anna, ge13, 6.5.2002

 

LAND:

venezuela

Grunddaten

 

/ Stand Frühjahr 2002:

Hauptstadt:

Caracas ; Einwohner ca. 4 Millionen

Km2:

916 700 km² 

Einwohnerzahl:

23,9 Millionen

Bevölkerungsdichte:

23 Einw./km² 

Bevölkerungswachstum:

Haupt-Exportprodukte:

Naturressourcen: Erdöl, Erdgas, Eisenerz, Hydropower, Gold, Bauxit, andere Mineralien und Diamanten

Export: 75% Erdöl u.-derivate, 9% Metalle(v.a. Aluminium u. Stahl

Exportpartner: USA,BRD,Brasilien;Kuba,Japan,Kolumbien

Marktanteile multinationaler Konzerne:

 ?

Bruttosozialprodukt:

58.916 Mio. $

Pro-Kopf-Einkommen:

2840 $

Alphabetisierungsgrad:

91,1% der Gesamtbevölkerung

Arbeitslosenquote:

8,7 %

Armut:

31%

Ethnien:

Spanische, italienische, portugisische, arabische, deutsche, afrikanische, eingeborene

Religionen:

nominal, römisch-katholisch 96 %,protestantisch 2 %, andere 2 %

Gegenwärtiges Regierungssystem:

präsidiale Bundesrepublik seit 1961

Staats- u. Regierungschef:  Oberst Hugo Chávez Frias

                                                           Direktwahl des Staatsoberhaupt alle 5 Jahre

                                                           Wahlpflicht ab 18 Jahre

Politische Interessenverbände u. Führer:  FEDECAMARAS, eine konservative Geschäftsgruppe; VECINOS-Gruppen; venezuelanisches Bündnis v. Arbeiter od. CTV (Gewerkschaft beherrscht durch die demokratische Tätigkeit)

Politische Systemgeschichte:

Unabhänigkeit: 19. April 1811 (Unabhänigkeitserklärung)

                   24. Juni 1811 (Schlacht von Carabobbo)

5. Juli 1811 (von Spanien/Unabhänigkeitstag)

Der seit 02.02.1994 amtierende parteilose Präsident Rafael Caldera Rodriguez verkündet am 28.06. einen Notstandsplan zur Überwindung der Finanz- u. Wirtschaftskrise, d.h. Preiskontrollen, Devisenbewirtschaftung sowie (bis 04.07.1995) die Außerkraftsetzung v. sechs Verfassungsartikeln (Bewegungsfreiheit, Unverletzlichkeit der Wohnung, Verbot der Verhaftung ohne richterlichen Beschluß, Recht auf Besitz, Verbot der Enteignung ohne Entschädigung und Gewerbefreiheit) vorsieht. Proteste der Bevölkerung verstummen, als Caldera zeitgleich Lohnzulagen in Form eines Essens- u. Transportbonus von umgerechnet 35 USD auf Gehälter bis 270 USD (3-facher Mindestlohn) im Monat als Inflationsausgleich anbietet. Am 12.09. legt die Regierung ein weiteres Wirtschaftsprogramm vor: Rückwirkend zum 01.08. wird eine Luxussteuer erhoben, die der Regierung Einnahmeverbesserungen von 1.85 Mrd. USD bringen soll. Weitere Reformen betreffen das Banken- , Versicherungs- und Kapitalmarktgesetz, die Privatisierung staatlicher Unternehmen sowie die Gewährung von Konzessionen für den Ausbau von Autobahnen und Flughäfen mit geschätzten Investitionen von 1,85 Mrd. USD. Auch der Erdölsektor soll privaten Investoren geöffnet werden. Direkte Subventionen gibt es weiterhin für den Ernährungs- u. Gesundheitsplan, der die Fürsorge und Unterstützung für Familien mit geringen Einkommen sichern soll. – Zwischen Mexico, Kolumbien und Venezuela tritt am 01.01.1995 ein Vertrag zur Bildung eines gemeinsamen Marktes in Kraft: Schrittweise sollen die Zölle abgebaut und eine Freihandelszone verwirklicht werden.

 

Im Februar 2000 wurde Oberst Hugo Chávez Frias, der 1992 einen fehlgeschlagenen Putsch angeführt hatte, nach seinem Sieg bei den demokratischen Wahlen v. Dezember 1998 in sein Amt als Staatsoberhaupt eingeführt. Seine Regierung trat vor dem Hintergrund gravierender wirtschaftlicher Probleme und Unzufriedenheit der Bevölkerung mit den herkömmlichen politischen Parteien und offizieller Korruption an und versprach radikale Reformen. Eine im Dezember von einer bedeutenden Mehrheit der Wählerschaft gebilligte Verfassung trat noch im selben Monat in Kraft. Das Parlament versäumte es, die seit langem erwarteten Gesetze zur Stärkung der Rechte indigener Gemeinschaften und zum Verbot der Folter zu verabschieden. Die Entlassung von mindestens 120 Richtern wurde von der Regierung als ein erster Schritt zur Reformierung eines Justizwesens bezeichnet, das Landesweit als unwirksam und politschen Einflüssen ausgesetzt gilt. Nach der Unwetterkatastrophe Mitte Dezember sollen im Norden Venezuelas gelegenen Bundesstaats Vargas 20.000 – 50.000 Menschen durch Hochwasser und Erdrutsche umgekommen sein.

 

Im November 2000 stellt die verfassungsgebende Versammlung nach monatelangem Konsultationen mit politischen Parteien und Organisationen, die unterschiedliche Teile der Zivilgesellschaft vertreten, den Entwurf der neuen Verfassung fertig. Sie beinhaltete Bestimmungen zur Stärkung des Menschenrechtsschutzes, auf deren Grundlage beispielsweise internationale Menschenrechtsabkommen anerkannt werden, Menschenrechtsfälle der Zuständigkeit der Militärjustiz entzogen werden und das zwangsweise verursachte „Verschwinden“ von Menschen unter Strafe gestellt wird. Nichtstaatliche Menschenrechtsorganisationen werden diese und andere Bestimmungen als ausgesprochen fortschrittlich, warnten jedoch zugleich davor, dass sie durch andere Verfassungsbestimmungen, die den Streitkräften mehr politische Macht einräumen, ausgehöhlt werden können. Die Verfassung beinhaltete beispielsweise kein Verbot, wonach sich die Streitkräfte nicht in politische Angelegenheiten einmischen dürfen.

Wirtschaftliche Systemgeschichte:

Gesellschaftliche Systemgeschichte:

Geschichte der Rolle des Landes im Welthandel  /  welche Abhängigkeiten bestanden bzw. bestehen da jeweils?

Wie/durch welche landesseitige und fremdstaatliche Politik wurden bzw. werden diese Abhängigkeiten geschaffen und aufrecht erhalten?

Welche Versuche gab bzw. gibt es, solche Abhängigkeiten abzuschütteln?  -  mit welchem Erfolg?