1.4.a-ALTÄGYPTEN um 1250 v.chr.
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1.5.a-MITTELMEERRAUM um 560 v.chr.
1.4.b7-fiktive biographie:::
´SKLAVIN SARAH´
Du lebst um das Jahr um das Jahr 1250 v.Chr. - im letzten jener insgesamt 3 Großreiche, die am Ende rund 2 Jahrtausende lang die Geschichte Altägyptens geprägt haben werden: zur Zeit des Neuen Reiches, das von 1550 - 1085 v.Chr. dauerte.
In den letzten Wochen hast Du gar nicht mehr aufhören können zu weinen:
Denn nun sollte sich zwar endlich die große Sehnsucht Deines israelitischen Volkes nach Befreiung von der Knute der Ägypter erfüllen - unter Führung des Brüderpaares Moses und Aaron hatte es sich in aller Heimlichkeit auf seine endgültige Flucht aus Ägypten vrbereitet...
...aber die Verheißung Eures Schutzgottes Jahwe, von dem Moses und Aaron Euch gekündet hatten, zerreißt Dir bis zur Stunde das Herz!
Immer hattest Du die Sehnsucht Deines Volkes geteilt, eines Tages in das Land seiner Väter zurückkehren zu können.
Aber nun, wo es soweit ist, bricht Dein Leben darüber in zwei wie in Verlorenheit fallende Hälften auseinander!
Wie die rund 15 Generationen vor Dir nämlich bist Du in einem Land aufgewachsen, dem Dein Volk in schweren Hungerjahren einst sein Überleben verdankte.
Und obwohl das Herrenvolk, dem Deine Vorfahren sich da ein hatten anheimgeben müssen, Deine Leute im letzten halben Jahrhundert zunehmend geknechtet hat, ist Dir dieses einzigartig blühende Land am Nil mit seinen ungemein frohsinnigen Bewohnern vertraut wie jenes, nach dem Ihr Hebräer voller Heimweh klagt.
Erst in den letzten Jahrzehnten auch hatten Deine Leute angefangen, sich ganz auf sich selbst zusammenzuziehen: Heiraten mit Ägyptern hatte es kaum noch gegeben.
Deine Familie jedoch war mit dieser Überlebenstechnik weniger einverstanden gewesen und hatte danach gestrebt, ihren Kindern weniger geknechtete Lebensverhältnisse zu verschaffen, als sie in der Provinz Gosen für die dort namentlich zur Ziegelbäckerei zwangsverpflichteten hebräischen Sklaven Pharaos bestanden.
Wo immer ein reicher und menschenfreundlicher Ägypter bereit gewesen war, auch hebräische Sklaven in die Schar seiner Hausbediensteten aufzunehmen, hatte Dein Vater deshalb eines seiner zahlreichen Kinder für eine solche Stellung ins Spiel zu bringen versucht.
Auf diese Weise warst Du im Haus des Großwesirs Mephres in Ramsesstadt gelandet, wo Du seiner Gattin nun bereits seit 4 JAhren in angenehmer Atmosphäre aufzuwarten hast.
Von Anfang an war diese schöne und hochkultivierte Frau Dir wohlgesonnen gewesen. Oft hattest Du Dein überschweres Herz bei ihr ausschütten dürfen, wenn einer Deiner Verwandten und Freunde die rohe Behandlung durch einen der Aufseher Pharaos nicht überlebt hatte oder zum Krüppel geschlagen worden war!
Dein Volk konnte und wollte sich mit einer solchen Behandlung von Jahr zu Jahr weniger abfinden - auch begreift es die Motive Ramses´einfach nicht!
Lange schon hatte deshalb der Entschluß in ihm gegärt, sein Heil in der Flucht zu suchen!
Dein Vater hatte das ewige Fluchtgerede um ihn herum im Grunde seines Herzens nie wirklich ernst genommen.
Als es sich dann aber wider Erwarten in den letzten Wochen abgezeichnet hatte, daß die Anhänger Jahwes wirkllich all ihr Vertrauen darein setzen würden, in das ihnen von jenem Gott zugelobte Land aufzubrechen, den sie als den einzig wahren alleinigen Gott der Welt verehrten, hatte er begonnen, seine einst absichtlich in die ägyptische Gesellschaft hineingepflanzten Kinder eines nach dem anderen aus seinen zwischenzeitlich gewachsenen Bindungen zu den Ägyptern herauszureißen.
Dich hatte das ganz besonders hart getroffen:
Denn Du liebst Deine Herrin Chent.
Und Du liebst den Ägypter, mit dem Chent Dich vor 3 Jahren auf Deine Bitte hin verheiratet hatte: Keti gehört zur Palastwache des Großwesirs - und ihr beide hattet an allerlei Dingen und Beschäftigen gemeinsame Freude.
In Fragen der Religion aber waren Du und Keti sich nie wirklich nahegekommen.
Du fandest Dich in dem ägyptischen Göttergewimmel einfach nicht zurecht.
Für Keti war es absolut selbstverständlich und eine Frage der Ehre gewesen, daß seine kleine, heute zweijährige Tochter Nofris - Du hattest sie in seiner Abwesenheit immer nur Rebecca genannt (!) - in den religiösen Traditionen Ägyptens aufwuchs!
Für Dich dagegen war die kleine Rebecca fraglos eines der Kinder Israels, zu denen Du selbst gehörtest!
Und nun hatte sich Dein Volk vor einigen Wochen angeschickt, in das Land seiner Väter zurückzukehren, in dem der Zusage Jahwes zufolge Milch und Honig flössen!
Allein in Ägypten zurückzubleiben - das hattest Du Dir einfach nicht vorstellen können!
Dich selbst und mehr noch die kleine Rebecca um ein Leben im Schutz jenes einzig wahren alleinigen Gottes zu bringen, der doch mit Deinem Volk seit Urväterzeiten einen unauflöslichen Bund geschlossen hatte - das würdest Du niemals über Dich bringen können!
Dein Volk auf seiner Flucht zu begleiten bedeutete aber Trennung von Keti!
´Eingott-Fanatiker´hatte er Deine Leute immer nur abschätzig genannt. Er würde niemals als Ungläubiger unter ihnen leben wollen!
Fortlassen aber würde er Dich ebenso wenig! Nicht einmal allein, geschweige denn mit seinem kleinen Augenstern Nofris!!
Wenn Du also nicht bleiben konntest - und dessen warst Du nach tränenreichen Gesprächen mit Deinem Vater bangen Herzens sicher - mußtest Du heimlich fort!
Auch von Deiner Herrin Chent durftest Du Dich nicht verabschieden, wenn Du nicht das ganze Fluchtunternehmen in Gefahr bringen wolltest. - Seit Wochen schon hattest Du ihren Blicken und freundlichen Fragen auszuweichen verscuht, um sie nicht belügen zu müssen. Deine gedrückte Stimmung, Deine immer verweinten Augen und Deine wachsende Fahrigkeit waren ihr natürlich nicht entgangen. Aber Du hattest eisern für Dich behalten, was Dir diesmal das Herz abschnürte.
Wie betäubt und innerlich bodenlos leer stolperst Du nun schon seit Wochen an der Seite Deines Vaters durch die Wüste jenseits des Roten Meeres.
Nichts hast Du wahrgenommen vom eigentlichen Aufbruch, nichts von zwischenzeitiger ot und wunderbarer Rettung.
Dein Herz ist wie tot. Am Leben erhält Dich überhaupt nur die kleine Rebecca.
Heute nun aber kommt Dir das Leben um Dich herum völlig anders vor alsbisher. Du hattest jedes Gefühl dafür verloren, wie lange Ihr schon in der Wüste unterwegs seid. Heute nun liegt eine Stimmung in der Luft, die Dich mit einem Mal wie elektrisiert ins Leben zurückholt:
Als Du um Dich blickst, findest Du die Mehrzahl der Menschen aus Eurem Troß in fieberhafter Beschäftigung. Gerade formiert sich ein Zug, der ein Standbild trägt, vor dem sich mehr und mehr Menschen zu Boden werfen und das sie umtanzen: ein goldenes Kalb!
Du verstehst die Welt nicht mehr: Das sieht aus wie eines der religiösen Götterverehrungsfeste, wie die Ägypter sie immer gefeiert haben!