbesitz ist extrem ungleich verteilt: 2% der Bevölkerung besitzt
65% der Ländereien, u.a. die fruchtbarsten Küstengebiete für die
Exportproduktion.
Diese Landbesitzverhältnisse sichern die Vorherrschaft einer sehr reichen kleinen Kaste von Grossgrundbesitzern,
die sowohl die politische als auch die wirtschaftliche Modernisierung
Guatemalas hemmt und damit feudalistische Verhältnisse auf dem Land
zementiert sowie das Elend in den Städten fördert. Diese
extremen Gegensätze bleiben auch nach Beendigung des Bürgerkriegs,
der sich an der Landfrage und krassen Armut entzündet hatte,
virulent. Das alte
Landproblem ist mit der Aneignung von kommunalem Land durch
Grossgrundbesitzer und neuen Landbesetzungen durch Campesinos erneut
aufgeflackert. "Ein Volk ohne Land ist ein Volk ohne
Frieden": Die Menschen
sind zum Überleben auf die an sich reichlich vorhandenen natürlichen
Ressourcen angewiesen. Ungleichheiten
verringert. Die
Steuereinnahmen sollten bis zum Jahr 2000 erhöht werden, damit die dringend
notwendige Entwicklung der ländlichen Gebiete mit Strassen, Schulen
und einem Gesundheitssystem beginnen kann. 1992:
Honduras, Guatemala und El Salvador schließen ein Abkommen zur
Schaffung einer Freihandelszone. |
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Gesellschaftliche Systemgeschichte: |
In
der vorkolumbianischen Zeit Teil des Maya – Reiches (300-900 n. Chr),
um 1200 n. Chr. Herrschafft von Indianern aus Mexiko. Anfang 16. Jhd.
Einfall der spanischen Eroberer. Indios
werden aus der Gesellschaft isoliert und sogar massakriert. Im
Kampf gegen die seit 1962 bestehenden Guerillagruppen wurden gut
200'000 Menschen getötet oder sind spurlos verschwunden;
1,5 Mio. Menschen wurden durch den Bürgerkrieg zu Flüchtlingen im
eigenen Land oder in Nachbarländern wie Mexiko. Opfer
dieser Gewalt und der Vertreibung war hauptsächlich die
Mayabevölkerung. 1992:
Rigoberta Menchú erhält wegen ihres Eintretens für die Rechte der
Indianer den Friedensnobelpreis. Ciudad
de Guatemala ein Abkommen über die Rechte der Ureinwohner (60% der
Bevölkerung). von
"kommerziellen" kriminellen Handlungen (Entführung, Mord,
bandenmässiger Autodiebstahl) werden kaum je zur Rechenschaft
gezogen. |
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Geschichte der Rolle des Landes im
Welthandel /
welche Abhängigkeiten bestanden bzw. bestehen da jeweils? |
Im Zuge der Modernisierungspolitik Ende letzten Jahrhunderts begannen multinationale Grossunternehmen wie die United Fruit Company (heute Chiquita), sich in Guatemala niederzulassen und grossen Einfluss auf die Politik des Landes auszuüben. |
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Wie/durch welche landesseitige und fremdstaatliche Politik wurden
bzw. werden diese Abhängigkeiten geschaffen und aufrecht erhalten? |
1871:
Beginn der „Liberalen Revolution“ in Guatemala: Justo Rufino
Barrios putscht sich an die Macht und leitet den wirtschaftlichen
Aufschwung des Landes ein. Er
baut eine erste Eisenbahnlinie und Straßen und übergibt Kirchen- und
Indianerland den (überwiegend deutschen) Kaffeeproduzenten. 1898:
Manuel Estrada Cabrera gelangt in Guatemala an die Macht; es folgt
eine Zeit der wirtschaftlichen
Abhängigkeit von den USA (Bananenreich der United Fruit Company 1826: Lazaro
Chacón wird Präsident in Guatemala und bewilligt der
US-amerikanischen United Fruit Company Steuerbefreiung für 25 Jahre |
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Welche Versuche gab bzw. gibt es, solche Abhängigkeiten abzuschütteln? - mit welchem Erfolg? |
Zur Umsetzung der Abkommen sind von IWF, Weltbank und EU Mittel von über einer Mia. US-Dollar versprochen worden. Der Privatwirtschaft nahestehende Ex-Präsident Arzú wollte Guatemala auf die Bedingungen des Weltmarktes hin ausrichten und in die marktökonomischen Pläne der Gesamtregion Zentralamerika einschliessen. Diese neoliberale Wirtschaftspolitik führte zu noch grösserer Armut und Senkung des Lebensstandards der Bevölkerungsmehrheit . | |