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1,2,3,4,5

DIALOG FRIEDEN&FAIRNESS-NAVI:    Seite 1

datum Ihre@ nachfrage|wunsch anmerkung|hinweis|(andere) position  

meine antwort:

 
25.9.2001

thsmith@t-online.de 

 

 

bezug: NEW YORK UND DIE FOLGEN

 

forumsbeitrag RNZ

 

Sehr geehrte Frau Weis,

noch weiß ich nicht, was Sie unter der angegebenen URL veröffentlicht haben, und bevor ich das nicht gelesen habe, werde ich Ihnen nicht ausführlich antworten.

Aus den in Ihrem hier veröffentlichten Beitrag abzulesenden Tendenzen jedoch kann ich Ihnen vorab nur sagen: Das ist zu einfach! Sie fordern den "Dialog der Menschen" - und dabei sollen WIR die absolut weltoffenen Menschen sein, die für andere Kulturen und deren Weltanschauung und Werte jederzeit uneingeschränkt Verständnis haben. Was aber, wenn diese anderen Kulturen (bzw. Teile davon) dieses Verständnis UNS gegenüber NICHT aufbringen wollen, sondern alles, was nicht denkt wie sie, ausrotten wollen? Genau DAS sind dann die Extremisten dieser anderen Kulturen, gegen die es zu kämpfen gilt, damit letzlich auch Ihre Vision, Frau Weis, wahr wird - friedliche Koexistenz aller toleranten Menschen auf dieser Welt. Und tolerant sind nur die Menschen, egal welcher Hautfarbe, Religion oder Kultur, die ihrerseits auch unsere Kultur und unsere Werte anzuerkennen bereit sind, so wie wir die ihrige Kultur und Werte anerkennen.

Diese Antwort ist vorläufig und noch nicht vollständig.

MfG,
Thomas Schmitt

 

sehr geehrter herr schmitt,

mir geht es um keine vision im sinne irgendeiner art von ´weltverbesserung´ oder ´fortschritt´.  beides gibt es in meinen augen der konstitution dieser welt und des menschen zufolge nicht...

mir geht es um nichts mehr und nichts weniger als ein durchdenken der frage, was wir in jenem konfliktgefüge, in dem der aktuelle global-terrorismus zu einem zunehmend gefährlichen symptom herangewachsen ist, anrichten, wenn wir dem problem durch ´bekämpfung´, ja ´ausrottung´ beizukommen suchen.

meine einrede gegen einen solchen versuch: er kostet unvertretbar viel mehr menschenleben und äußere wie innere freiheit überall auf der welt als der entschluß, statt mit den symptomen zu ´kämpfen´, die ursachen  - endlich!! - produktiv, lust- und kraftvoll anzugehen!

und ich frage:  wie geistig und pragmatisch unfrei macht sich eine/r, machen sich ganze gesellschaften, wenn sie die fehlhaltungen und -handlungen anderer zum maßstab ihres eigenen fühlens, denkens und handelns machen?

ich sehe keine ernst zu nehmende religiöse oder philosophische ethik in dieser welt, die ein recht etablierte, ausrottungsziele mit ausrottungszielen zu beantworten

sophistereien, die dergleichen dennoch zustandebringen, gibt es freilich im bereich praktischer moralen zuhauf.

wer im falle empörender bedrohung eigene ausrottungsphilosophien entwickelt, weil er es u.a. mit menschen zu tun hat, die ihn mit ausrottung bedrohen, tut doch nicht viel anderes, bloß weil er seiner überzeugung nach etwas besseres will! 

wann immer wir die bekämpfen, die uns und anderen unrecht tun, tun wir unsererseits unrecht  -  auch wenn wir es für das weniger schlimme halten.

gegen unrecht hilft im kleinen wie im großen in meinen augen jedoch nichts so sehr wie recht  -  die weitgehende vermeidung und korrektur jenes unrechts, das jeweils von einem selber ausgeht.

kein kehren vor den türen anderer bewirkt bei diesen die gewünschte verhaltensänderung

...

soviel für den anfang... 

 

24.9.2001

phillip.hofmeister@abc-online.org

 

 

bezug: new york

...Aber zu dem Medien-Echo und den Reaktionen aus der Bevölkerung:
Die Mehrheit der Menschen ist rassistisch! Auf der einen Seite
trauern sie um "nur" ein paar tausend Amerikaner, aber die
Hunderttausenden, die täglich am Hunger sterben (zum allergrößten
mitverantwortet von den westlichen Staaten, durch ihre Welt-/ Wirtschafts-Politik), interessieren niemanden, oder auch die
tausenden Opfer des Erdbebens in der Türkei, die Opfer der
UN-Sanktionen gegen die Zivilbevölkerung des Irak, da heult niemand drum, hält Schweigeminuten ... Ich finde das alles scheinheilig!
Warum sind die Menschen nicht wenigstens ehrlich und sagen "Das ist mir ALLES scheißegal, solange es mich nicht betrifft! Ob Moslem, Jude, Christ, Weißer, Schwarzer, Amerikaner, Türke, Iraker, Chinese, Deutscher, ... vollkommen egal, solange es mir gutgeht, kann an der Welt ja nicht so viel falsch sein ..."
Ich sage ganz offen, wenn man mich fragt, dass mir die Amis egal
sind, genauso wie die Iraker, Türken ... es erschreckt mich zwar, jetzt, da ich das hier schreibe, und vielleicht habe ich auch mit allen ein klein wenig Mitleid (mit ersteren wohl am wenigsten), aber im großen und ganzen betrifft mich das alles nicht sonderlich ...

Am Wochenende war ich im
Rahmen einer Friedens-Gruppe in Wiesloch in der Fußgängerzone
Flugblätter verteilen und Unterschriften sammeln, gegen die
Militäraktionen der USA/NATO. Weil wir eben der Meinung sind, dass es eine andere Lösung geben muss, als Krieg ... (wie im Gm-Unterricht bei Fr Weis schon besprochen, gell!). Neben den vielen positiven Reaktionen und vielen Unterschriften hat mich eine Reaktion ziemlich geschockt und erschreckt: einer Frau, ungefähr 50 Jahre, bürgerlich,gab ich eines unserer Flugblätter, sagte ihr kurz,um was es ging (".... Krieg kann nicht die richtige Lösung sein, es muss einen anderen Weg geben ..."), sie antwortete, beim Zurückgeben des Flugblatts: "Nee, da bin ich anderer Meinung. Ich bin für den Krieg. Ich find' den gehört mal ordentlich was auf den Deckel! Das haben sie wirklich verdient!" Ich war einfach nur noch sprachlos ... ich kann nämlich nicht verstehen, wie einige Menschen so denken KÖNNEN!
Aber das geht mir bei ganz vielen Dingen so (nur das Stichwort:
Neckargemünd untertunneln ...) ! :-/ Da kann einem doch wirklich nur noch schlecht werden!!


Naja, ich will euch ja nicht zu Tode langweilen...

Liebe abendliche Grüße,

Phillip

 

- ich erlebe es, glaube ich, nicht gar soviel anders als Du Philipp:  mich macht jeder hunger-, kriegs-, bürgerkriegs-, terror- oder verbrechenstote, von dem ich in nah und fern erfahre und der nicht unmittelbar zu meinen lieben zählt, ein im grunde gleiches stück weit traurig:  es tut mir weh, erleben zu müssen, wie menschen  - ihre eigene würde auch selbst mit füßen tretend -   einander die würde und das leben absprechen und rauben;  die furchtbare enge und verkürzung ihres lebens, aus der heraus die einen über die anderen tod verhängen zu müssen, ja zu dürfen glauben, gehören sicher zum schwersten, was menschen an- und voneinander zu ertragen haben

- in solchem erleben sind mir irgendwelche heidelberger, deutsche, europäer oder amerikaner, die ich nicht kenne, nicht näher als irgendwelche palistenenser, iraker, afghanen, sudanesen, chinesen oder wer immer, der nur in meinen medialen, nicht aber in meinen persönlichen gesichtskreis tritt

-  egal ist mir jedoch nichts auf dieser erde oder im kosmos  -  und überall dort, wo die lebensweise, an der ich anteil habe, zu leiden und tod auf unserem erdball beiträgt, sehe ich mich in der pflicht, mit nach antworten zu suchen und für solche zu werben, die abhilfe schaffen...

15.10.2001

daniela.dalal@t-online.de 

 

Liebe Frau Weis,

...ich habe mal in die website (Dhammapada usw....) reingeschaut, ich finde sie
ganz schön, doch mir persönlich gefällt die deutsche Übersetzung eines Auszugs
des Dhammapada besser, die ich einmal bekommen habe.

...

Mit herzlichen Wünschen für friedliche Zeiten,

Daniela Dalal

...hier ist sie:

Aus der DHAMMAPADA

Wir sind, was wir denken-
Alles, was wir sind, entsteht mit unseren Gedanken-
Mit unseren Gedanken schaffen wir die Welt.
Sprich oder handle mit einem unreinen Geist
Und Schwierigkeiten werden dir folgen,
Wie das Rad dem Ochsen, der den Karren zieht.


Wir sind, was wir denken-
Alles, was wir sind, entsteht mit unseren Gedanken-
Mit unseren Gedanken schaffen wir die Welt.
SP:rich oder handle mit einem reinen Geist
Und Glück wird dir folgen,
Wie dein Schatten, unerschütterlich.


Schau, wie er mich beschimpfte und schlug,
Wie er mich niederwarf und ausraubte.
Lebe mit solchen Gedanken und du lebst im Haß.


Schau, wie er mich mißbrauchte und schlug,
Wie er mich niederwarf und ausraubte.
Lasse solche Gedanken hinter dir und lebe in Liebe.


In dieser Welt konnte Haß nie durch Haß
vertrieben werden.
Nur Liebe vertreibt den Haß.
So ist das Gesetz,
Uralt und unerschöpflich.


 

 

 

24.9.2001

daniela.dalal@t-online.de 

 

bezug: NEW YORK UND DIE FOLGEN

Liebe Frau Weis,

herzlichen Dank !
Ein wahres Kunstwerk habe ich da erhalten, was für mich sehr inspirierend ist.
Kennen Sie den "Dhammapada"?

Herzliche Grüsse, Daniela Dalal

 

 

ich habe ihn leider bisher nie gelesen, aber gleich eine website gefunden, die ersten einblick gibt:

www.schulphysik.de/dhamma1.html

Mit einen Sinn, der frei vom Einfluss der Gedanken,
der frei von Unstetigkeit ist, der jenseits von Gut und Böse steht

Mit einem solchen hat der Weise keinerlei Furcht(39)

Die eigenen irregeleiteten Gedanken sind gefährlicher
und richten mehr Schaden an als ein Feind.(42)

 

24.9.2001 gschraml.public@bistum-regensburg.de  

bezug: NEW YORK UND DIE FOLGEN

Liebe Frau Weis,
vielen Dank für Ihre Überlegungen zu New York und den Folgen. Für mich ist dieser Beitrag einer der konstruktivsten, die ich in diesem Zusammenhang gelesen habe.
Sicher haben Sie nichts dagegen, wenn ich auf der Friedensseite der
"Netzquellen" darauf hingewiesen habe.
Sie finden dort auch viele andere Aussagen, wie Menschen versuchen, Frieden konkret zu leben.
Georg Schraml
www.netzquellen.de/frieden.htm

 

 

ein Beitrag von dieser seite, den ich hierher setzen möchte: 

...eine Kurzgeschichte, die ich vor vielen Jahren einmal fand:
Ein Vater und sein Sohn besuchten eine Bilderausstellung und blieben vor einem Gemälde stehen, auf dem der Künstler ein "Haus des Friedens" gemalt hatte. Groß war es und stabil sah es aus. Die Farben waren freundlich und harmonisch. Über dem ganzen Bild lag eine friedliche Stimmung. Der Sohn schaute dieses Bild ganz genau an und plötzlich zupfte er seinen Vater am Ärmel und sagte: "Du, Papa, auf dem Bild fehlt doch etwas: die Haustüre hat gar keine Türklinke!"
Der Vater, nicht wenig erstaunt über die genaue Betrachtung seines Sohnes, dachte einige Zeit nach und plötzlich kam ihm eine Idee: "Der Maler hat die Türklinke nicht vergessen sondern bewusst weggelassen: der Friede kann nämlich nur ins Haus kommen, wenn ihm die Tür von innen her geöffnet wird und er eingelassen wird."

Heinz Hüttinger

23.9.2001

DFFRIZZ@aol.com

 

bezug: NEW YORK UND DIE FOLGEN

liebe gabriele weis,
ich habe deine mail auszugsweise
in mein forum frizzorum transferiert bei www.frizztext.de
und wuensche reges feedback...
mit freundlichen grüßen
dietmar fritze
www.frizztext.de

 

 

herzlichen dank!