©gabriele weis

5.5.imperialismus+kriegzurück-pfeil.gif (2419 Byte)  l-weiter.gif (2419 Byte)6.1.zwischenkriegszeit

 

 l-buch.jpg (1728 Byte)5.6.  19./20.JHD-5:   ideologisches zeitalter-8:

RUSSISCHE REVOLUTIONEN 1917

 

Überblicks-FRAGEN  +  antworten/  

 

 

5.      warum hatten die bolschewiki in dieser situation zwar zunehmend bessere karten, aber keineswegs die größten anhängerzahlen in der russischen bevölkerung?

| antwort:

 

Die Bolschewiki hatten im Verlauf der Doppelherrschaftssituation im Russland des Jahres 1917 zunehmend die besseren Karten, weil sie eher die Forderungen der breiten Bevölkerung durchsetzen wollten als dies die Komiteeleute wollten. Sie agierten von der Strasse aus, waren immer unter den Menschen, wussten genau was gebraucht wurde. Sitzungstaktisch gewieft sorgten sie zudem an entscheidenden Punkten der Verhandlungen auf den Rätekongressen dafür, dass ihre menschewistischen Kontrahenten tief nachts und über zahllosen Provokationen irgendwann die Geduld verloren und gingen, statt ihr abschließendes Stimmrecht im Sinne der wahren Kräfteverhältnisse noch wahrzunehmen

Außerdem hatte das Komitee so seine Legitimitätsprobleme und keine militärischen Erfolge, also keine gute Machtbasis. Trotzdem hatten die Menschewiki und die Kadetten mehr Anhänger, da es in der Bevölkerung immer noch nur etwas mehr als 2% Proletarier gab und längst nicht jeder eine bolschewistische Rätedemokratie im Sinne einer Diktatur des Proletariats als wichtigste Station auf dem russischen Weg zum von Marx prophezeihten Endkommunismus wollte.