BUNDESTAGSWAHL 2002

 

 

aus: Informationen zur politischen Bildung, Heft 275  / BILDUNG

 
         
         
         
BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN CDU/CSU FDP

 

PDS SPD

Eine kindergerechte Gesellschaft ist ohne eine grundlegende Bildungsreform nicht denkbar. Schulen und Kindergärten brauchen mehr Freiheiten, um sich besser an den Bedürfnissen der Kinder orientieren zu können. Wir wollen ein flächendeckendes Angebot an Ganztagsschulen. Die Förderung der Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten der jungen Menschen über den derzeitigen Unterrichtsrahmen hinaus ist sozialpolitisch geboten. Eine besondere Förderung der Kinder von Einwanderern ist von großer Bedeutung, um deren Rechte auf Teilhabe abzusichern. Wir wollen mehr Autonomie für die Schulen. Hohe Qualität, Vielfalt und Autonomie, aber auch ein Wettbewerb um die beste Schule für Kinder braucht auch Wahlfreiheit der Eltern, die ermöglicht und motiviert werden soll. [.. .] Danach werden wir im zweiten Schritt eine Betreuungsgarantie ein- führen. (Grundsatzprogramm 17. März 2002)

Bildung ist Schlüssel für individuelle Lebenschancen und Motor für gesellschaftliche Entwicklungen. Bildung begründet Wohlstand. Kulture1le Teilhabe, politische Mündigkeit und eine berufliche Perspektive durch Bildung für alle zu ermöglichen, ist eine zentrale gesellschaftspolitische Verantwortung. Ein gegliedertes, begabungsgerechtes Schulwesen bietet allen Kindern die besten Chancen. Die grundlegenden Kulturtechniken - Lesen, Schreiben, Rechnen, aber auch der Umgang mit neuen Medien und die Verarbeitung der heute verfügbaren Informationsmengen - müssen sicher beherrscht werden. In den weiterführenden Schulen müssen mit Blick auf den raschen Wandel in Technik und Wirtschaft Mathematik, Naturwissenschaften und wirtschaftliches Grundwissen stärker berücksichtigt werden. Der Religionsunterricht muss im Fächerkanon der Schulen seinen festen Platz haben. Es gibt keine Bildung ohne Erziehung und keine Erziehung ohne Werte. (Regierungsprogramm 2002/2006, Mai 2002)

Nur mit großer Vielfalt unterschiedlichster Bildungsangebote und Organisationsformen kann die Gesellschaft heutigen und künftigen Anforderungen gerecht werden. Darum wollen wir ei- ne Neuverteilung der Verantwortung im Bildungsbereich: Für eine Stärkung der Eigenverantwortung der Bildungseinrichtungen, für Wettbewerb um die besseren Konzepte und damit auch um die Bildungsteilnehmer selbst. Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft erweitern und bereichern das staatliche Bildungsangebot. [...] Die FDP wird den Anteil der Bildungsaus- gaben erhöhen und gibt Investitionen in Bildung und Forschung Vorrang in den öffentlichen Haushalten. Die FDP wird dafür eintreten, dass die Kultusministerkonferenz abgeschafft wird.

Das überregulierte Bildungswesen braucht Raum, um neue Konzepte er- proben zu können. Die PISA-Ergebnisse zeigen, dass wir im Interesse unserer Kinder handeln müssen. [...] Die FDP fordert unabhängige Qualitätssicherungsagenturen, die als Stiftung oder GmbH geführt werden. {Programm zur Bundestagswahl 2002)

Die PDS will die Finanzierung der Zukunftsaufgabe Bildung sichern. Wir wollen durch eine neue Prioritätensetzung in der Haushaltspolitik von Bund und Ländern und durch entsprechende finanz- und steuerpolitische Rahmenbedingungen auf Bundesebene erreichen, dass Deutschland in vier Jahren bei den Bildungsausgaben mindestens das OECD-Durchschnittsniveau er- reicht hat. Wir wollen Chancengleichheit für alle. Chancengleichheit beginnt beim Start. Deshalb muss bereits für Kleinkinder ein institutionell gesichertes und öffentlich gefördertes Angebot an Betreuungsplätzen zur Verfügung stehen. Nicht erst die Schule, schon Krippen und Kindergärten erfüllen einen Bildungsauftrag. Bildung und Wissen dürfen nicht vom Geldbeutel ab- hängen. Bildungschancen sind Lebenschancen. {Programm zur Bundestagswahl 2002)

Chancengleichheit und differenzierte Leistungsförderung sind die Voraussetzungen für die Verwirklichung individueller Lebensziele und die verantwortliche Weiterentwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft. Beides gehört zusammen. [...] Die sozialdemokratische Leitidee ist und bleibt: Bildung für alle. Dazu gehört die umfassende Chancengleichheit beim Zugang auch zu höherer Bildung. Der Zugang zum Studium darf nicht vom Einkommen der Eltern abhängig sein. Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten lehnen Studiengebühren ab. Stärkung und bestmögliche Förderung des Einzelnen ist gleichermaßen die Grundlage für die Verwirklichung der individuellen Lebenschancen und die Gestaltung und Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft. (Beschluss des Nürnberger Parteitages November2001)

lt. stat. BA/stand: frühsommer 2002

lt. stat. BA/stand: frühsommer 2002

spiegel13/2000

lt. stat. BA/stand: frühsommer 2002

spiegel14/2001

spiegel47/2000