Bossuet
Jacques Bénigne, französischer Theologe und Kirchenpolitiker, * 27. 9. 1627 Dijon, † 12. 4. 1704 Paris; 1669-1671 Bischof von Condom, dann Erzieher des Dauphin, seit 1682 Bischof von Meaux; Schöpfer der sog. "gallikanischen Freiheiten", suchte die Protestanten auf der Grundlage des gallikanischen Kirchenbegriffs zu gewinnen.
lateinisch Bodinus, Jean, französischer Staatsrechtler, * 1530 Angers, † 1596 Laon; Schöpfer des Begriffs und Begründer der Lehre von der Souveränität und erster Theoretiker der absoluten Monarchie.
Souveränität des Staatesrechtliche Unabhängigkeit des Staates von anderen Staaten (Souveränität nach außen) sowie in der Ausübung der Staatsgewalt im Inneren des Staates (keine mediären Gewalten, die wie im mittelalterlichen Staat die Ausübung von Hoheitsrechten nach unten beschränken). Der Begriff wurde von J. Bodin geprägt und stützte den Absolutismus des französischen Königtums, das sich insbesondere im Kampf gegen Adel und Städte einerseits und Papsttum andererseits zu behaupten hatte. - Die Souveränität in diesem Sinn gilt aber nicht mehr als notwendiges Attribut eines Staates. Auch nicht souveräne Staaten (z. B. Protektorate) besitzen Staatscharakter.
Der bedeutendste Staatstheoretikerdes 16. Jahrhunderts entwickelte den Begriff der Souveränität, der staatlichen Gewalt. Während der französischen Reliogionskriege (1562-98) verfaßte der 1529 (oder 1530) geborene Sohn eines Schneidermeisters sein Hauptwerk "Les six livres de la Republique" (Sechs Bücher über den Staat, 1576), in dem er die absolute Macht des Königs als Garant für Frieden und Ordnung beschrieb. Zunächst Karmelitermönch, seit 1560 als Jurist in Paris tätig, trat er 1571 in den Dienst des Herzogs von Alencon. Für einen Hugenotten gehalten, geriet Bodin in der Bartholomäusnacht in Lebensgefahr. Im Jahre 1577 nahm er eine Stelle als Kronanwalt in der Provinz Laon an, um fern der Hauptstadt vor Nachstellungen sicher zu sein. Hier veröffentlichte er sein "Colloquium heptaplomeres", mit dem er seine Forderungen nach religiöser und politischer Toleranz unterstrich. In Laon starb er auch, fast vergessen, im Juni 1596.
Thomas, englischer Philosoph, * 5. 4. 1588 Westport bei Malmesbury, † 4. 12. 1679 Hardwick; einer der großen Systematiker des Rationalismus, mit der Philosophie R. Descartes' vertraut. Um der englischen Revolution zu entgehen, emigrierte Hobbes 1640-1651 nach Paris, kehrte jedoch unter O. Cromwell zurück.
Hobbes' Philosophie ist streng nominalistisch und mechanistisch und schließt die Theologie aus. Sie befasst sich nur mit Gegenständen, natürlichen und künstlichen, d. h. vom Menschen geschaffenen, die der verstandesmäßigen "Berechnung" zugänglich sind. Am wirksamsten wurde seine Lehre vom Naturzustand und Gesellschaftsvertrag (Naturrecht). Werke: "The Elements of Law Natural and Politic" 1640; "Elementa Philosophiae", Teil 1: "De cornore" 1655, Teil 2: "De homine" 1658, Teil 3: "De cive" 1642; "Leviathan" 1651.