harenberg - aktuell´99: ARMUT
Nahezu ein Viertel der Weltbevölkerung lebte Ende der 90er Jahre lt. UNO in ARMUT. 1,3 Mrd Menschen in den Entwicklungsländern hatten weniger als 1 Dollar Ein- kommen pro Tag, das entsprach 66% der Bevölkerung dieser Länder.
Auch in den lndustriestaaten verfügten 100 Mio Menschen nur über ein Einkommen unterhalb der ARMUTS-Grenze. Weltweit verstärkte sich die Kluft zwischen Arm und Reich.
BETROFFENE REGIONEN: Am stärksten von ARMUT betroffen waren Südasien und Afrika:
In Afrika insbes. die Länder südlich der Sahara. Hier lagen 43 der 86 Länder mit niedrigen Einkommen.
1997/98 waren Asien infolge der Finanzkrise auch Länder betroffen, in denen die ARMUT bis dahin kontinuierlich abgebaut werden konnte.
Allein in Indonesien lebten 22 M Menschen unterhalb der A.-Grenze. D gesetzliche Mindestlohn ermöglichte 191 den Kauf von 4,8 kg Reis - im Vergleich: 6,3 kg 1997.
In Südkorea verdoppelte sich die Zahl der Arbeitslosen von Oktober 1997 bis Februar 1998 auf 1,3 Mio. lm gleichen Zeitraum sanken die Reallöhne erstmals in 30 Jahren um 2,3%.
In Thailand lag der Einkommensverlust u.a. bedingt durch hohe Inflation (Anfang 1998: 15%) bei 10-30%. Besonders trifft die Krise in allen drei Ländern Frauen und Gastarbeiter.
MASSNAHMEN:
Das Entwicklungsprogramm der UNO (UNDP) forderte die lndustrieländer auf, die auf dem Umweltgipfel 1992 in Rio de Janeiro/Brasilien in vereinbarte Entwicktungshilfemarge von 0,7% des BSP zu erfüllen (1997: im Schnitt 0,25%):
Auch müsse mehr in Schlüsselsektoren wie Gesundheitsfürsorge, Bildung und gerechte Verteilung von Boden investiert werden.
Für die von der asiatischen Finanzkrise betroffenen Länder verlangte die Internationale Arbeitsorganisation (ILO, Genf) wirtschaftliche Strukturreformen und ein sozial- orientiertes Entwicklungsmodell, das z.B. Schutz der Arbeitslosen umfassen müsse. 1998 erhielten die meisten Entlassenen keine Unterstützung.