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TOTALITARISMEN  l-weiter.gif (2419 Byte)

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lemo chronik:
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nsdap
 
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Akt 1:

27.2.1933    Reichstagsbrand > Grundrechtsaussetzung und Terror gegen ´Links´

 

= willkommener Anlaß für die NSDAP, die Verhältnisse  in Richtung Einparteien-Diktatur voranzubringen:

28.2.33

Hindenburg erläßt auf Drängen Hitlers die ´Notverordnung zum Schutz von Volk und Staat´  -  ihr Inhalt:   Ausnahmezustand, Aufhebung der Grundrechte, Terror, Vereidigung der SA als Hilfspolizei

 

 

 

März 33

Die von Hitler durchgedrückten Neuwahlen bringen zwar einen Wahlerfolg der NSADP, aber nicht. wie erhofft,  deren   absolute Mehrheit  -  trotz Verfügung über den staatlichen Propaganda-Apparat und wahlbegleitender Terror-Einsätze der SA

Das Koalitionskabionett des ´nationalen Zusammenschlusses´ freilich verfügt über eine stabile Mehrheit.

Sie erweitert sich noch künstlich durch das hinter den Wahltermin gesetzte KPD-Verbot und die Verhaftung der gewählten KPD-Abgeordneten noch vor der Eröffnung des neu gewählten Reichstages!

 

 

 

Akt 2:

21.3.33   Reichstagseröffnung / propagandistisches Spiel mit angeblichen Traditionslinien

 

Die größte Propaganda-Farce des Jahres geht mit einem riesigen Reichstags-Eröffnungs-Spektakel über die Bühne  -   Ort:  das Potsdam des ´Alten Fritz´;  Stil:  gezähmte Bürgerlichkeit, sprich Gehrock und Zylinder, statt brauner Uniformen und artige Verbeugungen vor dem Reichspräsidenten...

... während nach den KPD-Abgeordneten gefahndet wird und die SPD-Abgeordneten die Veranstaltung boykottieren.

 

 

 

 

Akt 3:

23.3.33   ERMÄCHTIGUNGSGESETZ  /  die Selbstentmachtung der eben gewählten Abgeordneten

 

Hitler legt dem neuen Reichstag ein Gesetz zur Verabschiedung vor, das klar macht, daß die Koalition nur die Hülle seiner Kanzlerschaft darstellen wird  -  ihr Inhalt aber eine Diktatur sein wird:

Für die nächsten 4 Jahre soll die Exekutive auch über die Legislativ-Gewalt verfügen!

 

Hitler zur Begründung - diesmal wieder im Braunhemd:

"Es würde dem Sinn der nationalen Erhebung widersprechen..., wollte die Regierung sich für ihre Maßnahmen von Fall zu Fall die Genehmigung des Reichstages erhandeln. ..."

Seine  mehr als vagen Versprechung:  Die Verfassungsorgane würden weiterbestehen.

Seine Drohung unter dem Beifall der lautstark SA-besetzten Tribüne::

"...die Regierung der nationalen Erhebung... bietet den Parteien des Reichstages die Möglichkeit einer Verständigung, sie ist aber ebenso entschlossen und bereit, die Bekundung der Ablehnung und damit die Ansage des Widerstandes entgegenzunehmen."

 

 

Und die zur Zustimmung aufgeforderten Abgeordneten?

Sie beugen sich dem Druck oder reden sich ein, nur diese Art von starker Hand könne die Not von Volk und Staat endlich wenden - und stimmen, sofern sie nicht der SPD-Fraktion angehören, ausnahmslos zu!

Das Haupt-Ablehnungs-Argument der SPD, vorgetragen durch ihren Abgeordneten Wels:

"...Die Wahlen vom 5. März haben den Regierungsparteien die Mehrheit gebracht und damit die Möglichkeit gegeben, streng nach Wortlaut und Sinn der Verfassung zu regieren.  Wo diese Möglichkeit besteht, besteht auch die Pflicht. ..."

 

 

Was Hitlers Versprechen hinsichtlich der Verfassungsorgane wirklich bedeutete, erfuhr die Öffentlichkeit ab Anfang April überdeutlich:

 

 

 

Akt 4:

7.4.33  ´Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich´

 

Einsetzung von ´Reichsstatthaltern´ in den Ländern, mit der Aufgabe im Auftrag der Reichsregierung Länderregierungen einzusetzen

 

+  ´Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums´

Entlassung von politisch mißliebigen und ´nichtarischen´Beamten (=´Arierparagraph´)

 

 

 

 

 

Akt 5:

ab Mai 33   Selbst-Liquidation bzw. Verbot aller Parteien außer der NSDAP

1.12.33  ´Gesetz zur Sicherung der Einheit von Partei und Staat´

NSAP = Staatspartei

 

 

 

Akt 6:

30.1.34 (!)    ´Gesetz über den Neuaufbau des Reiches´

Beseitigung der Länderparlamente

14.2.34   Auflösung des Reichsrates

Deutschland ist damit ein zentralistischer Einheitsstaat!

 

 

 

Akt 7:

Juni/Juli 34     Niederschlagung des sogenannten ´Röhm-Putsches´

 

= Nacht-und-Nebel-Mord-Aktion an SA-Führer Ernst Röhm und seiner Führungsmannschaft zur Entmachtung der immer noch zu revolutionär-antikapitalistischen SA, die von Hitler fordert, anstelle der Reichswehr die neue Armee des Staates bilden zu dürfen

Hauptakteur in Hitlers Auftrag:   Heinrich Himmler, der Chef der SS, der seit Februar 33 am Ausbau der politischen Polizei zur GESTAPO arbeitet...

Die Morde werden als ´Staatsnotwehr´ per nachträglichem Gesetz vom Reichstag für rechtens erklärt!

 

 

Ausbau der Politischen Polizei zur Gestapo unter Heinrich Himmler, dem SS-Chef:

 

 

 

Akt 8:

Anläßlich von Hindenburgs Tod:

2.8.34     Hitler übernimmt auch noch das Amt des Reichspräsidenten  -   neuer Titel: 

"Führer und Reichskanzler Adolf Hitler"

//VEREIDIGUNG DER REICHSWEHR AUF IHN PERSÖNLICH  > ALS "DEUTSCHE WEHRMACHT"

 

 

= verfassungspolitischer und -geschichtlicher Abschluß der Machtvervollständigung und -absicherung als formale (!)  Ein-Mann-Diktatur

 

 

 

 Während somit das deutsche Volk über die NSDAP mit ihren zahlreichen Nebengliederungen über Reichsleiter, Gauleiter, Kreisleiter, Ortsgruppenleiter, Zellenleiter und Blockleiter zumindestens nach außen hin, politisch völlig gleichgeschaltet wurde, befehdeten sich die Spitzen des nationalsozialistischen Herrschaftssystems immer wieder um die Behauptung und Ausweitung ihrer Machtpositionen.

Hinter der Fassade der totalitären Gleichschaltung, hinter dem Blendwerk der im Sieg geeigneten Nationen und der Großsprecherei nationalsozialistischen Triumphes tobte ein Konflikt, von dessen Ausmaß sich derjenige, der in moderner Diktatur radikale Ausmerzung unterschiedlicher Strömungen sieht, keine Vorstellung macht.  Vor der Außenwelt verborgen, bildete sich im Reich eine Vielzahl von Meinungen heraus, von Gruppen, die einander Macht und Prestige streitig machten, von Männern, die ihre persönlichen Fehden austrugen.

(Alexander Dallin).

 

 

´Du weißt, ich habe das bis zur Neige kennengelernt, alle Häßlichkeit, Verzerrung, Verleumdung, abscheuliche und verlogene Schmeichelei, Speichelleckerei, Unfähigkeit, Wahnsinn, Idiotie, Ehrgeiz, Eitelkeit, Geldgier usw., kurz, alle unangenehmen Ansichten der menschlichen Natur. . .' schrieb der Oberintrigant Martin Bormann an seine Frau, kurz bevor sich seine Spuren in den Trümmern der Reichshauptstadt Berlin verloren haben.  

 

 
 

 

Der Wille des Volkes

 

Der Grundzug der neuen Verfassung ist, daß die parlamentarische Demokratie durch das völkische Reich ersetzt worden ist.  Die parlamentarische Demokratie ging von der Ideologie aus, daß in ihr der Wille des Volkes, der sich in Wahlen und Abstimmungen manifestiere, maßgebend sei.  Das völkiscbe Führerreicb beruht auf der Erkenntnis, daß der wahre 'Wille des 'Volkes nicht durch parlamentarische Wahlen und Abstimmungen gefunden werden kann, sondern daß der Wille des Volkes nur durch den Führer rein und unverfälscht hervorgehoben wird.

 

Daß sich der Volkswille im Führer verkörpert, schließt nicht aus, daß der Führer die lebenden Volksangehörigen zur Abstimmung über eine bestimmte Frage aufruft.  Durch diese "Volksbefragung" gibt der Führer die Entscheidung allerdings nicht an das abstimmende Volk ab.  Der Sinn der Abstimmung ist nicht, daß das Volk von sich aus an Stelle des Führers handelt und daß das Ergebnis der Abstimmung an die Stelle des Führerwillens tritt.  Die Abstimmung hat vielmehr den Sinn, das gesamte lebende Volk für ein vom Führer aufgestelltes politisches Ziel aufzurufen und einzusetzen.

 

Die Volksbefragung hat den Sinn, den Willen des Führers nach außen zu kräftigen und deutlich als Willen der völkischen Einheit in die Erscheinung treten zu lassen.  Der eigentliche Willensträger des Volkes aber bleibt der Führer selbst.

 

(Prof.  Ernst Rudolf Huber, 1939)

 

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