BUNDESTAGSWAHL 2002

 

 

aus: Informationen zur politischen Bildung, Heft 275  / SOZIALE SICHERHEIT

 
         
         
         
BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN CDU/CSU FDP

 

PDS SPD

Alle Einkommensformen müssen sozialversicherungspflichtig sein. Sonderregelungen für Beamte, Selbstständige und Besserverdienende sollen aufgehoben werden. [...1 Formen der privaten Vorsorge über kapitalorientierte Modelle und genossenschaftliche und Selbsthilfe-Zusammenschlüsse zur sozialen Vorsorge müssen ent- sprechend unterstützt werden. Sie können dann das staatliche Hilfesystem sinnvoll ergänzen. Wir halten an der beitragsfinanzierten Arbeitslosenversicherung fest. Die Einführung einer bedarfsorientierten Grundsicherung stellt sicher, dass Menschen unbürokratische Hilfe bei Armut, bei Arbeitslosigkeit, in anderen Notlagen oder beim Wechsel zwischen unterschiedlichen Arbeitsformen und Weiterbildung bekommen können. Die Grundsicherung ersetzt die Sozial- und Arbeitslosenhilfe. (Grundsatzprogramm 17. März 2002)

Weil wir die Arbeitssuchenden und Arbeitsfähigen intensiv fördern, darf die Allgemeinheit auch etwas von ihnen fordern. Wir halten es für zumutbar, dass der arbeitsfähige Empfänger von Sozialtransfers zuerst nachprüfbar zeigt, dass er sich wirklich ernsthaft um Arbeit bemüht hat. Für erwerbsfähige Arbeitslosen- und Sozialhilfebezieher werden wir die finanzielle Unterstützung an die Pflicht binden, an Weiterbildungsmaßnahmen teilzunehmen, sich auf andere Weise für eine Rückkehr in den Arbeitsmarkt zu qualifizieren oder gemeinnützige Arbeit zu leisten. Für Ausländer können Deutsch- Lehrgänge hinzutreten. Wir werden dafür Sorge tragen, dass Qualifizierungsmaßnahmen auch in ausreichen- dem Maße angeboten werden. Ein wesentlicher konzeptioneller Schritt zu einer solchen neuen Kultur des Förderns und Forderns besteht in der Zusammenführung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe. Die bisherigen Verschiebeaktionen zwischen den Kommunen als Trägern der Sozialhilfe und den für die Arbeitslosenhilfe zuständigen Arbeitsämtern müssen vermieden werden. Deshalb sollen Arbeits- und Sozialämter in den neuen Job-Centern zusammenarbeiten, um eine flexible Förderung aus einer Hand zu ermöglichen. (Regierungsprogramm 2002/ 2006, Mai 2002)

Bei uns [...] haben sich die sozialen Sicherungssysteme verselbstständigt. Ein Drittel des Sozialprodukts ver- schlingt bei uns der Sozialbereich. Eigenverantwortung wurde so zunehmend zurückgedrängt, kollektive Verantwortung immer weiter in den Vordergrund gerückt. Freiheit und Gestaltungsspielräume werden beschnitten, Anspruchs- und Besitzstandsdenken verfestigt und gefördert, Leistungsanreize gemindert und die Anreizsysteme zur Arbeitsaufnahme vor allem in den Bereichen der unteren Lohngruppen ausgehebelt. Was sozial gemeint ist, wird so in hohem Maße unsozial. Wegen der Umbrüche auf dem Arbeitsmarkt und der demografischen Entwicklung müssen die Systeme der sozialen Sicherung den veränderten Gegebenheiten angepasst werden. Um Generationengerechtigkeit wiederher- zustellen, sind dringend Reformen der Sozialversicherung, die heute auf den umlagefinanzierten Systemen für Rente, Krankheit und Pflege beruht, erforderlich. Gleiches gilt auch für die Sicherungssysteme der Beamten und Politiker, bei denen die Umlagefinanzierung auf Steuern basiert. Unser Ziel ist es, die sozialen Sicherungssysteme zukunftsfest zu machen, durch Transparenz und Vereinfachung für mehr Gerechtigkeit zu sorgen und die Beitragslast dauerhaft unter 40 Prozent zu senken. Notwendig sind dafür echte Strukturreformen. Die FDP lehnt weitere Steuerzuschüsse in unreformierte Systeme strikt ab. (Programm zur Bundestagswahl 2002)

Die PDS tritt für die Verankerung sozialer Grundrechte im Grundgesetz ein, [...]. Dazu gehören die Grundrechte auf soziale Sicherung, auf Arbeit und Arbeitsförderung, auf gesundheitliche Fürsorge sowie auf Bildung und Weiterbildung. Die PDS hält an ihrem Ziel fest, eine einheitliche bedarfsorientierte soziale Grundsicherung als Fundament des sozialen Sicherungssystems einzuführen. Nur so kann gewährleistet werden, dass niemand mit seinem Ein- kommen unter die Armutsgrenze von 50 Prozent des durchschnittlichen Nettoeinkommens rutscht Ansprüche an verschiedene Sozialleistungseinrichtungen, die in der Summe oft kaum  mehr als das Existenzminimum ergeben, kann eine bedarfsorientierte soziale Grundsicherung unbürokratisch zusammenführen. (Programm zur Bundestagswahl 2002)

In der Renten- und der Gesundheitsreform zeigt sich ein Grundelement sozialdemokratischer Sozialpolitik. Niemand soll überfordert werden, jeder muss aber auch Verantwortung für sich und seine soziale Absicherung übernehmen. Wir wollen, dass Menschen durch die Sozialhilfe wirkungs- voll Hilfe zur Selbsthilfe erhalten. Wir wollen eine strukturelle Reform des Bundessozialhilfegesetzes, mit der die Menschen stärker in die Planung und Umsetzung von Unterstützungsmaßnahmen eingebunden werden und selber Verantwortung übernehmen. Wir brauchen ein System des Förderns und Forderns in Deutschland, das armutsfest ausgestaltet ist. Gleichzeitig müssen die verschiedenen Systeme der Unterstützung, wie Sozialhilfe, Jugendhilfe. oder Arbeitsmarktpolitik, besser vernetzt werden. (Beschluss des Nürnberger Parteitages November 2001)

spiegel4/2001

spiegel4/2001

spiegel4/2002

spiegel7/2001

spiegel7/2001

spiegel25/2000

spiegel7/2001

spiegel7/2001

spiegel47/2000

spiegel19/2000

spiegel14/2001

spiegel22/2000

spiegel48/2000

spiegel49/2000

spiegel48/2000

spiegel48/2000

spiegel49/2000

spiegel11/2000

spiegel18/2000

spiegel11/2000

spiegel49/2000