1914
Zu Beginn des Ersten Weltkriegs Meldung als Freiwilliger. Goebbels wird jedoch aufgrund seiner Gehbehinderung als wehruntauglich abgelehnt.
1917-1921 Studium der Germanistik, Altphilologie und Geschichte in mehreren deutschen Städten. Das Studium wird teilweise von einem katholischen Förderprogramm finanziert.
1921 Promotion in Germanistik an der Bonner Universität. Goebbels schreibt seine Dissertation unter der Betreuung des jüdischen Professors Freiherr von Waldberg und studiert bei dem von ihm verehrten, ebenfalls jüdischen Literaturwissenschaftler Professor Friedrich Gundolf.
Er läßt sich zeit seines Lebens mit seinem Titel anreden und unterschreibt als Paraphe mit "Dr. G.".
1921-1924 Goebbels versucht vergeblich, eine Anstellung als Journalist oder Dramaturg zu erhalten. Er wird auch von zahlreichen renommierten jüdischen Verlagshäusern abgelehnt.
1924 21. August: Nach ersten Kontakten mit nationalsozialistischen Kreisen auf dem Parteitag in Weimar gründet Goebbels in Mönchengladbach eine Ortsgruppe der Nationalsozialistischen Freiheitsbewegung Großdeutschlands, einer Tarnorganisation der seit dem Hitler-Putsch verbotenen Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP).
1. Oktober - 20. Januar 1925: Schriftleiter der Wochenzeitung "Völkische Freiheit". Goebbels attackiert in den von ihm verfaßten Artikeln vor allem prominente jüdische Verleger.
1925 März: Mitglied des Vorstands des Gaus Rheinland-Nord der NSDAP.
In zahlreichen Reden polemisiert Goebbels gegen die Außenpolitik von Gustav Stresemann.
September: Er wird Gaugeschäftsführer und Schriftleiter der "Nationalsozialistischen Briefe", die als Organ des antikapitalistischen Flügels der NSDAP um Gregor Strasser und Otto Strasser die zentralistische Parteiführung Adolf Hitlers kritisieren.
1926 14. Februar: Auf einer Führertagung in Bamberg ordnet sich Goebbels bedingungslos Hitler unter und wendet sich damit gegen die Brüder Strasser.
28. Oktober: Hitler ernennt Goebbels zum Gauleiter von Berlin-Brandenburg. Im sogenannten roten Berlin zählt die NSDAP bisher lediglich 500 Mitglieder.
Goebbels beendet die fünfjährige Liaison mit der Rheydter Lehrerin Else Janke, Tochter einer jüdischen Mutter und eines christlichen Vaters.
1927 4. Juli: Die erste Ausgabe der von Goebbels gegründeten NS-Propagandazeitung "Der Angriff" erscheint. Goebbels agitiert in dem anfangs zweimal wöchentlich erscheinenden Blatt vor allem gegen den jüdischen Berliner Vizepolizeipräsidenten Bernhard Weiß (1880-1951).
1928-1945 Mitglied des Reichstags. Goebbels profiliert sich durch demagogische, zynische und antisemitische Verleumdungen einflußreicher Juden und linker Politiker.
1930 23. Februar: Der 23jährige SA-Führer und Pfarrerssohn Horst Wessel (1907-1930) stirbt in Berlin an den Folgen einer Schußverletzung, die ihm Mitglieder der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) beibrachten. Goebbels stilisiert Wessel zum "Märtyrer für das Dritte Reich".
Ernennung zum Reichspropagandaleiter mit dem Stellvertreter Heinrich Himmler. Goebbels' Hauptaufgabe ist die propagandistische Vorbereitung der Reichstagswahlen 1930 und 1932.
ab Oktober: "Der Angriff" erscheint täglich.
1931 19. Dezember: Heirat mit Magda Quandt (geb. Behrendt) in Berlin, Trauzeugen sind Franz Ritter von Epp und Hitler.
Die Ehe, in der sich Quandt auf die Pflege des Haushalts und die Erziehung der sechs gemeinsamen Kinder beschränken sollte, wird als mustergültige Verbindung propagiert. Durch Quandt wird die Wohnung der Goebbels zu einem beliebten Treffpunkt der Parteigrößen.
1932 Juli: Anläßlich der bevorstehenden Reichstagswahlen organisiert Goebbels die Deutschlandflüge Hitlers, die den "Führer" innerhalb eines Monats in über 50 Städte des Reichs führen.
Goebbels übernimmt den im August 1930 von der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) und vom "Stahlhelm" gegründeten und seit März 1932 ausschließlich nationalsozialistisch beherrschten "Reichsverband Deutscher Rundfunkteilnehmer für Kultur, Beruf und Volkstum". Dessen sogenannte Betriebszellen sollen in den Funkhäusern bei einer nationalsozialistischen Machtübernahme die wichtigsten Funktionen des Sendebetriebs übernehmen.
Auf Goebbels Anordnung hin beteiligen sich die Nationalsozialisten am Streik der Beschäftigten der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), zu dem auch die kommunistische Revolutionäre Gewerkschafts-Opposition (RGO) aufgerufen hat.