©gabriele weis

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l-gvi.gif (5336 Byte)1.4.b3-fiktive biographie:

´GROSSWESIRSGATTIN CHENT´

 

 

Du lebst um das Jahr 1250 v.Chr. - im letzten jener insgesomt 3 Großreiche, die am Ende rund 2000 Jahre lang die Geschichte Altägyptens geprägt haben werden: zur Zeit des neuen Reiches, das von 1550 - 1085 v.Chr. dauerte.

 

Be- und geachteter als Du lebt nur eine einzige Frau in ganz Ägypten, die Gattin des Pharao.

Du entstammst einer der seit der Zeit der Thutmosiden (Anfang des Neuen Reiches) einflußreichsten Adelsfamilien in Deinem Land.

Dein bereits betagter, in diesen Tagen gerade im Sterben liegender Vater Mentesuphis hatte zu Beginn das Jahrhunderts, in dem Du lebst, als der erste General Pharaos großen Anteil an jener bedeutenden Schlacht bei Kadesch, die die Grundlage gebildet hatte für den heute zwischen Eurem Nil und dem kleinasiatischen Hethiterreich im wesentlichen herrschenden Gleichgewichtsfrieden.

 

Dein Bruder Sennefer führt zur Zeit ganz im Sinne Eurer Familientradition die Truppen Pharaos gegen die Eurer Westgrenze immer wieder einmal gefährlich werdenden Libyer.

Deine ältere Schwester Irunifer ist mit dem Obersten Priester des Ammun in Theben Painefernefer verheiratet, einem Mann von höchster Bildung und besten Umgangsformen. - Du genießt die viel zu seltenen Gespräche mit diesem zutiefst weisen Menschen sehr - etwa über die Eigenarten und Unterschiede in den verschiedenen Kulturen der Völker Eures Erdkreises, oder über religiöse Fragen.

 

Du selbst bist mit Deinen 22 Jahren die dritte und jüngste Gemahlin des höchsten Reichsbeamten, des Großwesirs Mephres.

Vergangenes Jahr hast Du zum dritten Mal entbunden und wieder einmal nur einem Mädchen das Leben geschenkt. Mephres hat Dich deshalb monatelang außerordentlich vernachlässigt!

Als gewandte und um Deiner Schönheit willen allseits veehrte Gesellschafterin schätzt er Dich jedoch zu sehr, um Dich auf Dauer fallen zu lassen. Du bist und bleibst unangefochten Mephres´Lieblingsgemahlin.

 

In der Regel lebt Ihr in Ramsesstadt.

Ein wichtiger Teil Eures Grundbesitzes liegt im nördlichen Fayum, dem großen, einstigen Sumpfgebiet Unterägyptens.

Dessen Erschließung durch die Anlage des Moeris-Sees war die große Leistung der Nilanwohner zur Zeit Eures Mittleren Reiches gewesen.

Euer dortiges Landhaus steht direkt an den Ufern dieses Sees. In der Zeit der Trockenheit hältst Du Dich hier am liebsten auf.

Das meiste Land besitzt die Familie Deines Mannes jedoch unmittelbar östlich der mittlerweile prachtvoll dastehenden neuen Hauptstadt Eures Pharao. Große, von Sklaven bearbeitete Staatsdomänen schließen sich weiter nach Osten und Norden hin an.

 

Ramses und Dein Mann, der Großwesir, sind sich völlig einig in der harten Behandlung dieser Sklaven. Beide kümmern sich imer wieder intensiv um diese wichtige Einkommensquelle des Hofes.

Manchmal, wenn Deine Dienerin Sarah Dir wieder einmal mit völlig verweinten Augen aufwartet, läßt Du Dir berichten, wie sehr ihr Volk im unweiten Gosen unter der Knute der Ägypter schmachte.

Das bewegt Dich so, daß Du verschiedentlich bei Mephres vorstellig zu werden versucht hast: Könne man mit diesen Arbeitssklaven nicht ein wenig milder verfahren?

Wieder und wieder jedoch bescheidet Mephres Dich abschlägig:

Gerade jene Sklavengruppe, der Sarah entstamme, sei nur dann den berechtigten Lebensinteressen der Ägypter botmäßig zu machen, wenn man sie unter eine eiserne Zwangsherrschaft stelle.

Diese Kinder Israels, wie sie selbst sich nennten, hätten einen gefährlichen Hochmut! Nicht nur daß sie ständig versuchten, ein Gast- statt eines Sklavenrechtes zu beanspruchen. Sie seien auch voller Verachtung für die zahlreichen und sehr verschiedenartigen Götter Eures Volkes!

Angeblich sei im 18. Jhd. einer ihrer Vorfahren - Joseph - einmal Berater eines Eurer Pharaonen gewesen.

 

Das solle sie nun zu einer Freiheit unter Euch berechtigen, wie sie sonst nur die Phönizier, das gewitzteste unter den Händlervölkern Eures Erdkreises, seit kurzer Zeit Euch genießen.

 

Wo aber käme Ägypten hin, wenn es allen auf seinem Reichsgebiet angesiedelten Fremden ein solches Gastrecht gewährte? Dergleichen könne niemals gut gehen! Schon die Phönizier müsse man gut im Auge behalten.

Diese Argumente Deines Mannes leuchten Dir ein. Die Sachzwänge, unter denen Dein Land in dieser Hinsicht zu stehen scheint, stimmen Dich jedoch oft schon recht traurig.

 

Wenigstens Sarah und ihrer Familie versuchst Du deshalb ein besseren Leben zu verschaffen:

So weit es sich bei ihr und einem Teil ihrer ahlreichen Geschwister so ergeben hatte hattest Du ihre Verheiratung mit Menschen Deines eigenen Volkes oder der in Eurem Lande durchaus geachteten phönizischen Fremden unterstützt

 

Seit vorgestern jedoch bist Du völlig verstört:

Das Haus Deines Bruders Senefer ist von Wehklagen erfüllt - sein est ein paar Monate alter Erstgeborener war morgens von seiner Amme gefunden worden: in seinem Bettchen erschlagen!

Und: Sarah, der Du so zugetan gewesen warst, ist verschwunden!

Eben hat Dich der Krieger Deiner Palastwache, mit dem Du sie verheiratet gehabt hattest, verzweifelt um Hilfe angefleht: Denn auch die zweijährige Nofris - Sarah hatte sie in seiner Abwesenheit immer nur Rebecca genannt -, sein kleiner Augenstern, war nirgends aufzufinden gewesen.

Keti brennt darauf, sich der Verfolgungstruppe Pharaos anschließen zu dürfen.

Mittlerweile nämlich ist ein zunächst unglaublich erscheinendes Gerücht in der Hauptstadt zur Gewißheit geworden: Das aufmüpfigste Eurer Sklavenvölker, die Hebräer, haben sich mit Mann und Maus aus Eurem Lande davongestohlen!

Du willst sehen, ob Du Ketis Freistellung von seinen Wachaufgaben veranlassen kannst.

 

 

Eigentlich hattest Du in diesen Tagen nach Theben aufbrechen wollen, um die Fortschritte am Bau Eures neuen Familiengrabes in Augenschein zu nehmen, das die Familie, aus der Du stammst, in der neuen Totenstadt Eures Pharao errichten läßt - in Abu Simbel.

 

Vor einer Woche schon hat man Dich allerdings davon unterrichtet, daß sich der Gesundheitszustand Deines Vaters rapide verschlechtere.

So hast Du Deine Reise erst einmal verschoben.

 

Nun werden gleich zwei Tote auf einmal in der neuen Familiengrabstätte ihre letzte Ruhe finden müssen...

...und es wird Sache Deines Bruders, des neuen Oberhauptes Deiner Familie sein, die Bauarbeiten zu beschleunigen und die Beisetzungsfeierlichkeiten im Anschluß an das Monate in Anspruch nehmende Mumifizierungsverfahren zu organisieren.