©gabriele weis

5.5.imperialismus+kriegzurück-pfeil.gif (2419 Byte)  l-weiter.gif (2419 Byte)6.1.zwischenkriegszeit

 5.6.  19./20.JHD-5:   ideologisches zeitalter-8:  RUSSISCHE REVOLUTIONEN 1917

 
 LENINISMUS
 

             Lenin will:

·       den Marxismus auf das durch den 1. Wk  in die Verlendung getriebene Rußland anwenden

·       daß Rußland zur Weltrevolution, die er am Ende des 1. Weltkrieges erwartet, den ihm möglichenBeitrag leistet, obwohl es selbst noch kein hochkapitalistisches Land ist   -

d.h. obwohl Rußland  im von Marx  vorausgesagten gesetzmäßigen Ablauf seiner Gesellschafts-Geschichte  noch nicht weit genug vorangeschritten ist

 

Begründung:

·       Rußland sei ein halbkoloniales Land, durch den weltweit über ein Kolonialsystem gestützten Kapitalismus der westlichen Industriestaaten in  verhängnisvoller Abhängigkeit gehalten

-      diese Abhängigkeit  bewirke, daß Rußland die  Stufen der Geschichtsentwicklung, die sich laut Marx in allen freien Ländern der Erde mit eindeutiger Gesetzmäßigkeit herausbilden würden, selbst nicht in der dort zu erwartenden Klarheit erreichen könne

 

·       Wenn Rußland seinen Beitrag zur Weltrevolution leisten wolle, was unverzichtbar im Interesse der in die Verelendung getriebenen Menschen des Landes liege, könne es das nur, wenn es die Stufe (3) der Bourgeoisieherrschaft, die  sich unter den weltweiten Herrschaftsansprüchen des weltweit agierenden kapitalistischen Imperialismus hier nie herausbilden werde, überspringe  -   und  unvermittelt die Diktatur des Proletariats (damals ca. 2% der Bevölkerung) errichte

.     Das Zustandekommen der Weltrevolution hänge mit an einer entsprechenden Entwicklung in Rußland.

·       Die Umstrukturierung von Gesellschaft und Wirtschaft im Sinne einer Vereinheitlichung der Gesellschaft in 98% Proletarier und 2% Unternehmer, die Marx als Ergebnis der Industrialisierung erwartet hatte und die in seinen Augen Voraussetzung für die Errichtung von Sozialismus und Endkommunismus war, würde  dann in Rußland nachzuholen sein  -  ohne  sie kein Endkommnuismus.

 

·       Diese unausweichlich erforderliche Umstrukturierung erfolge dann am humansten, wenn nicht bourgeoise Kapitalisten sie  vornähmen, sondern eine Partei, die  sich zum Vorkämpfer  (Avantgarde-Partei) der Herrschaft des Proletariats mache, die bald weltweit anbrechen werde.

 

 

Schlußfolgerung:

·       Angesichts der besonderen halbkolonialen Verhältnisse in Rußland müsse eine solche Avantgardepartei sich zunächst einmal  als Partei von Berufsrevolutionären organisieren  -  eine “Partei neuen Typs“ werden, wie Lenin das nannte.

·       Diese Partei müsse dann die Macht ergreifen, die Revolution als Putsch mit Massenbasis durchführen

-  dazu gehöre jenes perfekte stratigische Taktieren, über das sich zumindest für entscheidende Abstimmungen kurzfristig Mehrheiten simulieren ließen

 

(solange u.a. verunglimpfend diskutieren, bis tief in der Nacht die Gegner entnervt und im Protest das Feld räumen, dann abstimmen lassen;

so entsteht dann auch die Selbstbezeichnung der Anhänger Lenins anläßlich einer Parteikurs-Debatte um die Jahrhundertwende, als Lenins Leute insbesondere die jüdischen Parteitagsdelegierten der russischen Sozialrevolutionäre so provozieren, daß diese die Versammlung verlassen und Lenins Anhänger einen Parteibeschluß durchsetzen können, der den Leninismus zur neuen Parteidoktrin erhebt; 

entgegen den eigentlichen Mehrheitsverhältnissen nennen die Anhänger Lenins sich angesichts ihres taktischen Beschlußerfolges fortan ´Mehrheitler´/BOLSCHEWIKI - ihre ausgetricksten innerparteilichen Gegner (die weiterhin an der Zielsetzung eines demokratische Reformkurses festhalten wollen) nennen sie frech ´Minderheitler´/MENSCHEWIKI, obwohl diese weiterhin die Mehrzahl der Sozialrevolutionäre ausmachen...

 

>>>  entsprechend werden von da an die Ideologiebezeichnungen ´LENINISMUS´ und ´BOLSCHWISMUS´ synonym gebraucht)

 

 

Danach habe die Diktatur des Proletariats erst einmal in den Händen dieser Partei zu liegen

-    bis die Umstrukturierung weit genug gediehen sei, daß keine alten Bewußtseinsfesseln das Handeln der vereinheitlichten Gesellschaftsglieder mehr beeinträchtigten :  sie also  ihre Angelegenheiten selbst in die Hand nehmen könnten.

 

 

Angelpunkt aller Zukunftsentwicklung in Richtung Sozialismus und Kommunismus:

-  die Vergesellschaftung von Produktionsmitteln im Großindustrie- und Banken-Sektor

.     Einführung einer staatlichen Zentralverwaltungswirtschaft auf der einen und einer dezentralen ´Arbeiterkontrolle´ in den verstaatlichten  wie auch in den noch privat belassenen Betrieben auf der anderen Seite - in Erwartung einer großräumigen Freisetzung der Kreativität derer, die als Produzenten über viel praktische Lösungsphantasie verfügten

-  eine zeitweilige Bodenreform// Umverteilung des Adelsbesitzes auf die Bauern/Schaffung von bäuerlichem Privateigentum + Einrichtung von staatlichen Landwirtschaftskollektiven, den Sowchosen