©gabriele weis

5.5.imperialismus+kriegzurück-pfeil.gif (2419 Byte)  l-weiter.gif (2419 Byte)6.1.zwischenkriegszeit

 5.6.  19./20.JHD-5:   ideologisches zeitalter-8:  RUSSISCHE REVOLUTIONEN 1917

 
 RUSSLAND 1928-1953 STALINISMUS
 .
.
 
 
 
 

Unter Stalinismus versteht man die Summe der Theorien (Denkgebäude) und die politische Praxis/das in Anwendung seiner Theorie errichtete System des russischen Sowjet-Diktators  Stalin   (Diktatur von 1929-1953).

 

·       Den Ausgangspunkt von Stalins Theorie und Diktatur-Praxis bilden Marxismus und Leninismus,  aber auch rein persönliche Machtgier.

·       Im Parteiapparat der Nachbürgerkriegszeit in Rußland  (1717 Oktoberrevolution; dann bis 1921 Bürgerkrieg) zu erheblichem Einfluß gelangt, propagiert Stalin für das Problem der nach dem Ende des Weltkrieges ausgebliebenen Weltrevolution die seinen persönlichen diktatorischen Bestrebungen förderlichste Lösung:

Für die Errichtung des Sozialismus als Vorstufe zum Endkommunismus bedürfe es der von Lenin erhofften Weltrevolution gar nicht.  Der hier zu vollziehende Prozeß sei auch allein in einem Lande möglich   -

Voraussetzungen:

·       eine konsequente Zwangsproletarisierung der gesamten Bevölkerung, begleitet von staatlichem Erziehungs- und Säuberungsterror (Kulakenliquidierung;  extreme Bespitzelung der Bevölkerung; Schauprozesse;  ausgedehntes Zwangsarbeitslager- undZwangspsychiatrie-System ...

·       die Errichtung einer Ein-Mann-Diktatur mit ausgeprägtem Personenkult

·       ... eine weitgehende Ersetzung des bisherigen bolschewistischen Internationalismus durch einen intensiv propagierten Sowjet-Patriotismus.

.     und:  ein Abgehen von dem Prinzip:  jedem das Gleiche;  stattdessen:  jedem nach seiner Leistung  (´Helden der Arbeit´); 

·       Atheismus als für alle verbindliche Position

 

-  von hier aus:  Streben nach einer anerkannten Weltmachtposition unter den übrigen Weltmächten:

 

Nichtangriffspakt-Politik bes. gegenüber Polen und Hitler-Deutschland / allerdings bei letzterem 1939 mit einem geheimen expansionisten Zusatz, der den Sowjets im Kriegsfalle zwischen  Deutschland und Polen die Hälfte Polens zusprach

.  1934 Völkerbundsbeitritt, obwohl dieser in Rußland als Organisation der Kapitalisten und Imperialisten galt;  erreicht wird ein ständiger Sitz für die SU im Völkerbundsrat, dem obersten Gremium der Organistation -  Hauptmotiv:  Sicherheitsstreben durch eine sogenannte ´kollektive Sicherheitspolitik´                                                                                                 

 .  1941 aus der Position einer weiteren von Hitler-Deutschland überfallenen Macht heraus:  Bündnispolitik mit den Westalliierten: sogenannte  ´Unnatürliche Allianz´  -  erhebliche Spannungen mit diesen Allierten während des Krieges bezüglich der von den Westalliierten bis 1944 hinausgezögerten Errichtung der Westfront  -  infolgedessen ungeheure eigene Kriegsleistung um den Preis von 25 Mio. toten Russen

 

>>  ergibt die Nachkriegsposition Stalins:

den Anspruch darauf, auf der Grundlage des Geleisteten wie aus sicherheitspolitischen Überlegungen heraus, von den Westmächten in Europa als neben den USA zweite Supermacht respektiert zu werden -  entsprechend entschiedene Blockbildungspolitik nach 1946

·       aber auch:  gleichzeitige Fortsetzung der Kominternpolitik Lenins -  Parole bis 1935:  Hauptgegner - internationale Sozialdemokratie  (das vergrößerte die Bewegungsspielräume der verschiedenen ´faschistischen Bewegungen´ in Europa!  erst ab 1935:  Hauptgegner  -  Faschismus)

 

 

 

 Resultate:

·       rund 30 Mio. Tote als Opfer eines rabiaten Zwangssystems ...

·       verfassungspolitische Abkehr vom Rätesystem (Abschaffung des Allrussischen Rätekongresses und des Zentralen Exekutivkomitees  zugunsten eines vom Generalsekretariat der KPdSU abhängigen Obersten Sowjet aus Unions- und Nationalitätenrat -  Gleichsetzung von Partei und Staat  = sogenannter ´Demokratischer Zentralismus´ - real:  Ein-Mann-Diktatur!

 

·       aber auch: 

·       endlich entscheidende Industrialisierungsfortschritte  (Steigerungsraten der industriellen Produktion zwischen 1928 und 1940 zwischen 150 und 350 %)  -  die Industrie hatte die Landwirtschaft vom ersten Rang verdrängt

·       entscheidende Alphabetisierungsfortschritte (Ende der 30er Jahre fast 90 % der jüngeren Sowjetbürger)

·       Einbeziehung von Frauen in den Produktionsprozeß im Dienst der Produktivitätssteigerung  -  als ´sozialistische Gleichberechtigungserrungenschaft gefeiert)

 

·       die Supermachtposition am Ende des 2. Weltkrieges (um den höchsten Preis unter allen beteiligten Völkern (25 Mio tote Russen von insgeamt 55 Mio. Weltkriegstoten) ...

- entscheidender Anteil an der Entstehung einer in zwei feindliche Blöcke geteilten Welt nach 1945 /  gnadenlos brutale Blockbildungspraktiken in Osteuropa  (´Panzerkommunismus´1953 in der DDR;  beibehalten von Stalins Nachfolgern  1956 in Ungarn und 1968 in der Tschechoslowakei  -  entsprechender vorauseilender Gehorsam seitens der Kommunistischen Partei bei entsprechenden Aufstandsbewegungen in Polen)

-  Verfolgen blockpolitischer Optionen im Weltmaßstab  -  Hauptkonfliktregionen:  Korea (1951-53);  in nachstalinistischer Zeit fortgesetzt in:  Vietnam-Indochina  (1954/60-74);  Naher Osten;  Afrika;  Lateinamerika