.
.
...
.
.
.
Aus
der ´Logik´, einer von allen Beteiligten als jeweils -
militärstrategisch wie innenpolitisch - ´nützlich´
eingeschätzten Eskalation der internationalen Konfliktlage im
Jahre 1914 entstand der 1. Weltkrieg...
:
-
eine bis heute zum Himmel schreiende Nützlichkeitserwartung!
:
:
Aus
der ´Logik´ eines verhängnisvoll kurzsichtigen
Sicherheitsdenkens auf Seiten der Weltkriegssieger England und
Frankreich entstand 1919/20 der Versailler Vertrag mit seinen
Knechtungs- und Nation-Buildings-Aktionen in Europa und dem
Vorderen Orient, seinen späteren beschwichtigungspolitischen
Konsequenzen und den Spielräumen, die Bewegungen wie die
faschistische und die nationalsozialistische vor allen anderen aus
dieser Hypothek bezogen...und und und...
:
-
Sicherheitsideen von atemberaubender Absurdität!
:
:
Aus
der ´Logik´ des antihegemonialistischen Kampfes gegen die
menschenverachtende und -schindende deutsche, italienische
und japanische Expansionspolitik der 30er und 40er Jahre des
20. Jhds. entstand die ´Logik´ einer täglich waffenstarrenderen
Welt im bipolaren Anziehungbereich zweier einander
todfeindschaftlich gegenübertretender Supermächte, beide mit dem
Anspruch, den Rest der Welt vor dem Übergewichtig-Werden der
jeweils anderen Supermacht bewahren zu wollen wie zu sollen...und
und und...
:
-
ein antihegemonialistischer ´Erfolg´, der seinesgleichen sucht,
in der Tat !...
:
...
- und ein ´Nichtkrieg im Auge eines ´Blocktaifuns´´,
zusammengebraut aus den aberwitzigsten ´Befreiungsvorstellungen´
auf beiden Seiten,
dessen
weltweite Menschen-Opfer
den
furchtbaren Zahlen der Toten, Versehrten und Vertriebenen des 2.
Weltkrieges mit seinen ´Befreiungsleistungen´, in nichts
nachstehen, diese sogar noch übertreffen dürften !!!!
:
:
::
Aus
der ´Logik´ der scheinbaren Möglichkeit einer unipolaren
Weltordnung nach dem Zusammenbruch des östlichen Blockgefüges
der 2. Hälfte des 20. Jhds. erwächst nun beides einmal mehr, nur
exponentiell gesteigert:
der
T r a u m , die Welt endlich effektiver als je zuvor ´befrieden´
und weiterentwickeln zu können...
...
- wie die davon nicht abzukoppelnde F u r c h
t vor der naturgemäßen Unzahl der ´Feinde´ eines
solchen Traumes, ...
deren
sich notfalls kriegerisch zu erwehren die Sicherheit der so
Träumenden ebenso zu gebieten scheint wie es angeblich die Ideale
vorgeben, an die diese ihre politische Identität gebunden
sehen...
::
:
:
:
:
:
Wieder
und wieder sind es ´Logiken´ dieser und ähnlicher Art, aufgrund
deren Kriege sich als angeblich unausweichlich erweisen.
:
:
Der
Irrwitz nicht erst im gegenwärtigen Irak-Konflikt:
:
Die
in der UNO versammelte Völkergemeinschaft, vertreten durch den
Weltsicherheitsrat, ersatzweise auch nur durch einzelne Nationen
(!?), stellen unter Verabsolutierung bestimmter
Sicherheitsinteressen und/oder in schutzherrschaftlicher Anmaßung
und Selbstüberschätzung unannehmbare Ultimaten und extrapolieren
auf diese Weise ausschließlich zwei mögliche angebliche
Konflikt-´Lösungen´:
die
der Erfüllung
oder
die
der kriegerischen Erzwingung.
:
:
In
einer Politik dieser Art manifestiere sich
-
so hat man es der rhetorischen Begleitmusik zur gegenwärtigen
´Druckkulissenpolitik´ zu entnehmen -
ein
sogenannt ´verantwortungsethischer´ Umgang mit
Weltsicherheitsproblemen von neuer Qualität.
:
Denn
man habe es zunehmend mit global gefährlichen politischen
Gewaltanwendern
-
mal vom Schlage eines Milosevic, mal von dem eines Bin Laden, mal von
dem eines Saddam - zu
tun,
denen
gegenüber es vieler Druck-, Erzwingungs- und (Selbst)Schutz-Instrumente
bedürfe bis hin zu Präventiv- bzw. Entwaffnungskriegen, wo
nichts anderes mehr helfe.
.:
:
:
:
:
:
DIE
´VERANTWORTUNG´, DIE MAN DA INS FELD FÜHRT
-
MIT WELCHEN HORIZONTEN VERBINDET SIE SICH?
.
:
:
:
Es
gilt als ´verantwortungs-ethisch fundierte Realpolitik´, immer
zuerst und zuletzt mit Machtkategorien zu operieren, Interessen
nicht einfach offen und im Wege weltweit gleichberechtigter
Konkurrenz ins Spiel zu bringen, sondern sie abzusichern durch
allerlei Machtmittel und macht(mittel)steigernde Bündnisse.
:
:
Dagegen
gilt es als ´gesinnungsethische Traumtänzerei´, den
sicherheitsstiftenden Effekt von Machtmitteln und Bündnissen
infrage zu stellen.
:
Was
aber ist der Impetus eines jeden Machtmittelerwerbs bis hin zu
Bündnissen?
Eine
Philosophie des Kampfes, die angstverzerrte Vorstellung, die Macht
des anderen sei unweigerlich gleichbedeutend mit der Ohnmacht des
einen...:
Sicher
vor allfälliger Bedrohung durch fremde Macht sei nur der
seinerseits Mächtigere (wirtschaftlich wie militärisch)...
:
Wer
solchem Machtdenken folgt,
-
für soviel ´realpolitische´ Einsicht wird es im Gegensatz dazu ja
wohl allmählich Zeit! -
unterwirft
sich und andere einer ständigen Hetze um absichernde
Positionsgewinne oder die Abwendung etwaiger potentiell
destabilisierender Positionsverluste.
Er
nimmt damit der Zahl und dem Umfang möglicher Bedrohungen jede
Überschaubarkeit und vernebelt so den Blick auf die jeweiligen
Problemkerne, die es auszuhalten gilt, wo man zu keinen Lösungen
findet, statt sie per sogenannter ´ultima ratio´ gar via Krieg auf
erweiterte Aktionsfelder zu verlagern, auf denen jeder, auf seine
Bündnisse gestützt, für sich die besseren Karten liegen zu sehen
meint...
:
.
Wer
wirklich Sicherheit - Frieden gar - will, und das
sogenannt ´nachhaltig´,
der
muss - in höchstem Maße realpolitisch - auf
Machtmittelerwerb und -einsatz bewusst und ausdrücklich verzichten,
ihn zumindest minimieren!
:
Alles
andere vergrößert das Problem, statt es abzubauen.
..
.
.
.
Es
gilt als ´verantwortungs-ethisch fundierte Realpolitik´, in aller
Welt sogenannte befreundete Staaten und jenseits allfälliger
Skrupel auch Unterdrücker-Cliquen aufzurüsten, wenn und solange es
der Stabilisierung so oder so vorteilhafter Weltverhältnisse, dem
sogenannten ´Weltfrieden´ also, dient..
.
.
Dagegen
gilt es als ´gesinnungsethische Traumtänzerei´, den
Regierungen dieser Welt nahe zu legen und sie dazu bewegen zu
wollen, dass sie auf jede Form rüstungspolitisch gestützter
Außenpolitik am besten zunehmend prinzipiell verzichten!
.
Dabei
ist es nicht erst in einer scheinbar unipolaren Welt so, dass diese
Außenpolitik weltweit Cliquen an die Macht bringt, die nicht nur
den von ihnen Unterdrückten, sondern eines Tages auch ihren
rüstungspolitischen Förderern gefährlich werden...
-
auch für diese ´realpolitische´ Einsicht wird es allmählich
Zeit! -
.
(Saddam
wie die Taliban Afghanistans und viele viele mehr waren und sind
hochexplosive Verkörperungen der Resultanten einer solchen
Politik!)
.
.
.
.
Es
gilt als ´verantwortungs-ethisch fundierte Realpolitik´,
Unsicherheitslagen in der eigenen Region mit ihren friedensgefährdenden
Folgeverwerfungen dadurch
vorzubeugen oder entgegenzuwirken, dass man im Zweifelsfalle sogar
militärisch dafür Sorge trägt, dass einem lebenswichtige Vorteile
auch in weit entfernten Weltteilen erhalten bleiben, man gar neue
hinzugewinnt.
(Die
Verteidigung der Sicherheit Deutschlands und Europas
habe heute u.a. am Hindukusch zu erfolgen!)
.
.
Dagegen
gilt es als ´gesinnungsethische Traumtänzerei´, darauf
hinzuweisen, dass ein ebenso protziges wie angstbesetztes
Festhalten-Wollen an bereits allzu lange seitens der
industrialisierten Welt eingesetzten und vielfältig problematischen
Vorteilsnahme-Praktiken j e d e m
Sicherheitsinteresse von Tag zu Tag mehr zuwiderläuft.
.
Wer
davon ausgeht, dass er für sozialen Frieden und Sicherheit vor
internationalen Gewaltakten in seiner eigenen Gesellschaft nur
sorgen könne, wenn und solange er andere Gesellschaften zu zwingen
vermöge, ihm so zu begegnen, dass er sich alle Güter beschaffen
könne (´Sicherheit´ eingeschlossen), die das Volk, das er
vertritt, erstrebe, ...
.
...der
will Vorrecht, statt Recht, ...
.
...der
wird für andere zum Feind und provoziert Feindseligkeit...
.
- ganz gleich ob er das im Interesse einer demokratisch
organisierten Gesellschaft oder im Interesse einer so oder so
totalitären Unterdrücker- oder Globalterroristen-Clique tut!
.
.
.
Wer
es mit Gewaltakten gegen seine eigene Gesellschaft zu tun bekommt,
die vom ´Hindukusch´ oder sonst einer entfernten Weltregion, von
´Schurkenstaaten´ wie dem Irak gar, ausgehen,
sollte
soviel ´realpolitische´ Wahrnehmungskraft entwickeln,
dass
er solche Gewaltakte in ihren wesentlichen Bezugskernen auch und
nicht zuletzt als Resultanten seiner eigenen weltweiten
Anspruchsaktivitäten begreift.
Nicht
die persönliche ´politisch-religiöse Glaubwürdigkeit´ oder
sogenannte ´Bosheit´ der Akteure ist doch das Entscheidende,
sondern
die Probleme,
ohne
die es
mittlerweile
im Weltmaßstab zu fürchtende Gewaltakte auf der Basis zunehmend
leicht zugänglicher Massenvernichtungswaffen
gar
nicht erst gäbe!
.
.
Es
besteht in der Tat ´Verantwortung´!
Ihre
Teilbarkeit zu postulieren, ist ´real´, gewiß: alle tun es
und nennen auch eine weitgehend skrupellose Vorrangsverpflichtung
den eigenen Leuten gegenüber ´verantwortungsethisch´
legitimiert...
.
Was
dabei heraus kommt, ist gleichwohl nicht minder ´real´:
viele von denen, für die man weltweit dauerhaft nichts als vorwiegend
schäbige Antworten bereit hat, viele von den scheinbar wohlfeil von
der eigenen Verantwortung Ausgenommenen, werden ein solches
Ausgenommen-Werden je länger je mehr als gewalttätig erleben und
sich ihrerseits mit Gewaltansprüchen und -akten zu ´Wort´ melden,
um Antworten auch für sich einzuklagen, mit denen sich leben
lässt, statt bloß zu vegetieren oder gar zu verrecken...
.
Ist,
wer das endlich gesehen und berücksichtigt haben will, tatsächlich
ein ´gesinnungsethischer Traumtänzer´?!
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.
.
.
Es
gilt als ´verantwortungs-ethisch fundierte Realpolitik´, sich
unter Einsatz aller nur denkbaren Waffen davor zu schützen, dass
andere einen angreifen oder erpressen.
.
.
Dagegen
gilt es als ´gesinnungsethische Traumtänzerei´, darauf zu verweisen,
dass ein solcher Selbstschutzanspruch bisher noch immer auch zum
tatsächlichen Einsatz selbst furchtbarster
Massenvernichtungs-Waffen geführt hat ...
.
...
- und das unabhängig davon, ob ein demokratisches oder ein
diktatorisches Regime über sie verfügte!
.
.(Jüngstes
Beispiel: die US-Produktion von Waffen aus Uranabfällen und ihr
Einsatz im 1990er Golfkrieg und im Kosovo ... (>rund
180000 u.a. daher folgeerkrankte US-Golfkriegsveteranen bis 1998 und rund 2000
Folge-Frühtode unter ihnen), von den entsprechend Versehrten in der
irakischen Bevölkerung ganz zu schweigen oder den in die
Hunderttausende gehenden Folge-Toten der durch Bomben und Embargo
täglich schlimmer zum Erliegen gebrachten Wirtschaftskraft des
Landes) - wirklich weniger skrupellos als Saddams
wiederholter innen- wie außenpolitischer Chemiewaffen-Einsatz und
andere seiner Untaten?!)
.
.
.
Wer
Krieg als letzte politische Option propagiert und sich dafür
rüstet, wird sich selbst derartige Waffeneinsätze immer
vorbehalten und diesen Vorbehalt als ´verantwortungsethisch´
legitimiert ausgeben (das war mit der Atombombe so und mit agent
orange und mit napalm und mit...)...
.
...
- nicht weniger als er die Forderung, der - natürlich
immer ´ungerechtere´ - ´Feind ´dürfe ein Gleiches nicht
für sich beanspruchen, zur ´verantwortungsethisch´ begründeten
Pflicht erklärt...
Alles
andere laufe auf eine ethisch nicht verantwortbare Politik der
Schwäche hinaus.
.
.
Gegenfrage:
.
Gäbe
es wirklich keine andere Stärke als die der
Vorrechte und des Waffenübergewichts?
.
Gäbe
es wirklich nur die Stärke so oder so überlegener Bedrohungs- und
Zwingkraft?
.
Weil
es angesichts existentieller Bedrohungen ums Überleben gehe und
nicht ums Leben?
Weil
es letztendlich doch so etwas gäbe wie lebenswertes oder eben
wertloses Leben - ´lieber tot als ...´?!
Man
den Überlebenden die Antwort vom Wert ihres Lebens schulde?
Für
die auf der Strecke Gebliebenen hingegen gäbe es nun einmal nur die
Antwort vom Wert ihres Todes und ihrer Versehrung?
.
Wer
lieber tot sein will, als irgendwie unterdrückt, der mache seinem
eigenen Leben ein Ende, statt nicht allein mit seinem eigenen,
sondern auch noch in weiter Überzahl mit dem Leben all derer zu
spielen, die lieber unterdrückt leben als gar nicht
mehr!
.
Nur
für wenige Profiteure nämlich ist Krieg noch jedes Mal das
erwünschte Gewinnspiel gewesen, für alle anderen ist und bleibt
Krieg die schlimmste aller Katastrophen, ganz gleich unter welchen
Rechtsvorstellungen und Zielsetzungen er ins Werk gesetzt wird!
.
.
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Es
gilt als ´verantwortungs-ethisch fundierte Realpolitik´, mit dem
unhinterfragten Anspruch zu operieren,
dass
weder allen Menschen noch allen Staaten dieser Welt
vergleichbare auch militärische Optionen für die
Durchsetzung ihrer politischen Ziele zuzugestehen seien.
Sogenannte
´Schurken´ und ´Schurkenstaaten´ sollen keine
militärischen Optionen haben dürfen, die denen anderer -
´gerechterer´ - Staaten vergleichbar wären.
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.
Dagegen
gilt es als ´gesinnungsethische Traumtänzerei´, darauf zu
verweisen, dass ´Schurken´ und ´Schurkenstaaten´ um so
mehr in den Besitz gerade auch der schlimmsten Waffen zu kommen
trachten werden, je gerüsteter die auftreten, gegen die sie sich
durchsetzen wollen...
.
- eine Spirale ohne Ende, solange man Interessenunterschiede
und Gewaltaktionen im Konfliktfall nicht anders zu beantworten sich
vorbehält als letztendlich doch mit Gewalt.
.
.
.Einem
´Schurken´ zu untersagen, was alle ´Nicht-Schurken´ an
vereinbarte und für alle gleichermaßen geltende
Erzwingungsinstanzen abgegeben haben, Gewaltrechte nämlich,
funktioniert doch nur,
wo
solche Erzwingungsinstanzen auch tatsächlich und integer
existieren. Innergesellschaftlich tun sie das zuweilen auf
unserem Globus, in unseren Breiten sogar meist recht gut.
.
Ob
es dergleichen im Weltmaßstab geben kann und soll,
ist
allerdings bisher noch keineswegs politisch definitiv abgeklärt und
in entsprechende organisatorische Formen gegossen!
.
-
Die derzeitige UNO jedenfalls fußt noch längst nicht auf
hinreichend tragfähigen Konstruktionselementen, um als entsprechend
weltweit akzeptable Erzwingungsinstanz für Regime-Wechsel und
-Entwaffnungen zu fungieren...!
.
-
wie sollte sie auch?
Polizeieinsätze
gegen Verbrecher und Verbrecher-Syndikate sind schließlich etwas
völlig anderes als Regime-Entsetzungs- bzw. Entwaffungskriege!
.
.
.Und
ob bereits Embargo, erst recht aber Krieg
-
das, was Krieg für Millionen von Zivilisten und Soldaten auf allen
Seiten tatsächlich bedeutet !!! - ,
selbst
wenn er sein ´verantwortungsethisch´ etabliertes Entmachtungs-Ziel
erreichte,
auch
nur näherungsweise gerechtfertigt sein kann,
das
muss doch wohl mit Blick auf die Opferberge durchweg aufs
Intensivste bezweifelt werden!
.
.
Solange
es also eine solche international vereinbarte und integer
organisierte Erzwingungsinstanz weder gibt, ...
...sie
auch nur um den Preis von unendlichen Menschenopfern geben
könnte,...
.
...
ist jedes auf erzwungene internationale Entwaffnungen setzende
sicherheitspolitische Bestreben und Agieren:
.
-
zumindest unlauter (der Maßstabs-Ungerechtigkeiten wegen, auf denen
es fußt),
.
-
es ist sogenannt ´friedlich´ schon logisch nicht möglich (denn es
ist seinerseits ein unfriedlicher Akt: Zwang ist nicht
friedlich),
.
-
es ist völlig unrealistisch hinsichtlich der Durchsetzbarkeit
irgendwelcher Vollständigkeitsforderungen, wie sie die
UN-Resolutionen gegen den Irak erheben (denn der Preis ist
Selbstaufgabe, er wird so gut wie nie gezahlt werden, ohne
Kriegsbereitschaft ist eine solche Forderung nichts als Papier, also
unsinnig),
.
-
und das Schlimmste: es negiert die Menschenwürde bzw.
Mitgeschöpflichkeit derer, denen man nicht die gleiche
irrtumsanfällige Interessenverbissenheit zugesteht wie sich
selbst - schließlich ist und bleibt gewaltbereiter
Durchsetzungswille, was er ist: einfach nicht adelungsfähig,
auch nicht durch das angeblich hehrste Ideal dieser Welt!
.
.
Wer
die Entwaffnung gefährlicher Regime und internationaler
Terrororganisationen erzwingen will, muss moralisch und politisch
scheitern, selbst wenn er am Ende großartig aufgestellter
´Druckkulissen´ scheinbar ´erfolgreich´ zum ´äußersten´
Mittel eines (wenn einmal angedrohten, dann auch zu führenden)
ausdrücklichen Entwaffnungskrieges gegriffen haben sollte.
Denn
er belastet das auf diesem Wege erzeugte anschließende
Nation-Buildings-Erfordernis durch die nicht wiedergewinnbare
Integrität seines Vorgehens und provoziert damit dessen mögliches
Scheitern mit all seinen absehbaren Folgeverwerfungen.
.
Ja,
er setzt über das von ihm (einmal mehr kriegerisch) und von außen erzeugte Nation-Buildings-Erfordernis offenbar unbelehrt zur
leicht abgewandelten Wiederholung jener weltorganisatorischen
Projektidee an, die seit 1920 für die damals noch kolonialistischen
´Mutter´- und ´Mandats´-Länder zunehmend handlungsleitend wurde
(bis zum formalen Abschluss eines ausdrücklichen
Dekolonisationsprozesses in den 80er Jahren des 20. Jhds.):
diese Projektidee aber ist mehr als nur einmal in erschreckendem
Umfang gescheitert und erzeugt überdies bis heute - u.a. im
Vorderen Orient - die fatalsten Verwerfungen!
.
Projektideen
wie diese gerade auch mit ihren jüngsten Erzwingungsansprüchen im
Bereich der furchterregendsten Massenvernichtungswaffen befördern
allenfalls eines: den internationalen Waffenhandel und die
Rüstungsindustrien dieser Erde!
.
.
Wer
immer auf dieser Erde der Verbreitung und Anhäufung ´einfacher
Rüstungsgüter´
wie schlimmster Massenvernichtungswaffen entgegenwirken will, muss
scheitern, solange er selbst an der Rüstungsspirale mitdreht und gleichzeitig andere bestimmten Einschränkungen im weltweiten
Rüstungskarussell unterwerfen will!
.
Ein
sogenanntes ´Gleichgewicht des Schreckens´ war vielleicht gerade
mal ´im Auge des Blocktaifuns der 2. Hälfte des 20. Jhds.´ eine
noch dazu mehr als begrenzte ´Realität´.
.
´Schreckensgleichgewichte´
der aus den Zeiten des Ost-West-Konfliktes sattsam bekannten Art, ja
welcher Art auch immer, setzten sämtlich eine erneut in neue
Blöcke feindlich auseinanderdriftende Welt mit realistischerweise
z.T. erheblichen Vasallitätsstrukturen und vor allem auch mit
enormen Kriegsgefahren (!!!) voraus...
-
ein Weltordnungsmodell, das ja wohl in ´verantwortungsethischem´
Ernst keiner anzielen kann!
.
.
Ein
´Übergewicht des Schreckens´, nun aber erzwungenermaßen exklusiv in den
Händen sogenannter ´zivilisierter´ Staaten konzentriert, hat
hingegen in gar keiner Hinsicht eine auch nur ansatzweise ´reelle´
Chance - darüber sollte sich niemand hinwegtäuschen:
In
einer globalisierten Welt , wie jener, in die wir derzeit
hineinstolpern, lassen sich ´Abschreckungseffekte´ durch
welche Rüstungspotentiale auch immer von keiner Seite mehr wirklich
realisieren - weder durch eine Führungsweltmacht allein
noch durch eine Gruppe von Führungsweltmächten noch durch eine
sich nach wie vor vorherrschaftsstabilisierend im Dienste Weniger
organisierende Völkergemeinschaft!
.
Die
dauerhafte Etablierung eines zwingherrschaftlichen Rüstungs- und
Kriegsführungspotentials exklusiv in den Händen weniger Staaten,
das groß genug wäre, an genügend vielen Enden der Erde nicht nur
kriegführenden, sondern auch terroristisch agierenden Gewalttätern
bereits im Ansatz sämtliche Spielräume militärisch so zu
beschneiden, dass sich alle Unzufriedenen abschrecken ließen, ihren
Ziele entsprechend kriegerisch realisieren zu wollen, bliebe selbst
bei phänomenalstem Aufwand ein Ding der Unmöglichkeit:
es
fände selbst bei bester Absicht und lauterstem Vorgehen (??) nie jenes
Maß an weltumspannender Akzeptanz, das der Vielfalt dieser
Welt in einer Weise gerecht zu werden vermöchte, dass sich Formen
kriegerischen oder terroristischen Aufbegehrens etwa
erübrigten - ganz im Gegenteil!
.
Mit
keiner militärischen Karte ist also auch nur ansatzweise Sicherheit
davor zu gewinnen, dass sich der weltweite Waffen- und auch der
entsprechende Massenvernichtungswaffenbesitz unaufhaltsam weltweit
´demokratisiert´!
.
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Im
Gegenteil!
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Das
Bestreben, mit dem Aufbau von global aktionsfähigen
Eingriffsstreitkräften einen ´wirksamen´ Schutz zu erzielen gegen
eine wachsende Zahl von global wirksamen Gefährdungen aus der
Vielzahl der Spannungsherde dieser Welt, wird uns als eine der
schlimmsten Illusionen des jüngsten Jahrzehnts unserer Geschichte
noch lange beschäftigen...
.
Denn
es absorbiert alle die Kräfte, die wir aufbringen könnten und
müssten, um der Not hinter diesen Gefährdungen beizukommen, statt
Not durch Not verdrängen zu wollen - in der aberwitzigen Hoffnung,
das erhöhe unsere Sicherheit!
.
Es
beflügelt darüber hinaus das allseitige Aufrüsten und sät
zugleich jenen Hass, ohne den die Gefährdung erst gar nicht
zustande gekommen wäre!
.
.
.
.
.
©
gabriele weis, heidelberg im märz 2003