gabriele weis  /  zur qualität kriegerischer antworten, 2001

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wieso nur muß die primär- und grundantwort auf angriffe welcher art auch immer die ´verteidigung´ sein?

 

wieso erfordert krieg prinzipiell die antwort ´krieg´ ---

---oder zumindest die bildung ausdrücklicher bekämpfungs-´fronten´ gegen diejenigen, die sich auf die mittel kriegerischen terrors versteift haben?

 

rudolf schlichter / blinde macht, 1937

 

--  d a z u    wollen wir werden, sobald uns irgendwer gravierend bedroht?

 

 

"vergeltung, strafe, solidarität in der verteidigung und im kampf...krieg, vernichtung, ausrottung des terrors..."

- - -   v o r   allem anderen!

-- -  auch statt...? !

 

einige meiner einwände:

 

wer in erwiderung eines solchen schlages in sonderheit auch militärische vergeltung anstrebt und als bündnis den ´verteidigungsfall´ erklärt, nimmt diesen krieg an  -  also will auch er ihn, sonst nähme er ihn nicht an

- daß es kein üblicher krieg zwischen staaten sein wird, tut der wahl des mittels krieg keinerlei abbruch

 

wer ein militärbündnis zum organisationsmedium eines diplomatischen ´verständigungs´-verfahrens zu möglichst allgemeiner, auch und gerade nicht-militärischer frontbildung gegen den terrorismus machen zu können hofft, ...

...wird seinen bemühungen den charakter eines erzwingungsverfahrens nie nehmen können

was er so mit einer gewissen wahrscheinlichkeit zwar erreicht, dürfte sich meistenteils bestenfalls auf lippenbekenntnisse und ohnmächtige willfährigkeit beschränken

 

einen sich ausweitenden willen zum frieden nährt er auf diese weise gewiß nicht

 

und für seinen eigenen friedenswillen hat er die engste aller denkbaren sackgassen gewählt, sich jede umkehr außerordentlich erschwert

 

 

er geht auf diese weise   d e n   nach innen wie außen   a u f w e n d i g s t e n   w e g ,  dem globalen terrorismus unserer tage die spielräume zu nehmen

 

im angesicht unbestritten erheblicher bedrohungen schreibt er in der hauptsache innere und äußere   s t r e i t b a r k e i t   auf seine fahnen - was immer das auch kosten möge an menschenleben, lebensqualität, energie und vermögen

 

damit aber   a b s o r b i e r t   und   v e r s c h l e u d e r t   er im   u n m a ß   die   k r a f t p o t e n t i a l e   aller so oder so beteiligten bzw. in die beteiligung gerissenen  

-  sie ließen sich doch weiß gott produktiver einsetzen

 

er laboriert an den ihn unmittelbar bedrängenden symptomen auf eine weise, die zerstörung und tod durchaus als heilerfolg betrachtet  

 da kann nicht mehr nur von vernunft nicht mehr die rede sein  

 

-  auch die eigenen ideale werden darüber zu schall und rauch

 

 

k r i e g    ist doch nichts, was menschen und völker einander aufzwingen könnten

 

seine erwiderung liegt einzig in der freien entscheidung so oder so angegriffener

 

pablo picasso / guernica, 1937

 

 

 

w e r    k r i e g    erklärt oder   a n n i m m t ,    bringt ein    i m m e r    v e r m e i d b a r e s     stück tod und zerstörung über diese welt

-    e r   e n t s c h e i d e t   s i c h   für das   u n m a ß   -

 

 

wer krieg erklärt oder annimmt,  l e u g n e t   (soweit er biblisch-religiös ist:)  die gotteskindschaft,  (soweit er sich in der westlichen aufklärung verwurzelt sieht:)  die würde   a l l e r    menschen

wer glaubt, menschen, die ihm feindlich begegnen, ihre durch nichts zu mindernde (!) gotteskindschaft oder würde absprechen zu dürfen,   p e r v e r t i e r t   sein jeweils wichtigstes ethisches kulturgut zu einer hohlen phrase

-  er versagt achtung

-  er lügt und sät haß

-  er spaltet und entfesselt damit jene kräfte, die er zurecht so fürchtet und gegen die er angeblich antritt

 

roberto sebastian antonio matta / das ergo spalten, 1947

 

verdeutlichendes: