gabriele weis

 zurück-pfeil.gif (2419 Byte) 6.2.  20.JHD-2: ideologisches zeitalter 9: DIE ´REVOLUTION´ VON 1918 IN DEUTSCHLAND

> WEIMARER REPUBLIK 1919-1933:
  
l-buch.jpg (1728 Byte)´REVOLUTION´ IN D
 
lemo chronik:
1918 |1919 

uspd/spartakusbund/kpd|   spd|zentrum|ddp|dvp|   dnvp|nsdap

freikorps1|freikorps2

PERSONEN-INFOS

.

.

..

Als die oberste Seekriegsleitung am 28. 10. 1918 der Hochseeflotte den Befehl zum Auslaufen gab, kam es bei den Matrosen in Wilhelmshafen und Kiel am 9. Nov. 1918 zum offenen Aufstand.

Die Unruhen griffen auf viele Städte über, wo sich Arbeiter aus den Fabriken und Soldaten aus den Garnisonen den Aufständischen anschlossen, die das sofortige Ende des Kriegs erzwingen wollten.

Der Kaiser schien ihnen das Haupthindernis auf dem Weg zum Frieden zu sein.

Prinz Max ergriff die entsprechende Initiative:  er gab (durch Wilhelm II. nicht autorisiert!) bekannt, der Kaiser habe abgedankt

.

Die Flucht des Kaisers in die Niederlande besiegelte das Ende der Monarchie in Deutschland. kurz darauf dankten auch alle Landesfürsten ab.

.

 .

Nicht einer der verantwortlichen Generäle, sondern der Zentrumspolitiker MATTHIAS ERZBERGER brach am 7. November 1918 als Bevollmächtigter der Reichsregierung zu den Waffenstillstandsverhandlungen auf.

Am 11. November 1918 unterschrieb die deutsche Delegation im Wald bei COMPAIGNE den Waffenstillstand:

 .

.

In den Augen der deutschen Öffentlichkeit waren nicht die Generäle, sondern die demokratischen Politiker verantwortlich für den Waffenstillstand und die verheerende Niederlage Deutschlands - eine gefährliche Verkennung der Tatsachen.

Die sogenannte DOLCHSTOSS-LEGENDE entstand: die demokratischen Politiker hätten der nach wie vor aussichtsreich kämpfenden Truppe mit ihrer Waffenstillstandspolitik den Dolch in den Rücken gestoßen.

 

...

.

.

 

.

.

.

Karl Liebknecht (,Spartakusbund/KPD) gegen 16 Uhr vor dem Berliner Schloß

 

"Parteigenossen,

 

ich proklamiere die freie sozialistische Republik Deutschlands . . ., in der es keine Knechte mehr geben wird, in der jeder ehrliche Arbeiter den ehrlichen Lohn seiner Arbeit finden wird.  Die Herrschaft des Kapitalismus, der Europa in ein Leichenfeld verwandelt hat, ist gebrochen ...

 

Wir müssen alle Kräfte anspannen, um die Regierung der Arbeiter und Soldaten aufzubauen und eine neue staatliche Ordnung des Proletariats zu schaffen, eine Ordnung des Friedens, des Glücks und der Freiheit unserer deutschen Brüder und unserer Brüder in der ganzen Welt.  Wir ... rufen sie zur Vollendung der Weitrevolution auf."

Philipp Scheidemann (SPD) gegen 14 Uhr vom Balkon des Reichstagsgebäudes

 

"Arbeiter und Soldaten!

 

Das deutsche Volk hat auf der ganzen Linie gesiegt ... Der Militarismus ist erledigt!  Die Hohenzollern haben abgedankt!  Es lebe die deutsche Republik!  Der Abgeordnete Ebert ist zum Reichskanzler ausgerufen worden.  Ebert ist damit beauftragt worden, eine neue Regierung zusammenzustellen.  Dieser Regierung werden alle sozialistischen Parteien angehören.  Jetzt besteht unsere Aufgabe darin, diesen glänzenden Sieg ... des deutschen Volkes nicht beschmutzen zu lassen, und deshalb bitte ich Sie, sorgen Sie dafür, daß keine Störung der Sicherheit eintrete! ... Ruhe, Ordnung und Sicherheit, das ist das, was wir jetzt brauchen! . . ."

 

.

.

.

.anstehende Probleme:

die noch viel zu provisorisch-unlegitimierten neuen Machtverhältnisse

 

das geschieht durch einen Erlaß an die alten Reichsbehörden (11.9.18)

Erlaß der Reichsregierung, 11.  November 1918

 "Die Staatssekretäre und die Chefs der Reichsbehörden sind von der Reichsregierung mit der vorläufigen Weiterführung der Geschäfte beauftragt worden.  Das Eindringen unbefugter Personen in die Geschäftsräume der Reichsbehörden und die Übernahme amtlicher Geschäfte durch solche Personen ist nicht gestattet."

.

und es geschieht durch einen Pakt mit dem Chef der OHL Groener (= EBERT-GROENER-PAKT 11.9.18):  Unterstützung der Reichsregierung durch die OHL gegen Bekämpfung der Linken (Spartakusbund > KPD)

.

Das Angebot der OHL an Friedrich Ebert durch Generalquartiermeister Wilhelm Groener vom 10.November 1918

"Am Abend rief  ich [Groener] die Reichskanzlei an und teilte Ebert mit, daß das Heer sich seiner Regierung zur Verfügung stelle, daß dafür der Feldmarschall [Hindenburg] und das Offizierskorps von der Regierung Unterstützung erwarteten bei der Aufrechterhaltung der Ordnung und Disziplin im Heer.  Das Offizierskorps verlange von der Regierung die Bekämpfung des Bolschewismus und sei dafür zum Einsatz bereit.  Ebert ging auf meinen Bündnisvorschlag ein.  Von da an besprachen wir uns täglich abends auf einer geheimen Leitung."  

.

... die reichswehr

.

.

.

BEIDES IST DENKBAR UMSTRITTEN...

.

.

.

 .

.

.

.

Räte-System (USPD > Spartakusbund > KPD; Liebknecht, Luxenburg)

 

gegen:

 

Repräsentativ-System (SPD; Ebert, Scheidemann...), Zentrum, DVP)

.

auf dem Berliner Rätekongreß vom 16.-19.12.18 ...

Ernst Däumig (USPD) auf dem Reichskongreß der Arbeiter- und Soldatenräte in Berlin, 16.-19. Dezember 1918

 

"Die alte bürgerliche Demokratie mit. ..ihren Parlamenten ...hat historische Bedingtheit, ...[es] ist selbstverständlich ..., daß [ihr] die proletarische Demokratie folgen muß: wie sie ihren organisatorischen Ausdruck in dem Rätesystem findet. ..[In] der Gewerbezählung vom Jahre 1907. ..zeigt sich. .., daß sich das werktätige Volk überall in der Mehrheit befindet und. ..bis jetzt unter der Diktatur einer ökonomisch überlegenen Minderheit gestanden hat. Und das soll jetzt durch die Nationalversammlung verewigt werden. ..Das Rätesystem [ist] so zu vervollkommnen, daß wir für das ganze Deutschland ein einheitliches Wahlsystem durchführen. .., für die Arbeiterschaft und, soweit notwendig, für die Soldatenräte. .., für die Bauernräte, wo es erforderlich ist. ..Wenn ein solches einheitliches Wahlsystem durchgeführt wird, dann kann auch eine Nationalversammlung zusammentreten. .. Wir brauchen das Rätesystem in den Betrieben, damit die Arbeiter durch die Räte die Betriebe überwachen."

Max Cohen (SPD) auf dem Reichskongreß der Arbeiter- und Soldatenräte in Berlin, 16.-19. Dezember 1918

 

"Es gibt nur ein einziges Organ, das [den] Volkswillen feststellen kann, das ist die allgemeine deutsche Nationalversammlung. ..Es wird nicht mehr Sozialismus durchführbar sein, als die Mehrheit des Volkes will. ..Die deutsche Bourgeoisie. ..wird mit allen Mitteln Widerstand leisten, wenn sie politisch entrechtet wird, und sie wird ihre Kräfte, die für die Produktion unentbehrlich sind, nur dann zur Verfügung stellen, wenn der Mehrheitswille des Volkes hinter uns steht. Wenn wir aber diesen Streik der Bourgeoisie bekommen ..., dann ist die Folge der Einmarsch der Entente. .. Wir Sozialdemokraten müssen uns. ..auf das entschiedenste ...wehren, daß unsere reine, klare, gute sozialistische Gedankenwelt durch bolschewistische Verschrobenheiten sabotiert und diskreditiert wird."

 

.

fällt die ENTSCHEIDUNG ZUGUNSTEN DES REPRÄSENTATIV-SYSTEMS:

.

.

.

 .

Folge 1:  Dezember-Unruhen in Form von Straßenkämpfen, gegen die Ebert (´Eberts Blutweihacht´) durch seinen Wehrminister Noske (den´Bluthund´) Reichswehrtruppen einsetzen läßt  -  ENTTÄUSCHUNG DER SPD-ANHÄNGERSCHAFT:

 

Folge 2:  der Spartakusaufstand vom Januar 1919  -   nach der Spaltung der USPD, die wegen der Dezember-Unruhen die Koalition aufgekündigt hatte  - - -  und parallel zu den Januar-Wahlen zur im Dezember beschlossenen Nationalversammlung.  Auch dieser Aufstand wird mit Hilfe der Reichswehr niedergeschlagen

.

.

.

 

ERSTE REFORMEN -  Dez/Jan 18/19:

 .

.

.

ZENTRALE PROBLEME -  Dez/Juni 18/19:

Versorgungsprobleme

Rückführung und Entwaffnung der Soldaten

es entstehen gefährliche Freikorps  - politisch meist rechts gerichtet -  in z.T. loser Zusammenarbeit mit der OHL

.

.

.

.

demütigende Friedensdiktat-Verhandlungen in Versailles (18.1.-28.6.1919):

.

.

.

.

 1919-23 ESKALIERENDE INNENPOLITISCHE SPANNUNGEN

...

 

next