©gabriele weis

6.3.weltwirtschaftskrisezurück-pfeil.gif (2419 Byte)  l-weiter.gif (2419 Byte)65-hegemonialismen

 zurück-pfeil.gif (2419 Byte)  6.4.e  20.JHD-4e: ideologisches zeitalter 11e: NATIONALSOZIALISMUS IN DEUTSCHLAND

TOTALITARISMEN  l-weiter.gif (2419 Byte)

l-buch.jpg (1728 Byte)NS-METHODEN
 
lemo chronik:
1933 |1934 |1935 |1936 |1937 |1938 |1939 |
1940 |1941 |1942 |1943|1944|1945
nsdap
 

PERSONEN-INFOS l-weiter.gif (2419 Byte)

 
 
 
wpe57.jpg (12261 Byte)wpe58.jpg (14365 Byte)
 
                                  

 

wpe57.jpg (12261 Byte)/Kurzcharakteristik

 

 

Die Anhängerschaft der NS-Bewegung Hitlers war seit der Weltwirtschaftskrise dramatisch angewachsen:

 

 

Mitgliederzahlen:

1925: 27000

1929: 176000

1931: 806000

1933: 3,9 Mill

Reichstagssitze:

1928: 12

1930: 107

31. 7. 1932: 230

6. 11. 1932: 196

5.3.1933: 288

(von insgesamt 584)

 

 

Der Grund:   die wachsende Perspektivlosigkeit vieler, eine phobische Verständigung darauf, daß es für alle Unbill der Zeit einen zentralen Schuldigen gäbe, gegen den man endlich entscheidende Schritte unternehmen müßte:  das internationale Finanz- und ´kultur-bolschewistische´Judentum nämlich... und die Flucht in die Vorstellung, nur eine starke Hand könne die Verhältnisse wieder ins Erträgliche und Zukunftsträchtige zwingen...doku-logo.gif (3692 Byte)

Gegen die hartnäckige und in der Krise enorm anwachsende Republik- und Konflikt-, ja Klassenkampf-Verdrossenheit weitester Bevölkerungskreise hatte Hitler die Vereinheitlichung zur ´Volksgemeinschaft´ versprochen und damit geworben, die Parteien aus Deutschland ´hinauszufegen´, also die Republik mit harter Hand in eine straffe Diktatur zu wandeln.doku-logo.gif (3692 Byte)

Dafür fand er schließlich insbesondere auch die Unterstützung der deutschen Wirtschaft.doku-logo.gif (3692 Byte)

 

 

 

 

Kaum ins Kanzleramt berufen  - ´Machtergreifung´ nannten seine Leute diesen Vorgang bezeichnenderweise -  spielte er die, die ihn durch eine Regierungsbeteiligung hatten ausspielen wollen, an die Wand:   Die einen verführte, die anderen nötigte er zur Selbstausschaltung.

 

 

Angebliche und tatsächliche Widersacher bedrohte seine ´Bewegung´massiv.  Und sein ganzer Apparat setzte zu ausgedehnten Verfolgungen an - unter demonstrativer Mißachtung aller rechtsstaatlichen Grundsätze.

 

 

 

 

Ein Dreivierteljahr nach der Übernahme der Kanzlerschaft durch den Chef der NSDAP, war aus Deutschland ein Einparteienstaat und ein weiteres halbes Jahr später eine auf ´den Führer´ und seinen Parteimoloch abgestellte ´Führer-Gefolgschafts-Diktatur´ geworden:   Die Grundrechte außer Kraft; der Beamtenapparat ´gesäubert´; der Reichstag zu einer bloßen Akklamationsversammlung pervertiertdoku-logo.gif (3692 Byte); der Reichsrat abgeschafft;  die Länder zu ´Gauen´ eines mehr oder minder straffen Zentralstaates herabgestuft; eine GESTAPO errichtet; die Reichswehr unter der neuen Bezeichnung ´Deutsche Wehrmacht´ zu einem Hitler beliebig verfügbaren Instrument umgeschmiedet.

 

Ein ausdrücklich und denkbar gründlich ´gleichgeschalteter´ Staatdoku-logo.gif (3692 Byte) (einschließlich einer gleichgeschalteten SA im übrigen (Vgl.  sog. ´Röhm-Putsch´!))  war dabei das von allzu vielen mit Stolz und Genugtuung betrachtete Ergebnis der ersten anderthalb Jahre NS-Regierung  -  er galt ihnen als Grundstein für effektives staatliches Handeln im Dienste einer raschen Wiedergewinnung und eines nachhaltigen Ausbaus ihrer Geltung unter den Völkern der Welt...

 

Dem entsprach die Zwangszuteilung sämtlicher  ´Volksgenossen´ (der´gesunden´, ´rassereinen´ und ´führertreuen´ selbstredend) vom 10. Lebensjahr an bis zu ihrem Tode in die verschiedensten NS-Organisationen...doku-logo.gif (3692 Byte), die ständig neue Initiierung eines umfassenden Bespitzelungsklimas...doku-logo.gif (3692 Byte), die Aufhebung jeder Rechtssicherheit zur gezielten Einschüchterung aller..., die Etablierung des Regimes als eines absolut willkürlichen Herrn über Freiheit, körperliche Unversehrtheit, Leben und Tod aller..., die Einführung von Arbeitsdiensten, ´Arbeitstreuhändern´ (=staatlichen Betriebskontrolleuren) und Arbeitsbüchern..., die Einrichtung von Konzentrationslagern und Zwangsarbeit..., die gnadenlose Verfolgung und Ausmerzung alles sogenannt ´Entarteten´ im ´Volkskörper´, in Kunst, Wissenschaft, Politik...

 

 

Und dem entsprach   zielorientierterweise (schließlich stand Krieg um den ´Lebensraum im Osten´ und als Rechtfertigungsgrund für die ´Endlösung der Judenfrage´ in großen Vernichtungslagern auf dem Programm!) die Zwangsumwandlung der bisherigen freien Marktwirkschaft in eine Befehlswirtschaft...

 

In den Augen der einen sollte die Peitsche dieser totalitären Diktatur sogar kräftig knallen.   Andere beruhigten sich damit, daß eben ´Späne fallen müßten, wo gehobelt werde´.  Die Dritten sahen weg und versuchten, sich um nichts zu kümmern  -   außer ihren persönlichen und den ihnen staatlicherseits auferlegten Angelegenheiten.

 

 

Und die Bedrohten?

 

Viele von ihnen duckten sich weg, redeten sich ein, die Peitschen-Exzesse des neuen Regimes seien typische Anfangs-´Krankheiten´, das verschleife sich schon.  Man könne ´die´doch nicht beim Wort nehmen, denn nichts werde so heiß gegessen, wie es gekocht, sprich in zahllosen Reden und Äußerungen formuliert werde...,  Anpassung werde sie schon schützen. 

Die wenigsten der klarer Sehenden sahen ihre Aufgabe und Möglichkeit in gezielter, beharrlicher, listiger oder auch nur verzweifelter Gegenwehr.  Und so blieb zahllosen Verfolgten des Regimes früher oder später nichts als der Gang ins Exil  -  wenn sie ihn nicht zu lange vor sich her geschoben hatten...

 

 

 

wpe58.jpg (14365 Byte)/Kurzcharakteristik

 

 

An vielen Punkten freilich wußte das Regime den Zwang, den es den ´Volksgenossen´ auferlegte, durch eine Reihe von ´Zuckerbrot-Angeboten´ schmackhaft oder zumindest vergessen zu machen:

 

Statt des so desorientierenden Parteienstreits erleichterte nun der gedankliche Gleichschritt die Positionsfindung.  Und der Befehl des ´Führers´ und seiner Helfer enthob einen scheinbar jeder persönlichen Verantwortung...

 

Statt klassenkämpferisch einander konfliktträchtig gegenüberstehender Unternehmer und Arbeiter gab es nun die angeblich ´gemeinsame Arbeitsfront (DAF) der Arbeiter der Stirn und der Faust´  -   mit ausgeprägten Gemeinschaftsritualen im Bereich politischer Veranstaltungen ebenso wie bei gemeinschaftlichen Zwangsbeglückungsereignissen wie den ´Eintopfsonntagen´ und ´Winterhilfs-Sammelaktionen´.

 

Und es gab:

Statt der schmerzhaften Geltungslosigkeit eben erst in den großen Krisen der 20er Jahre proletarisierter Bevölkerungsteile einen Wald von Partei- und Berufs-Organisationen mit Pöstchen und Machtspiel-Möglichkeiten aller Art.  Sowie:  die Mär, große ´Führer´ adelten alle, die ihre Gefolgschaft bildeten  -  je bedingungsloser desto mehr... 

 

Nicht zu vergessen in Sonderheit:  das Projekt ´Herrenmensch´, dem man der NS-Ideologie zufolge von nun an zuarbeiten ´durfte´...    -     in den ´endlich auch staatlicherseits richtig´eingeschätzten ´Rassenkämpfen´der Zeit gab es mit einem Mal die propagandistisch in perfekter Unablässigkeit verbreitete neue ´Sicherheit´, daß man schließlich zu dem Volk mit den besten Karten gehörte, zum arischen...   berufen überdies zu angeblich weltgeschichtlichen Aufgaben...   

-  mit diesem Projekt verbanden sich zudem persönliche Bereicherungsmöglichkeiten am zwangsenteigneten Vermögen der ´überlebenswichtigerweise´ zu verfolgenden ´Feinde arischer Herrenkultur´ aller Art...   -    ´betriebliche Bereicherungsmöglichkeiten auch an der Zwangsarbeit internierter ´Volksschädlinge´und ´Untermenschen´...  -   und bequemer denn je einzufahrende Unternehmensgewinne auf dem Ruhekissen wachsender Staatsaufträge mit volkswirtschaftlicher Schwindel-Finanzierung (Mefo-´Wechsel´-Programm)...

 

Statt zermürbender Arbeitslosigkeit erwartete alle je länger je mehr ein bedingungsloser, aber als hochgradig ehrenvoll hingestellter ´Dienst am großen Ganzen´  -  und das hieß vor allem auch an den Rüstungsanstrengungen, die die Wiedererlangung des verlorenen Ansehens ´der Deutschen´ seit ihrer Demütigung durch das ´Versailler Schanddiktat´, in Aussicht stellten ...

 

 

... -  und überdies gab es zumindest vordergründig auch das Neueste vom Neuesten:  Autobahnen (auch wenn sie keineswegs Hitlers, sondern Brünings Projekt für den Aufschwung auf der Basis eines sanierten Staatshaushalts waren!... und weniger der Volksmobilität als künftigen Kriegstransporten dienen sollten...), ´Volksempfänger´, sprich: Radios, in jedem Haushalt, sozialen Wohnungsbau im zumindest geplanterweise großen Stil, ´Volksaktien´ am ´Volkswagen´(auch wenn es vorerst mehr die am ´Jeep-Kübelwagen´ als die am ´Käfer´waren!), ´Kraft-durch-Freude´-Unterhaltungsprogramme, erster Massentourismus...