6.2. 20.JHD-2: ideologisches zeitalter 9: DIE ´REVOLUTION´ VON 1918 IN DEUTSCHLAND
> WEIMARER REPUBLIK 1919-1933:WR - 1. KRISENPHASE 1919-23
lemo chronik:1918 |1919 |1920 |1921 |1922 |1923 |1924... eskalierende innenpolitische Spannungen:
April 1919: Errichtung einer Räterepublik in Bayern mit eigener Roter Armee --- Mai 1919: blutige Niederwerfung durch Freikorps und reguläre Truppenverbände
März 1920: rechter Kapp-Putsch - Reichspräsident und Regierung müssen aus Berlin fliehen --- die Reichswehr verweigert die Gegenwehr (´Reichswehr schießt nicht auf Reichswehr´) ! ----- erst ein Generalstreik zwingt die Putschisten zum Aufgeben
Daraufhin: Kommunistische Aufstände in Thüringen und Sachsen --- hier ist die Reichswehr wieder sofort zur Stelle
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Ab 1921 mußten die Reichsregierungen - gezwungen durch Gebietsbesetzungen (Alliierte: ´Politik der Faustpfänder´) - die Reparationssumme von 132 Mrd. Reichsmark anerkennen und erste kräftige Zahlungen leisten --- unter völliger Überforderung der leeren Staatskassen -----
----- INFLATION
eine extreme Hetze gegen die ´Erfüllungspolitiker´ und Juden bricht los und entlädt sich in politischen Morden an Erzberger und Rathenau
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1922 gelingt demgegenüber eine erste Durchbrechung der außenpolitischen Isolation der jungen Republik seit Versailles:
in RAPALLO vereinbaren D und die SU:
die Aufnahme von Beziehungen auf politischem, militärischem und wirtschaftlichem Feld; keine Reparationen; Meistbegünstigung im Handelsverkehr; geheimer Zusatz: Ausbildung von Piloten und Panzeroffizieren gegen Sachverständigenhilfe seitens deutscher Rüstungsexperten an Rußland (=Umgehung der Versailler Militätbeschränkungen für D)
1920-23 erfolgen daneben eine Reihe sozialpolitischer Reformen:
ein Betriebsrätegesetz garantiert 1920 Arbeitnehmern in Betrieben mit mehr als 20 Beschäftigten ein Mitspracherecht
ein Grundschulgesetz führt ebenfalls 1920 für alle Schüler die verbindliche Grundschule ein
1922 folgen: ein Jugendwohlfahrtsgesetz; das Recht der Frauen, Richterinnen zu werden; ein Reichsmietergesetz (Mietpreisbindungsbestimmungen)
1923 werden eingeführt: Jugendgerichte; ein Gesetz über die Beschäftigung von Schwerbeschädigten; ein Mieter-Kündigungsschutzgesetz
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1922/23 sind jedoch dem Westen gegenüber die Grenzen der Zahlungsfähigkeit erreicht ---
F besetzt daraufhin das Ruhrgebiet
----- deutsche Gegenwehr (Apell dazu durch die Reichregierung!): Streik = RUHRKAMPF
INFLATIONSVERSCHÄRFUNG (durch staatlich übernommene Streikgeldzahlungen)
Die Unternehmerschaft nutzt die Inflation zu ausgedehnten Kreditaufnahmen für Erneuerungs-Investitionen
------ so wird aus der regierungsseits forcierten eine unternehmerseits zum ´Galloppieren´ gebrachte Inflation (ein Guthaben von 100000 RM (1914) ist im Nov. 1923 nur noch 0 RM wert!)
soziales Resultat: die PROLETARISIERUNG WEITER MITTELSTANDSGRUPPEN , die mit ihren Sparguthaben die ´Zeche´zahlen
politisches Resultat: eine entscheidende Erweiterung der Gruppe der Systemgegner - Mobilisierungspotential für die NS-Bewegung Hitlers
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wirtschaftliches Resultat: begrenzte Sanierung der Industrie - Grundlage für die ´goldenen´ Mittzwanziger Jahre in D - bei fortbestehend dünnen Eigenkapitaldecken und zu geringer Kaufkraft auf Seiten der Bevölkerung
Im gleichen Jahr 1923 drängt der schwelende Konflikt zwischen Bayern und dem Reich zur Aktion:
Nach der Niederschlagung der Räterepublik ist Bayern ein Tummelplatz z.T. extrem konservativer und autoritärer Nationalisten
Bei ihnen liegt auch die Regierung: sie ist nicht bereit, sich der ´erfüllungs-´politischen Linie der Reichsregierung unterzuordnen :
Der Ruhrkampf werde zu kraftlos geführt - man müsse sich auch militärisch gegen die Faustpfandpolitik zur Wehr setzen; und: man müsse sich innenpolitisch viel mehr auf einen gegebenenfalls polizeistaatlichen Umgang mit den Inflationsfolgen einrichten...
Das Republikschutzgesetz zur Verfolgung politischer Morde wird in Bayern ausgesetzt
der von Berlin im Anschluß an den Ruhrkampf verhängte Ausnahmezustand wird von Bayern nicht mitvollzogen
Stattdessen wir ein eigener Staatsnotstand erklärt - also: die bayrische Reichswehr wird verfassungswidrig auf die bayrische Regierung vereidigt!
Und: man (Kahr, Lossow, Seisser, Ludendorff... Hitler) plant einen Marsch auf Berlin, um D im Wege eines Putsches vor dem Bolschewismus zu retten
Die bayrische Reichswehr arbeitet dabei längst kräftig an einem Ausbau verdeckter und paramlilitärischer Wehrverbände, u.a. die SA
Immer deutlicher geht es folglich im aufgeheizten Klima des Jahres 1923 in Bayern folglich um Putsch oder Separation - die putschistischen Kräfte überwiegen
Als der bayrische Reichswehrchef Lossow aus dem Putschvorhaben aussteigt und sich wieder dem Reichswehrminister unterstellt, wollen die anderen, vor allem Ludendorff und Hitler, nicht aufgeben: man beschließt einen Demonstrationszug durch München, setzt unklare Hoffnungen auf eine Mobilisierung der Bevölkerung und eine Befehlsverweigerung der Ordnungskräfte...
...während die Reichwehrsoldaten erwartungsgemäß dem Schießbefehl nicht nachkommen, greift die Landespolizei unbeirrt durch und löst die Demonstration mit Gewalt auf (9.11.1923)
Neben anderen werden Hitler und Ludendorff verhaftet - beim anschließenden Prozeß sind alle außer Hitler an der Verschleierung ihrer Beteiligung interessiert: er wittert und nutzt die propgandistischen Möglichkeiten einer angeblich mehr oder minder alleinigen Putsch-Führerschaft
In Berlin bewirken Ruhrkampf und der Putschversuch den Sturz der Regierung Stresemann (DVP; Mißtrauensvotum)
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