1.4.a-ALTÄGYPTEN um 1250 v.chr.
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1.4.b6-fiktive biographie-sklave moses
1.4.b5-fiktive biographie:
´KRIEGER PANAHEMISIS´
Du lebst um das Jahr 1250 v.Chr. - im letzten jener insgesomt 3 Großreiche, die am Ende rund 2000 Jahre lang die Geschichte Altägyptens geprägt haben werden: zur Zeit des neuen Reiches, das von 1550 - 1085 v.Chr. dauerte.
Wie Deine Schwester Ineferti, der Nachkömmling in Eurer Familie, stammst Du aus dem oberägyptischen Ombos in derNähe von Syene, dem späteren Assuan.
Dort bist Du als jüngster Sohn eines reichen Kaufmannes aufgewachsen.
Deine Brüder waren allesamt erfolgreiche Flußschiffer oder Kaufleute geworden.- Ombos lag dafür schließlich besonders günstig.
Dir jedoch war der Sinn von Jugend auf nach Kampf und Heldentum gestanden.
Heute spürst Du alle Deine Knochen: Schon vor 15 Jahren bist Du, ein mittlerweile 60jähriger Greis, in Deine Heimatstadt zurückgekehrt - naqch einem abwechslungsreichen, aber naturgemäß unsteten Soldatenleben.
Inzwischen ist es die zahlreiche Schar Deiner Großnichten und Großneffen, die Du beinahe allabendlich aufs Lebhafteste zu unterhalten weißt mit Deinen spannenden Geschichten von Deinen in mehr als 20 Jahren angefallenen Kriegsabenteuern.
Für die Gründung einer eigenen Familie bist Du immer zu unstet gewesen.
Bis zum Hauptmann hattest Du es schließlich gebracht.
Am Ende Deiner Dienstzeit hast Du ehrenvolle fünf Jahre als Adjutant des Vizekönigs von Kusch zugebracht und dessen Palastwache in Faras unter Dir gehabt.
Oft hattest Du in dieser Zeit Gelegenheit, den Fortgang der staunenswerten Tempelbauten im benachbarten Abu Simbel zu verfolgen. Etwas Beeindruckenderes als die großen Pyramiden in Unterägypten hast Du zwar nie gesehen. Aber das, was nun hier im Süden Deines Landes entsteht, kommt für Dich gleich danach.
Geprägt haben Dein Selbstverständnis bis heute vor allem Deine ersten Soldatenjahre:
Kaum in einigen Grundzügen ausgebildet, warst Du als Offiziersbursche in den 90er Jahren Eures Jahrhunderts bereits stolzer Teilnehmer eines der bedeutendsten und weitesten Feldzüge Deines damals ebenfalls noch blutjungen Pharao.
Die berühmte Schlacht bei Kadesch in Kleinasien gegen die Hethiter hast Du als Augenzeuge erlebt!
Gottseidank hattest Du mit der Bewachung der zahlreichen Staatssklavensiedlungen im Land nie etwas zu tun
So beherzt und gern Du im Laufe Deines Soldatenlebens in so manche Schlacht gezogen bist: Sklaven zu machen und an den Nil zu führen,hatte immer zum Widerwärtigsten gehört, was man Dir abverlangt hatte.
Als sich heute morgen am Hafen in Windeseile das Gerücht verbreitet hatte, daß die Aufmüpfigsten unter den versklavten Völkergruppen, die Hebräer, sich vor zwei Tagen klammheimlich davonzustehlen vermocht hatten, hast Du es wieder einmal in Dir aufsteigen gefühlt: das lange vermißte Prickeln der Bewunderung für eine bedeutsame Tat!
Das Land Gosen zwischen Nil und Rotem Meer, in dem man diese Leute angesiedelt hatte, war oft Durchzugsgebiet für die Armeen Pharaos gewesen, wenn sie in Palästina, Assur oder Kleinasien zu kämpfen gehabt hatten.
Und auch wenn Du in Deinem Leben die Liebe so mancher Frau zu genießen gehabt hattest - keine hättest Du heiraten wollen außer jener Hebräerin Judith, die Du besucht hast, so oft es Dir möglich war, bis ihr Vater sie gegen ihren Willen mit dem Sohn eines seiner Geschäftspartner, Hebräer auch er, verheiratet hatte.
Es hatte eine hilflose Wut in Dir aufsteigen lassen, daß dieses Völkchen sich so sehr in sich zusammenzog, daß für Eure Liebe kein Raum blieb.
Aber war nicht diese entschiedene Ablehnung alles Ägyptischen das, was diese seltsam stolzen Menschen so widerstandsfähig machte wie kaum eine andere der zahlreichen Sklavengruppen im Lande?!
So verletzt Du auf der einen Seite warst. So beeindruckt warst Du auf der anderen: Es flößte Dr Respekt ein, wie selbstbewußt und enrtschieden diese Menschen ihr schweres Leben meisterten.
Und so hatten Judith und Du Euch in Euer Schicksal gefügt und voneinander abgelassen. Wenn Du an sie denkst, wird Dir noch heute wehmütig warm ums Herz.
Deine Brüder leben nur noch zum Teil.
Deine Familie hatte in den Jahren Deiner Dienstzeit in Fras den Ehrgeiz entwickelt, ihre Toten in der Umgebung des neuen Tempels von Abu Simbel beisetzen zu lassen.
Einer Deiner Brüder hatte sich sogar schon länger in Fras angesiedelt und sich dort mit einer Kaufmannstochter aus der Hauptstadt Eures wichtigsten Koloniallandes Kusch verheiratet gehabt.
Von Zeit zu Zeit siehst Du Dir die Grablege an, die auch für Dich dort errichtet und prächtig ausgeschmückt wird.
Den Tod wünschst Du Dir zwar noch nicht, aber Du bist auf Deine alten TAge ein frommer Mann geworden, denkst inzwischen oft und gern über die Geheimnisse Eurer Religion nach und erzählst nicht selten auch voller Eifer von all den beeindruckenden Bauwerken, die Du in Deinem Leben anders als die meisten Ägypter hast bestaunen dürfen. - Je länger Du sie Dir in Erinnerung rufst und über sie nachdenkst, desto besser lassen sie Dich verstehen, worin die Besonderheiten Deines Landes und seiner Religion liegen.